Kolumne

Wie sich Instagram, Facebook und Co. auf die Psyche auswirken

In der Besser leben-Kolumne befassen wir uns regelmäßig mit den Themen Gesundheit und Wohlbefinden. Dieses Mal schreibt Natalie Mainka über den Alltagsdruck durch Social Media.
Bei Social Media-Kanälen wie Instagram und Facebook ist oft nichts so, wie es scheint, weiß Natalie Mainka. © Adobe Stock

Social Media – ein riesiges Netzwerk, das Menschen auf der ganzen Welt verbindet. Was sich im ersten Moment anhört wie eine unverbesserliche Erfindung des 21. Jahrhunderts, verbirgt nicht zu unterschätzende Gefahren, besonders für junge Seelen.

Ein Leben ohne Social Media kann ich mir gar nicht mehr vorstellen. Ich möchte wissen, was meine Freunde in ihrer Freizeit machen, wie es der Katze meiner ehemaligen Schulkameradin geht und ich möchte alle paar Wochen von einem Selfie daran erinnert werden, mit welchen Menschen ich in meinem Leben bereits einmal zu tun gehabt habe – es ist fast schon ein Muss.

Weltweit vernetzt und dennoch einsam

Doch gerade dieser ständige Austausch führt schnell dazu, dass man sich fühlt, als wäre man auf der Strecke geblieben. Plötzlich scheinen alle mehr Freizeit, mehr Spaß und viel mehr Freunde zu haben. Wenn man also nicht gerade zu der Gruppe gehört, die regelmäßig etwas aus dem privaten Leben postet, wird man automatisch zum selbst ernannten Außenseiter.

Vergleiche und Selbstkritik

Die Welt auf Social Media ist eine perfektionierte Scheinwelt, schließlich postet so gut wie niemand die schlechten Momente des Lebens – daran möchte ja auch keiner erinnert werden.

Dadurch kommt es aber nicht selten dazu, dass sich gerade junge Menschen ständig mit anderen vergleichen. Fehlen nämlich die gesunde Selbstwahrnehmung und Sensibilität für die Tücken der sozialen Plattformen, sehen auf einmal alle Frauen besser aus, alle Männer trainierter und andere Berufe scheinen viel mehr Erfüllung zu bringen.

Was vielleicht als Inspiration oder Ansporn hatte dienen sollen, wird zum Nährboden übertriebener Selbstkritik.

Drang nach unmöglicher Veränderung

Durch das Vergleichen beginnt man das aktuelle Leben zu hinterfragen. Es muss dem, welches man auf Social Media vorgeführt bekommt, gleichen. Die Erwartungshaltung der Gesellschaft scheint hoch – man muss erfolgreicher, schöner und vor allem glücklicher sein. Der scheinbare soziale Druck führt zu dem übermächtigen Drang nach unerreichbarer Veränderung.

Besonders die beliebten Filter, die man über Bilder und Videos legen kann, um frischer, strahlender und schöner auszusehen, verstärken das ungesunde Streben nach Perfektion. Es wird ein unrealistisches Schönheitsideal präsentiert, das man nicht erreichen kann.

Verschnaufpause für die Seele

Betrachtet man all diese Aspekte, ist es nicht verwunderlich, dass soziale Medien neben all den positiven Möglichkeiten, die sie durchaus bieten, auch eine negative Auswirkung auf die Psyche haben können.

Ich als junge Frau hatte selbst öfter mit diesen Dingen zu kämpfen, deshalb weiß ich, dass es wichtig ist, sich immer wieder vor Augen zu führen, dass das echte Leben letztendlich in der realen Welt stattfindet und die sozialen Netzwerke nur das Beste vom Besten zeigen – und selbst das ist nicht immer echt.

Merkt man also, dass die sozialen Medien ein wenig auf die Psyche drücken, kann es guttun, ab und zu eine Pause einzulegen – einfach das Handy weglegen und die digitale Scheinwelt für ein paar Tage zurücklassen.

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