So finden Berufsanfänger ihre Work-Life-Balance

Kein Stress

Wer ins Arbeitsleben startet, ist oft erstmal überfordert - und will sich dennoch beweisen. Wie schafft man die Balance zwischen vollem Einsatz im Job und genug Ausgleich in der Freizeit?

11.01.2021, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Entspannt durch das erste Berufsjahr: Wer neu ins Arbeitsleben startet, sollte auch auf seine Work-Life-Balance achten.

Entspannt durch das erste Berufsjahr: Wer neu ins Arbeitsleben startet, sollte auch auf seine Work-Life-Balance achten. © picture alliance/dpa/dpa-tmn

Berufsanfänger kennen das Phänomen: Der Arbeitstag war lang, neue Eindrücke wollen verarbeitet werden. Nach Feierabend ist man zu nichts mehr in der Lage, außer erschöpft ins Bett zu fallen.„Ein neuer Job ist sehr anstrengend“, bestätigt Coach Carolin Klaus aus Augsburg. „Es gibt jede Menge Neues zu lernen, was sehr spannend sein kann und zu einem Energieschub führt, aber auch die Freizeit verändert sich.“ Man sei nicht mehr so flexibel wie etwa während des Studiums oder der Ausbildung. Es sei deshalb „okay, abends nur noch ins Bett zu fallen“. Gleichzeitig empfiehlt sie, zu lernen, auf den Körper zu hören. Wann bin ich gestresst? „Wenn ich das nicht merke, kann ich keine Pausen einplanen.“

Wichtiger Soft Skill Zeitmanagement

Bei einem Umbruch im Leben sollte man dieser Umstellung in der ersten Zeit ruhig etwas mehr Aufmerksamkeit, Energie und Raum lassen, rät Carolin Pfau, die als systemischer Coach arbeitet. Nach den ersten Monaten sei es dann jedoch wichtig, sich davon etwas zu lösen.

Ein gewisser Zeitrahmen grenze den eigenen Drang nach Perfektion ein, führt Psychologin und Coach Cordula Nussbaum aus. Dabei ginge es nicht darum, keine Überstunden zu machen. Wenn es nötig werde, sei man zur Stelle. „Man kann superengagiert sein, muss das aber nicht an der Arbeitszeit festmachen“, erklärt Nussbaum.

Oft läuteten bei Vorgesetzten bereits die Alarmglocken, wenn ein junger Mensch zu Beginn seiner Karriere häufig Überstunden schiebe. Das sei heute nicht mehr unbedingt ein Pluspunkt, weiß Nussbaum. Zeit- und Selbstmanagement seien die wichtigsten Softskills, die in die Mitarbeiter-Bewertung einfließen.

Feste Zeiten für Hobby und Freunde

„Gerade am Anfang muss man sich den Stress durch zusätzliche Verabredungen nicht machen“, sagt Nussbaum. Aber nach einigen Wochen sei das durchaus wieder möglich.

„Wenn man die Dinge sausen lässt, die einem Energie geben, wird man frustriert und hat noch weniger Energie“, erläutert Pfau. Nach der Arbeit erst einmal nach Hause zu gehen, um sich auszuruhen, könne bei manch einem dazu führen, es nicht mehr aus dem Haus zu schaffen.

Für Freunde und Freizeit könnten am Anfang fest eingeplante Zeiten in der Woche oder am Wochenende helfen, sagt Pfau. „Manche engt das wiederum zu sehr ein und sie mögen es lieber spontan.“

Work-Life-Balance durch Mentor

Doch was tun, wenn trotz aller Planung sich die Überstunden dauerhaft häufen? „Man muss nicht alles alleine lösen. Suchen Sie sich einen Mentor oder eine Kollegin, mit dem oder der Sie sich austauschen“, rät Klaus.

Nussbaum zufolge ist es wichtig, die „Miteinander-Kultur“ im Unternehmen kennenzulernen. Sind alle so hilfsbereit? Machen alle Kollegen Überstunden? „Dann wird es schwierig sein, sich da rausziehen“, betont die Beraterin.

Trotzdem sei es möglich, die Arbeitsabläufe auf den Prüfstand zu stellen. Nicht gerade in den ersten paar Tagen, aber nach einer gewissen Zeit. „Nur weil man es schon immer so gemacht hat, muss es ja nicht so bleiben.“ dpa

Mehr Infos zum Thema Gesundheit finden Sie unter

www.ruhrnachrichten.de/leben

Lesen Sie jetzt