Dahlienkönigin weint: Der Blumenkorso 2020 fällt aus wegen Coronavirus

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Die Nachricht verbreitete sich ab Donnerstagnachmittag: Der Blumenkorso-Verein hat den Blumenkorso abgesagt. Dahlienkönigin Nina war erst sehr traurig, hofft aber auf einen Ausweichtermin.

Legden

, 17.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es sollte ihr ganz großer Tag werden. Nina Iking (12) ist die Dahlienkönigin 2020. Die Vorbereitungen für den großen Blumenkorso, ihren besonderen Tag, laufen seit Monaten. Doch am Donnerstagabend bekam sie die traurige Nachricht: Der Dahlienkorso 2020 wird abgesagt.

„Da war ich richtig traurig und habe auch geweint“, sagt die Zwölfjährige am Freitag am Telefon. Da hat sie die erste Trauer schon überwunden. „Klar verstehe ich das. Die Gesundheit der Menschen geht ja vor“, erklärt sie tapfer. Trotzdem: Auf den schönen Wagen und den Umzug durch das Dorf, auf den einen Tag im Rampenlicht, hatte sie schon hingefiebert.

Entscheidung wegen Coronavirus fiel „schweren Herzens“

Britta Kockentiedt, Beisitzerin im Vorstand des Vereins Blumenkorso Legden, erklärt die Hintergründe: „Wir haben uns sehr schweren Herzens dazu entschieden, den Blumenkorso 2020 abzusagen“, sagt sie. Im Verein gehe niemand davon aus, dass das öffentliche Leben bis zum Tag des Blumenkorsos wieder hochgefahren wird. Der hätte eigentlich am 20. September stattgefunden.

Nele Mathmann zog 2017 als Dahlienkönigin durch das Dorf. Das hatte sich auch ihre Nachfolgerin Nina Iking gewünscht. Doch der Korso 2020 wurde wegen des Coronavirus‘ abgesagt.

Nele Mathmann zog 2017 als Dahlienkönigin durch das Dorf. Das hatte sich auch ihre Nachfolgerin Nina Iking gewünscht. Doch der Korso 2020 wurde wegen des Coronavirus‘ abgesagt. © Markus Gehring

„Damit liegen wir natürlich hinter dem Stichtag am 31. August, bis zu dem alle Großveranstaltungen sowieso verboten sind“, so Britta Kockentiedt weiter. Dennoch: Die Abstandsregelungen wegen des Coronavirus einzuhalten, sei beim Korso schlicht unmöglich. „Außerdem haben die Nachbarschaften ja vorher auch gar keine Gelegenheit, die schönen Wagen zu bauen“, sagt sie.

Risiko für eine kurzfristige Absage war zu groß

Und dann ist da ja auch noch die finanzielle Frage: „So ein Korso ist ja mit hohen Kosten und hohem Aufwand verbunden. Und dann das Risiko einzugehen, dass wir ihn kurzfristig absagen müssen, das war uns einfach zu gefährlich.“

Für die Dahlienkönigin Nina sei es natürlich unfassbar traurig. „Wir versuchen, den Blumenkorso im nächsten Jahr nachzuholen“, erklärt Britta Kockentiedt. Ob das klappe, sei aber noch nicht klar. „Bevor wir das klar sagen können, müssen wir erst noch eine Generalversammlung einberufen“, fügt sie hinzu. Auch die war im März wegen der Corona-Krise abgesagt worden.

Ersatztermin wäre 2021 möglich

Ein erstes Datum gibt es aber schon: 19. September 2021. „Das haben wir auch schon den Vereinen, der Feuerwehr und den Kapellen so mitgeteilt“, sagt sie. Details kann sie aber noch nicht nennen. Auch eine Vorstandssitzung des Blumenkorso-Vereins steht noch aus. „Die ist für den 4. Mai geplant – per Skype“, erzählt Britta Kockentiedt.

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Ein Korsojahr ohne Blumenkorso? Das gab es seit 1927 erst einmal: während des Zweiten Weltkriegs. Aber auch eine Situation wie aktuell gab es ja so noch nicht. Auch der geplante Bürgerbrunch im Juli, eine der Veranstaltungen, mit denen der Blumenkorso finanziert wird, musste abgesagt werden.

Dahlienknollenverkauf findet am 9. Mai statt

Eine gute Nachricht gibt es dennoch: Der Dahlienknollenverkauf am 9. Mai kann stattfinden – fast so wie geplant. „Natürlich müssen wir auch da die Abstandsregelungen einhalten und alles etwas entzerren“, sagt Britta Kockentiedt. Dazu wird er auch verlegt. So findet der Markt zum ersten Mal am Kibitzmarkt (gegenüber der Avia-Tankstelle an der B474) statt. Details dazu sollen folgen, sobald darüber beraten wurde.

Alle drei Jahre zieht der Blumenkorso durch Legden. Gesäumt von tausenden Zuschauern. Das war den Veranstaltern in Zeiten der Corona-Krise zu gefährlich.

Alle drei Jahre zieht der Blumenkorso durch Legden. Gesäumt von tausenden Zuschauern. Das war den Veranstaltern in Zeiten der Corona-Krise zu gefährlich. © Markus Gehring

Dort bekommt dann auch Dahlienkönigin Nina zumindest noch einen kleinen Auftritt: Mit der letzten Dahlienkönigin Nele wird sie einen Lieferservice organisieren. So können auch diejenigen an Dahlienknollen gelangen, die zuhause bleiben wollen oder müssen. „Das ist zumindest etwas“, sagt Nina Iking.

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Doch noch mehr freut sie sich auf den möglichen Nachholtermin. Auf den einen Tag, an dem sie in Legden etwas ganz Besonderes sein darf. „Dann kann ich meine Rede halten und mich bei allen bedanken“, sagt sie. Aber bis dahin dauert es noch etwas.

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