Die kleine Modeboutique: „Jeder ist wirklich herzlich willkommen“

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Sie wollten Geflüchteten helfen und das tun sie seit fast fünf Jahren. Aber eigentlich sind sie für alle da. Die kleine Modeboutique am Jugendhaus in Legden freut sich über jeden Besuch.

Legden

, 06.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor über vier Jahren, fast schon fünf, haben Susanne Wolter und Susanne Segbers zusammen die Kleiderkammer Legden eröffnet. Hier sollten Geflüchtete nicht nur Kleidung sondern auch Hilfestellungen bekommen.

Das hat gut geklappt, noch heute kommen viele Flüchtlingsfamilien vorbei. Aber dabei ist es längst nicht geblieben. Und das ist auch gut so, denn die beiden Frauen, die ehrenamtlich arbeiten, möchten gar nicht, dass es nur bei den Geflüchteten bleibt.

Viele trauen sich noch nicht

Als im Jahr 2015 der Flüchtlingsstrom kam, sind die zwei ehrenamtlichen Helferinnen mit ihrer Kleiderkammer in einen Raum des Jugendhauses im Pool gezogen. Dort sammelten sie Kleidung, Bettlaken und vieles mehr für die Geflüchteten. Aber immer wieder seien auch mehr und mehr Einheimische vorbeigekommen „aus Legden, Heek und Coesfeld.“

Susanne Segbers von der „Kleinen Modeboutique" nahm am 24. September Kleiderspenden entgegen, die Aloys Barenbrügge vorbeibrachte. „Vielleicht zieht es ja noch einer an", sagt der Legdener.

Susanne Segbers von der „Kleinen Modeboutique" nahm am 24. September Kleiderspenden entgegen, die Aloys Barenbrügge vorbeibrachte. „Vielleicht zieht es ja noch einer an", sagt der Legdener. © Anne Winter-Weckenbrock

„Eigentlich war es schon immer so, dass wir für alle da sein wollten“, sagt Susanne Wolter. Susanne Segbers nickt und ergänzt: „Viele haben immer gedacht, wir hätten nur Sachen für Flüchtlinge oder sie haben sich nicht getraut, zu uns zu kommen.“

Die kleine Modeboutique

Die Kleiderkammer Legden ist seit mittlerweile zwei Jahren „Die kleine Modeboutique“. Ein Jahr nach der Eröffnung der Kleiderkammer zogen die zwei Frauen mit den gesamten Waren in einen Umkleideraum des Dahliendorfstadions in Legden.

Dort wird „gut erhaltene Second-Hand Kleidung“ angeboten. Die Preise liegen bei einem Euro pro Artikel für Erwachsene und 50 Cent pro Artikel für Kinder. „Bücher und Spielzeug sind kostenlos“, sagt Susanne Segbers.

„Wir sind immer hier“

Die beiden Frauen möchten noch mehr Einheimische in ihre kleine Modeboutique ziehen. „Jeder ist wirklich herzlich willkommen bei uns“, sagt Susanne Wolter. „Zur Kleiderbörse gehen alle einmal im Jahr, wir sind aber immer hier.“

In der kleinen Modeboutique gibt Second-Hand-Kleidung für jeden.

In der kleinen Modeboutique gibt Second-Hand-Kleidung für jeden. © Laura Schulz-Gahmen

Aber trotzdem sind sie natürlich weiterhin für Geflüchtete da und helfen wo sie können: „Wir sammeln ja nicht nur Kleiderspenden, wir helfen auch bei Nachfragen zu Behördengängen“, sagt Susanne Segbers.

Facebook - und Instagram-Aufrufe

Wenn jemand etwas besonderes sucht, dann schauen die beiden Frauen auch, ob sie so etwas bekommen können. „Wir starten dann Facebook- und Instagram-Aufrufe“, sagt Susanne Wolter.

Die Spendenbereitschaft in Legden sei enorm hoch. Vor allem junge Familien mit Kindern spenden viel. Der Austausch zwischen der Gemeinde, dem Jugendhaus und den Geflüchteten sei gut. Auch jetzt sammeln die Frauen bei der kleinen Modeboutique wieder für die Geflüchteten in Moria. „Es wurde bereits viel gespendet“, so Wolter. Derzeit seien schon über 50 Kartons für Moria gesammelt worden. Und 100 Euro gab es für das Flüchtlingscamp, dafür werden überwiegend Hygieneartikel gekauft.

Die kleine Modeboutique

Nordring 37 48739 Legden (direkt neben dem Jugendhaus „Pool“) Tel. 0157/55123775 oder 0151/54044636 auf Instagram ist die kleine Modeboutique noch unter kleiderkammer.legden zu finden. Öffnungszeiten: donnerstags 17 bis 19 Uhr & nach Vereinbarung
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