Abendfantasien als besonderer Ausklang der Woche

Musik und Texte

In der Evangelischen Gnadenkirche in Legden fand am Wochenende der neunte Teil der Reihe „Abendfantasien“ statt. Zahlreiche Gäste ließen sich musikalisch und lyrisch inspirieren.

von Stefan Hubbeling

Legden

, 04.11.2019, 18:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Abendfantasien als besonderer Ausklang der Woche

Die Abendfantasie in der Gnadenkirche in Legden stand unter dem Begriff "Innig". Trompeter Peter Mönkediek spielte zwischen den vorgetragenen Texten. © Stefan Hubbeling

Die Reihe „Abendfantasien“, die sich am Alphabet orientiert und mit jedem Buchstaben ein Thema anspricht, ist mittlerweile beim Buchstaben „I“ angelangt. Das „I“ stand am Sonntag in der Gnadenkirche in Legden für das Wort „innig“.

Diesmal spielte Peter Mönkediek, Solo-Trompeter beim WDR-Symphonieorchester und Professor für Trompete an der Musikhochschule Düsseldorf, für die Zuhörer die passenden Musikpassagen zwischen den vorgetragenen Texten und Gedichten.

Die Vorleser Simone Erdweg, Bernd Sikora und VHS-Direktor Dr. Nikolaus Schneider trugen ihre persönlichen Lieblingstexte und -gedichte vor und ließen die Gäste in eine Stille gleiten, die gleichzeitig zum Nachdenken anregte.

Klare Ansichten

Simone Erdweg las ein Werk von Max Ehrmann aus dem Jahre 1927 vor. Der Text ist als „Lebensregeln von Baltimore“ bekannt und wies darauf hin, wie man mit Zurückhaltung, Empathievermögen aber auch mit klaren und aufrichtigen Ansichten durch die Gefahren, Wirrungen und Irrungen des Lebens gehen kann.

Ein Ratgeber, der einem Menschen in schwierigen Lebenssituationen eine Richtlinie geben kann.

„Dieser Text hat bei uns im Haus einen zentralen Platz“, informierte Simone Erdweg und unterstrich damit die wichtige Bedeutung dieses Textes in ihrem privaten Umfeld.

Sensibler Text

VHS Direktor Dr. Nikolaus Schneider trug einen Text aus einem seiner früheren VHS-Workshops vor. „Erinnerung an Pasie“ von Gertrud Kleve, veranlasste die Zuhörerschaft zum Nachdenken und zeigte gleichzeitig auf, dass man kein berühmter Lyriker sein muss, um innige und sensible Texte verfassen zu können.

Bernd Sikora las ein Gedicht von Friedrich Gottlieb Klopstock vor.

Mit dem Gedicht „Furcht der Geliebten“ entführte Sikora die Gäste in das Jahr 1752 und zeigte auf, welche Bedeutung die Innigkeit und die Empfindsamkeit im 18. Jahrhundert hatte.

Peter Mönkediek spielte auf der Trompete

Zwischen den Vorlesungen zeigte Peter Mönkediek sein ganzes musikalisches Können und spielte zu dem Thema „Innigkeit“ passende Musikpassagen der Komponisten Stanley Friedman, Sergei Wassilenko, Morton Feldman und Giacinto Scelsi.

„Es ist immer wieder klasse, wie die Abendfantasien angenommen werden. So können wir weitermachen und uns im nächsten Frühjahr den Buchstaben J vornehmen“, sagte Gemeindepfarrer Olaf Goos.

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