Legdener Altenwohnhaus lässt ganz vorsichtig wieder Besucher zu

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80 alte Menschen im Altenwohnhaus St. Josef dürfen seit Wochen zu ihrem eigenen Schutz keinen Besuch empfangen. Nun lockert das Seniorenheim vorsichtig die strengen Sicherheitsvorschriften.

Legden

, 09.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von offenen Türen kann weiterhin keine Rede sein. Das Legdener Altenwohnhaus St. Josef macht es aber ab dem kommenden Samstag zumindest möglich, dass die Bewohner ihre Angehörigen sehen und sprechen können. 80 ältere Menschen leben zur Zeit in der Senioreneinrichtung.

Zu ihrer eigenen Sicherheit mussten sie seit Wochen auf Besuche ihrer Familien und Freunde verzichten. „Die Senioren bedauern alle, dass die Besuche ausfallen“, weiß Einrichtungsleiter Wilhelm Winter, „die Angst vor dem Virus ist aber größer als das Bedauern über die Besuchsausfälle“.

Sehr kurzfristig informiert

Erst am Donnerstag habe das Team offiziell erfahren, dass die Besuchsregeln künftig etwas gelockert werden, so Winter weiter. „Wir fanden das nicht so schön, was man da mit uns macht“, gibt er zu. Trotzdem haben er und seine Mitarbeiter in Windeseile ein Konzept zusammengestellt.

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In die Einrichtung darf weiterhin kein Besucher hinein, wenn es nicht absolut unabdingbar ist. „Ausnahmen machen wir nur für Besucher von Bewohnern, die nicht nach draußen können, weil sie bettlägerig sind“, stellt der Einrichtungsleiter klar.

Genügend Sicherheitsabstand

Alle anderen Besucher (maximal zwei pro Bewohner und Tag) sollten sich an Orten außerhalb der Einrichtung mit den Bewohnern treffen. „Wir haben einige Punkte eingerichtet, wo die Besucher ihre Angehörigen sehen können“, so Wilhelm Winter. Selbstverständlich mit zwei Metern Abstand und für maximal eine Stunde.

Die Besuchszeiten sind täglich von 9.30 bis 11.30 Uhr und 14 bis 17 Uhr. Besucher müssen sich zwingend vorher im jeweiligen Wohnbereich anmelden. Die Pfleger nennen dann einen geeigneten Besuchszeitraum.

Screening-Fragen für Besucher

Körperkontakt zwischen Bewohnern und Angehörigen ist tabu. Das gilt auch für die Besucher bettlägeriger Bewohner. Diese Gäste bekommen einen Schutzanzug und müssen sich zunächst einigen Screening-Fragen stellen.

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Vorgesehen ist maximal ein Besucher auf dem Zimmer pro Tag, der eine Stunde bleiben darf und genügend Abstand halten muss. „So lange wir uns alle an die Regeln halten, können wir auch die Verantwortung tragen“, sagt Wilhelm Winter.

Appell an die Vernunft

Er appelliert aber auch an die Vernunft der Angehörigen, nicht vorbei zu kommen, wenn sie sich krank fühlen. „Wenn ich weiß, dass durch meine Schuld Leute sterben, dann brauche ich gar kein Bußgeld mehr“, mahnt Winter zur Vorsicht.

Falls ein persönlicher Besuch nicht möglich sein sollte, gibt es auch Alternativen. „Wir haben vor kurzem ein paar Tablets angeschafft. Damit können die Angehörigen jederzeit mit den Bewohnern skypen“, so der Einrichtungsleiter.

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