Dicht gedrängt im Schulbus: So ist Schutz vor dem Coronavirus schwierig

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Alle Sitzplätze im Bus voll, Schulter an Schulter im Gang – so beschreiben Legdener Schüler ihren Schulweg nach Ahaus. Es gilt der Ferienplan. Schutz vor Corona wird da schwierig.

Legden

, 26.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Bus fährt morgens gegen 7 Uhr von Legden nach Ahaus. Kurz nach 13 Uhr fährt ein Bus in die umgekehrte Richtung. Das war es in Zeiten der Coronakrise. Viel zu wenig, sagen einige Legdener Schüler. In der vergangenen Woche hat sich die Situation zugespitzt.

„Als wir Mittwochmittag nach Legden fuhren, waren alle Sitzplätze belegt. Wir standen Schulter an Schulter im Gang“, berichtet eine 16-jährige Schülerin. Schon vormittags auf dem Hinweg zu ihrer Schule hatte sie vom „Kuschelfaktor“ gesprochen. Zwar trägt jeder wie vorgeschrieben einen Mund-Nasen-Schutz, doch Abstand kann nicht gewahrt werden. Und es lässt sich nicht vermeiden, Haltegriffe oder -stangen anzufassen.

Andere Schüler berichten ähnliches, seitdem der Unterricht in den Schulen wieder begonnen hat. Mit jedem Tag sei die Situation etwas schlechter geworden. Sonja Roßmöller aus Legden ärgert sich als Mutter über die Situation: „Was nutzen halbierte Klassen und viele Schutzmaßnahmen in der Schule, wenn dann alle dicht gedrängt im Bus stehen.“

Bis zum Beginn der Sommerferien gilt bereits der Ferienplan

Für die Linie 781 ist das Busunternehmen Veelker aus Ochtrup zuständig. Seit 7. Mai gilt der Ferienplan, so steht es auf der Homepage des Unternehmens. „Benötigte, schulorientierte Fahrten auf unseren Linien werden weiterhin durchgeführt“, heißt es weiter. Dieser Fahrplan werde weitergeführt bis zum 29. Juni, also bis zum Beginn der Sommerferien. Das Unternehmen war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Auf dem Fahrplan stehen für die Linie 781 an den Schultagen fünf Fahrten. Um 6.09 Uhr, 6.58 Uhr und 13.15 Uhr geht es von Ahaus nach Legden, um 13.05 Uhr ab Ahaus, Canisiusstift, nach Epe und als einzige Fahrt von Legen aus um 7.10 Uhr nach Ahaus.

Normalerweise fahren morgens drei Busse nach Ahaus und auch die, so berichteten in der Vergangenheit immer wieder Legdener Eltern und Schüler, seien oft überfüllt. Jetzt gehen zwar immer nur bestimmte Jahrgänge an einem Tag in die Schule. Doch der eine Bus, so appelliert auch Sonja Roßmöller an das Verkehrsunternehmen, sei zu wenig.

Land NRW hat Hinweise und Verhaltensregeln

Im Bus selbst ist der Platz hinter dem Busfahrer abgesperrt. Andere Beschränkungen gibt es offiziell nicht. Nachdem es anfangs hieß, jeder zweite Sitzplatz müsse frei bleiben, ist dies jetzt offiziell erlaubt.

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In den Hinweisen und Verhaltensregeln des Landes NRW für die Schülerbeförderung heißt es unter anderem:

  • Nehmen Sie in Schulbussen die Sitzplätze geordnet ein – beginnen Sie am hinteren Ende des Fahrzeugs und setzen sich auf die Fensterplätze bis nach vorne.
  • Steigen Sie bei Nutzung des ÖPNV nicht mehr in den Bus ein, wenn der Bus seine Corona-bedingte maximale Kapazität erreicht hat und weichen nach Möglichkeit auf den nächsten Bus aus.
  • Lassen Sie bei Zweiersitzen nach Möglichkeit einen Sitzplatz frei, auch wenn Sie eine Community-Maske tragen.
  • Nehmen Sie vor Abfahrt des Busses die Sitzplätze ein und verlassen diese erst nach Halt des Busses wieder, um unnötige Berührungen mit Haltestangen und –griffen zu vermeiden. Das Tragen von Handschuhen kann hilfreich sein.

„Ich habe schon überlegt, ob ich wieder aussteigen soll“, erzählt die 16-jährige Legdener Schülerin von ihrer Fahrt am Mittwoch. Sie ist mangels Alternativen im Bus geblieben und hat dann gesehen, dass an späteren Haltestellen weitere Schüler einstiegen. Den Hinweisen des Landes – Sitzplätze frei lassen, keine Haltestangen anfassen, Berührungen mit anderen vermeiden – würde sie gerne folgen. Doch im Bus zwischen Legden und Ahaus geht das gerade nicht.

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