Neurotransmitter

Einmal glücklich, bitte!

Hormone und Botenstoffe sind für vieles verantwortlich - auch für unser Glücksempfinden. Kann man Serotonin und andere Glückshormone boostern, um miese Stimmung zu vertreiben?
Gibt es eine Möglichkeit, die Herstellung von Glückshormonen im Gehirn zu fördern? Hier finden Sie die Antwort. © Adobe Stock

Morgens schon mit dem falschen Bein aufgestanden, über die Verspätung der U-Bahn geärgert, keine Lust auf die Kollegen. Was wie ein rundum schlechter Tag klingt, ist mit großer Wahrscheinlichkeit einfach nur eine Chemie-Cocktail in unserem Körper.

Denn: Sogenannte Neurotransmitter, also Botenstoffe im Gehirn, bestimmen, wie wir uns fühlen. Es gibt einige von ihnen, die täglich unseren Körper fluten und im Zusammenspiel unsere Laune beeinflussen.

Was Hormone und Botenstoffe mit unserer Laune zu tun haben

„Das Motivationshormon Dopamin wird beispielsweise ausgeschüttet, wenn wir neue Aufgaben angehen, überrascht werden oder uns auf etwas Positives freuen“, sagt Friederike Fabritius, Neurowissenschaftlerin und Autorin.

„Serotonin dagegen ist ein Botenstoff, der ausgeglichen und zufrieden macht. Wir produzieren ihn, wenn wir sozial interagieren – oder uns als Gewinner fühlen.“ Das Kuschelhormon Oxytocin wiederum entsteht bei angenehmer körperlicher Berührung, während Endorphine quasi vom Körper selbst produzierte Opioide sind.

Damit wir uns gut fühlen, muss der individuelle Cocktail stimmen. Allerdings sind viele dieser Vorgänge hochkomplex und noch nicht bis ins Detail erforscht. Dennoch stellt sich die Frage: Können wir auf unsere Glückshormone Einfluss nehmen?

Mit Sport Endorphine freisetzen

Die erfreuliche Antwort lautet: Ja, das geht. Wer nun auf ein Wundermittel hofft, wird allerdings enttäuscht. Auch wenn es um Glückshormone geht, begegnet man altbekannten Methoden, um die man in Gesundheitsfragen eigentlich nie herumkommt: Bewegung und Sport zum Beispiel.

„Wenn wir den Körper an seine Grenzen bringen, dann setzt er Endorphine frei“, erklärt Prof. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin und Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin. „Das kennen wir vom Runner’s High beim Joggen, oder vom Fasten, wenn am zweiten oder dritten Tag das Hochgefühl einsetzt.“

Auch der Dopaminspiegel werde durch Sport erhöht, sagt Fabritius, „bedauerlicherweise allerdings nicht, wenn man ihn mit großem Widerwillen macht“. Wer sich bei Wind und Wetter vor die Tür quält, sollte also von seinem Tun überzeugt sein.

In freudiger Erwartung

Doch es gibt noch andere Methoden, sich einen Dopamin-Kick zu verpassen: sich Ziele setzen, egal ob privat oder beruflich, und darauf hinarbeiten. Oder: schöne Unternehmungen planen. „Dopamin wird in Erwartung von Positivem ausgeschüttet“ sagt Friederike Fabritius, „also schon vorher, wenn man eine Handlung plant“.

Kann man sich „glücklich essen“?

(Un-)Glücklicher dank Ernährung? Auch das ist möglich. „Von einigen Nahrungsmitteln wissen wir, dass sie dem Menschen nicht guttun und die Laune dämpfen“, sagt Andreas Michalsen. Dazu zählen laut dem Mediziner stark verarbeitete Lebensmittel mit gesättigten Fettsäuren oder Zucker. Fast Food ist also auch schlecht für die Stimmung.

Man kann sich aber auch einen gegenteiligen Effekt zunutze machen. „Lebensmittel wie Soja, Cashewnüsse, Bananen, Datteln, Avocados, Hülsenfrüchte, Haferflocken, oder Mozzarella enthalten L-Tryptophan“, sagt Michalsen. Diese essenzielle Aminosäure, die der Körper nicht selbst herstellen kann, helfe dabei, den Serotonin-Spiegel zu normalisieren.

Auch fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Joghurt, Kimchi oder Kombucha gehören auf den Tisch. Grund: Im Darm werden viele Botenstoffe hergestellt und die Ernährung wirkt sich auf diese Vorgänge aus.

„Mittlerweile gibt es sogar den medizinischen Fachbereich der „Nutritional Psychiatry“, also Ernährungpsychatrie“, sagt Michalsen. „Sie erforscht die Zusammenhänge zwischen Ernährung, dem Mikrobiom im Darm und die Stimmung.“

Eines ist bei Tisch aber wichtig: dem Gefühl für das eigene Wohlbefinden zu vertrauen. Denn es ist nicht nur die Frage, was auf dem Teller landet, sondern auch, ob man im Kreise seiner Liebsten isst, dabei lacht und sich wohlfühlt. Auch das schüttet Gute-Laune-Botenstoffe aus.

dpa

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