Brückenschlag nach Namibia

Legden 10 000 Kilometer leben sie entfernt, und sind vielen Legdenern doch ganz nahe: die 150 Mädchen und Jungen des Internats "Spes Bona" (gute Hoffnung) in Otjiwarongo. Mit Einzelspenden und den Erlösen der Kleiderbörsen unterstützt der Freundeskreis Namibia der Kolpingsfamilie nicht nur sie, sondern hilft auch, Kindern auf den anderen Missionsstationen des Landes neue Hoffnung zu geben.

09.01.2008, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Brückenschlag nach Namibia

<p>Pater Heinz Ernst (l.) setzt auf Hilfe zur Selbsthilfe. Bei seinem jüngsten Heimaturlaub 2007 suchte er Zangen aus. </p>

Rund 3000 Euro haben Legdener allein 2007 für ihre Freunde in Namibia gespendet, wie der Leiter des Freundeskreises, Gerhard Baumeister, rückblickend feststellt. Hinzu kämen noch etwa 150 Bananenkartons voller hochwertiger Kleidung, die zusammen mit Schreibblöcken, Malheften und anderen von der Firma Venceremos gespendeten Papierwaren den Weg nach Afrika angetreten hatten.

"Allen Spendern kann ich verichern, dass jede Spende, die für bestimmte Zwecke in Namibia gedacht ist, zu hundert Prozent dort auch ankommt", unterstreicht Baumeister. Der Grund dafür: Der Freundeskreis verzichtet auf eine Organisation als Vermittlerin der Hilfe, sondern wendet sich direkt an die jeweiligen Leiter der einzelnen Missionsstationen, die Baumeister durch mehrere Reisen persönlich kennt: Pater Heinz Ernst zum Beispiel. Der Ordensmann leitet seit drei Jahren das Internat "Spes Bona", das seine Schüler zu einem staatlichen Schulabschluss führt.

"Die Kinder kommen aus einem Umkreis von 60 bis 80 Kilometern, ihre Eltern sind zumeist Arbeiter auf den umliegenden Farmen", berichtet er in einem Brief an seine Unterstützer im fernen Legden. Von der Schulbehörde des Landes bekomme jedes Kind einen namibischen Dollar, also weniger als einen Euro. Davon seien Nahrung, Licht, Wasser, Gebäudereparaturen, Bettzeug und Spielmaterialien zu bezahlen, die Betreuung zählt Pater Heinz nicht einmal auf: "Jeder kann ausrechnen, dass das vorn und hinten nicht genügt", stellt er fest.

Endlich groß ist der Bedarf an Hilfe, den Schwester Sieglinde aus Gibeon meldet. Sie leitet eine Nähschule, deren Schüler zum Großteil Aids-Waisen sind. Um auch ohne elterliche Unterstützung zu überleben, gilt es, Fähigkeiten zu erwerben, mit denen sie selbst einmal ihren Lebensunterhalt irgendwie bestreiten können. "Wir unterstützen dieses Projekt mit Nähmaschinen und Handarbeitsartikeln", so Baumeister.

Die Missionsstationen betreuen insgesamt rund 5000 Kinder in dem südwestafrikanischen Land. Die Hilfe aus Legden - ob finanziell oder materiell - fließt immer dorthin, wo sich gerade der größte Bedarf zeigt. Schließlich seien die Stationen miteinander vernetzt und wüssten daher stets ganz genau, wo der Schuh sie am meisten drücke. sy- www.legden-kirchengemeinde.de

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