Friedhelm Kleweken geht mit etwas Wehmut ins neue Jahr und denkt an einen Marathon

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Der letzte Jahreswechsel, der letzte Neujahrsempfang, Pläne, deren Vollendung er nicht als Bürgermeister erleben wird – etwas Wehmut ist dabei, wenn Friedhelm Kleweken ans neue Jahr denkt.

Legden

, 31.12.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Rückblick und Ausblick ist für Bürgermeister Friedhelm Kleweken diesmal besonders. Wenn am 13. September in Legden ein Bürgermeister gewählt wird, ist er nur noch Wahlleiter. Ende Oktober wird er seinen Arbeitsplatz nach 21 Jahren räumen. Wir haben mit ihm über das vergangene Jahr und die Zukunft gesprochen – als Bürgermeister und als Privatperson. Denn für die Zeit danach hat er zwei konkrete Pläne.

Was waren Ihre drei Highlights in diesem Jahr?

  • Die Ausweitung der Brigidenschule. Wir haben kurzfristig den Neubau beschlossen und alle haben mitgezogen. Die Möbel sind bestellt. Im März soll der Umzug sein. 2020 werden wir noch das Außengelände mit der Bushaltestelle qualitativ anpassen. Verkehrssicherheit ist hier der Schwerpunkt. Und noch ein Ausblick. Wir haben weiter eine hohe Geburtenrate. Nicht im kommenden Jahr, aber danach werden wir über einen nächsten Anbau nachdenken müssen. Dabei muss dann auch die OGS miteinbezogen werden.
    Friedhelm Kleweken geht mit etwas Wehmut ins neue Jahr und denkt an einen Marathon

    Der Anbau der Brigidenschule ist fast fertig. Im März soll der Umzug sein. © Ronny von Wangenheim

  • Das Baugebiet Roggenkamp entwickelt sich gerade mit gewaltigen Schritten. Der richtige Bauboom wird im Frühjahr starten. Außerdem sind Häuser mit insgesamt 30 bis 40 Mietwohnungen geplant.
    Friedhelm Kleweken geht mit etwas Wehmut ins neue Jahr und denkt an einen Marathon

    Im Baugebiet Roggenkamp werden die ersten Häuser gebaut, der richitge Boom wird im Frühjahr erwartet. © Ronny von Wangenheim

  • Die Skulpturenroute in Asbeck. Das war zwar nicht die ganz große Investition, muss aber im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Dorfteichs gesehen werden. Es ist ein hochqualitatives Angebot, wodurch sich das Dorf Asbeck wesentlich unterscheidet von anderen Dörfern. Bei einem 1300-Seelen-Dorf vermutet man so ein kulturelles Leben nicht.
  • Und ein viertes Highlight. Wir haben noch kurz vor Weihnachten sechs, sieben Kilometer Wirtschaftswege ausgebaut. Das gab es viele Jahre nicht.


Was werden die Schwerpunkte 2020 sein?

  • Viel Freude hat die Planung zum Rückbau des Stauwehrs Lenfert und die Renaturierung des Mühlenbachs auf 400 Metern gemacht. Hier wird eingesäumt von zwei Baugebieten eine ökologische Oase geschaffen. Mit einer neuen Brücke werden die Gebiete verbunden und diese Oase für Fußgänger oder Radfahrer erlebbar gemacht. Das wird den östlichen Ortskern qualitativ aufwerten.
    Friedhelm Kleweken geht mit etwas Wehmut ins neue Jahr und denkt an einen Marathon

    Der Umbau des Stauwehrs Lenfert gehört zu einem größeren ökologischen Projekt. © Ronny von Wangenheim

  • Schwerpunkt wird auch die Entwicklung kleinerer Wohnbaugebiete sein, wie wir es in der vergangenen Gemeinderatssitzung auf den Weg gebracht haben.
  • In Asbeck wird der Kindergarten um eine Etage aufgestockt. Das Stiftshaus wird wahrscheinlich 2020 noch nicht gebaut. Ob wir den Kunstrasenplatz schon schaffen, steht noch nicht fest. Ich favorisiere hier die große Lösung im Stadion mit Kunstrasenplatz und erneuerter Leichtathletikanlage. Damit eine Gemeinde wächst, muss man auch in Freizeitaktivitäten investieren.

Neujahr beginnt ein neues Jahrzehnt. Was sind da die Herausforderungen für eine Gemeinde wie Legden?

Es wird um die Vernetzung der Nachbargemeinden gehen. Man muss das Kirchturmdenken ablegen und sich als eine Region verstehen und regional handeln. Das ist nicht leicht, weil jeder denkt: Jetzt gebe ich etwas ab. Aber man muss den Mut haben. Man gibt Kompetenzen ja nicht ab. Und deshalb darf ich mein Dorf ja trotzdem lieben.

Was bedeutet das konkret?

  • Wir müssen Digitalisierung interkommunal denken. Wir sind mit Heek und Schöppingen zaghaft auf dem Weg und kaufen zentral IT-Dienstleistungen ein. Hard- und Software wird in allen drei Rathäuser gleich sein. Das Gleiche kann für die Schulen gelten.

  • Angefangen haben wir zaghaft mit E-Carsharing. Das ist noch ein zartes Pflänzchen. Das wird wichtiger, weil Mobilität auch eines der großen Themen für die Zukunft wird.

  • Auch bei den Gewerbeflächen müssen wir regional denken. Wenn eine Kommune für ein Unternehmen keine Fläche hat, dann muss da die Zusammenarbeit funktionieren, um das Unternehmen in der Region zu halten. Man darf natürlich deshalb nicht den Ehrgeiz verlieren, eigene Gewerbeflächen zu entwickeln.

Für Sie kommt im Herbst der Einschnitt, wenn ein neuer Bürgermeister gewählt wird. Ist da jetzt schon etwas Wehmut im Spiel?

Auf jeden Fall. Das ist ein Einschnitt im Leben. Alles ist jetzt immer das letzte Mal. Die letzte Weihnachts-Ratssitzung, die letzte Haushaltseinbringung, der letzte Neujahrsempfang. Man denkt: Was schafft man noch? Man will aber auch nicht zuviel vorwegnehmen, damit der Nachfolger oder die Nachfolgerin die Möglichkeit hat, sich zu entfalten.

Ihre Amtszeit endet offiziell Ende Oktober. Was machen sie am 1. November?

Urlaub.

Haben Sie schon Pläne für die Zeit danach?

Ja, zwei. Ich möchte noch ein Haus bauen, eventuell auch auf dem eigenen Grundstück. Und ich möchte einen Marathon laufen. Mal sehen, ob ich das schaffe. Ich laufe regelmäßig. Berlin wäre mein Ziel. Bei einem Berlinbesuch bin ich durch das Regierungsviertel und das Brandenburger Tor gejoggt, um schon mal ein Gefühl dafür zu haben.

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