Dinkel mäandert jetzt an Profilan vorbei

hzRenaturierung

Die Dinkel wird in Legden auf 400 Metern Länge ökologisch aufgewertet. Damit schafft Profilan einen Ausgleich zum Bau von neuen Hallen. Jetzt kann die Dinkel ihren alten Verlauf wiederfinden.

Legden

, 08.11.2019, 19:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ein idyllisches Bild, dass sich an der Dinkel ganz in der Nähe der Firma Profilan bietet. Der Fluss breitet sich aus, fließt rechts und links an einer kleinen Insel vorbei in einem neuen Flussbett. Möglich macht dies die Renaturierung. Dafür wurden 8000 Tonnen Erde bewegt.

Der Umbau der Dinkel ist Bestandteil des Bebauungsplans, der zur Erweiterung der Firma Profilan aufgestellt wurde. Das Unternehmen baut drei neuen Hallen. So dient die Renaturierung als Hochwasserschutz und zugleich als ökologischer Ausgleich für die Baumaßnahme.

Ökologischer Ausgleich direkt vor Ort

Es ist nicht selbstverständlich, dass dieser Ausgleich so direkt an der Gewerbefläche geschaffen werden kann. Für die Firma Profilan, die die Renaturierung finanziert, ist das wirtschaftlich sinnvoll. So musste die ausgebaggerte Erde nicht abtransportiert werden, sondern wurde auf der Baufläche verteilt.

Jetzt lesen

Die Ingenieurgesellschaft Flick hat die Fläche auf einer Länge von 400 Metern im Sinne von Natur und Landschaft neu überplant und mithilfe der Firma Gala-Bau Vortkamp umgesetzt. Sie grenzt an den Teil der Dinkel an, der nah an der B 474 bereits vor einigen Jahren renaturiert wurde – damals als Ausgleich für den Industriepark A 31.

„Ein Gewinn für die Landschaft“

Geschaffen wurde eine Sekundäraue. „Natürliche Retentions-Auen gehen uns heute verloren“, erläutert Hans-Georg Flick. Bürgermeister Friedhelm Kleweken ist beim Ortstermin begeistert: „Das ist ein Gewinn für die Landschaft.“

Die Dinkel wurde in ihrem Verlauf verändert und mäandert jetzt viel mehr. Vielleicht so wie früher: Hans-Georg Flick hat in historischen Karten von 1824 den alten Verlauf entdeckt und versucht, sich daran zu halten. „Ab jetzt kann die Dinkel tun und lassen., was sie will“, sagt er.

Fische sitzen schon unter dem Totholz im Wasser

Lediglich an einigen Stellen wurde Totholz eingebracht, um den Stromstrich zu lenken. „Dort ist ein Hotspot für Fische und Makrobozenthos, also kleinere Lebewesen wie Köcherfliegenlarven“, berichtet Hans-Georg Flick: „Bei der Begehung haben wir festgestellt, dass schon die ersten Fische unter den Baumstämmen sitzen.“

Fünf Jahre braucht es, so der Diplom Ingenieur, bis sich ein endgültiges Bild der Dinkel ergibt. Flick: „Man muss Geduld haben.“ Die Natur wird sich selbst überlassen. Lediglich einige Weiden werden noch als Abschirmung zu den neuen Profilan-Hallen gepflanzt.

Lesen Sie jetzt