Treuer Begleiter

Vier Pfoten und zwei Reifen: Fahrradfahren mit Hund

Radeln und Auslauf für den Hund - das lässt sich gut kombinieren. Aber nicht jeder Vierbeiner ist für den Dauerlauf neben dem Rad gemacht. Welche Alternativen gibt es?
Was sollte man beim Fahrradfahren mit dem Hund beachten? Wir haben ein paar Expertentipps für Sie. © Adobe Stock

Soll es mit dem Vierbeiner auf gemeinsame Fahrradtour gehen, gibt es einiges zu beachten: Ist das Tier für den Dauerlauf neben den Speichen geeignet? Oder wird er doch besser transportiert? In jedem Fall gilt: Der Hund sollte mit Geduld eingewöhnt werden.

Als aktiver Begleiter muss die Spürnase körperlich fit sein. Das Laufen neben dem Rad sei nur etwas für ausgewachsene, gesunde Hunde, sagt Sarah Ross, Heimtierexpertin der Tierschutzorganisation Vier Pfoten.

Als Faustregel empfiehlt Ross ein Mindestalter von anderthalb Jahren, denn Welpen mit noch nicht ausgereiftem Bewegungsapparat können gesundheitliche Schäden davontragen wie ebenfalls ungeeignete Hunde mit Übergewicht oder hohem Alter.

Welcher Rasse kann mit der Fahrgeschwindigkeit mithalten?

Auch die Rasse spielt eine Rolle: Während Familienhunde wie Beagle oder Labrador sowie Hütehunde und Jagdhunde recht ausdauernd sind, sollten Hunde kurzköpfiger Rassen wie Französische oder Englische Bulldoggen nicht lange neben dem Fahrrad herlaufen. Laut Ross eignen sie sich aufgrund ihres Körperbaus nicht zum Fahrradsport.

Das Fahrradfahren mit Hund erst einmal in Ruhe ausprobieren

„Zu Beginn sollte man den Hund erst einmal mit dem Fahrrad vertraut machen, solange es noch steht“, empfiehlt Ross. Hat der Vierbeiner das Rad beschnuppert, belohne man dies mit Lob und Leckerlis. Um den Hund an die neue Art der Fortbewegung heranzuführen, schiebt man das Fahrrad erst einmal. Läuft Bello willig mit, können Herrchen oder Frauchen aufsatteln.

„Es empfiehlt sich, in einer verkehrsberuhigten Zone oder auf einem Parkplatz zu üben“, sagt Ross.

Laut STVO ist das Führen eines Hundes vom Fahrrad aus auf der Straße erlaubt. Nur angeleint sollte er dann sein. „Achten Sie darauf, dass Sie die Leine möglichst lose mit sich führen, also nicht ans Handgelenk oder den Lenker binden. So vermeiden Sie Unfälle, falls das Tier plötzlich losrennt“, heißt es in einer Broschüre des Bundesverkehrsministeriums.

Für mehr Sicherheit empfiehlt Alexander Giebler vom Pressedienst Fahrrad (Pd-f), den Hund möglichst auf Radwegen und rechts des Rads zu führen.

Fitnessgrenzen des Hundes im Blick behalten

„Außerdem sollte man die Leine an einem Brustgeschirr befestigen und nicht am Halsband“, ergänzt Heimtierexpertin Ross. Im Fachhandel gibt es auch spezielle Fahrradhalterungen für Hunde. So können Halter oder Halterin während der Fahrt beide Hände am Lenker lassen.

Unterwegs sollte man stets beobachten, ob der Hund körperlich überfordert ist. Das Tempo gibt am besten der Vierbeiner vor. Je nach Fitness und Hunderasse seien zwar zehn Kilometer am Stück möglich, sagt Alexander Giebler. Doch hechelt der Hund stark oder verlangsamt das Tempo, ist eine Pause vonnöten.

Auch wenn der Hund nicht fürs Mitlaufen über weite Strecken geschaffen ist, ist die gemeinsame Radtour nicht passé. „Kleinere Hunde fahren in speziellen Fahrradkörben mit, größere Hunde können in kleinen Anhängern als Beifahrer mitgenommen werden“, sagt Sarah Ross.

Hund in Korb oder Anhänger mitnehmen

Wenn der Hund das Fahrradkörbchen wie sein eigenes Körbchen kennt, werde er während der Fahrt auch sitzen bleiben, sagt Hundetrainer und Fachbuchautor Anton Fichtlmeier. Ideal sei ein Korb am Lenker, um den Hund während der Fahrt im Blick zu behalten. Weil zu viel Gewicht dort aber das Fahrverhalten negativ beeinflussen kann, sollte das Tier nicht mehr als etwa fünf Kilo wiegen.

Bringt der Vierbeiner mehr auf die Waage oder ist für den Sport ungeeignet, darf er hinten mitfahren – in einem Körbchen für dem Gepäckträger oder im Anhänger. Laut Pd-f gibt es Hundeanhänger in verschiedenen Größen für Hunde bis zu 45 Kilo. An den Anhänger sollte der Hund sorgsam gewöhnt werden – denn er könne einschüchternd auf das Tier wirken.

Um Vertrauen aufzubauen, kann man es mit einem Klassiker aus der Welpenschule versuchen: der Tunnelübung. Dazu lockt man das Tier mit einem Leckerli in den Anhänger und schließlich hindurch, anschließend wird belohnt.

Den Hund nicht unnötigem Stress aussetzen

Gegen möglichen Stress hilft auch, den Futterplatz daheim in den Anhänger zu verlegen oder dort das Lieblingsspielzeug zu verstecken oder die gewohnte Hundedecke auszulegen. Die ersten Proberunden mit Hund und Hänger sollten dann ähnlich behutsam durchgeführt werden, wie die Gewöhnung ans Fahrrad.: den Hänger mit Hund an Bord erst einmal schieben, bevor man ihn ankuppelt und losradelt.

Beim Mitfahren in einem Lastenrad sei die Eingewöhnung sehr ähnlich, sagt Sarah Ross: Vertrauen schaffen, Einsteigen loben, erst schieben, dann fahren. „Wenn der Hund bei einem der Schritte Angst oder Stressverhalten zeigt, unbedingt geduldig sein und zunächst zu dem vorherigen Schritt zurückkehren“, rät die Heimtierexpertin.

Es sei nicht selbstverständlich, dass jeder Hund am Rad mit- oder im Anhänger oder Lastenrad mitfährt. „Manche Hunde mögen es einfach nicht, das sollte man als Besitzer oder Besitzerin unbedingt akzeptieren“, so Ross.

dpa

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