Kunstrasenplatz in Legden – Diskussion über große und kleine Variante

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Von dem Bau eines Kunstrasenplatzes in Legden würden vor allem der SuS Legden und Germania Asbeck profitieren. Über die große Variante würde sich auch eine Schule freuen.

Legden

, 28.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Als Christian Dieker bei der Sitzung des Gemeinderats von den Plänen des Kunstrasenplatzes in Legden hörte, freute er sich sehr. „Dann hätten wir die Möglichkeit, die lange Spielpause im Winter zu überbrücken. Meist hatten wir in den letzten Jahren eine Pause von bis zu vier Monaten“, sagt der Vorsitzende des SuS Legden.

Vor kurzem wurde eine Machbarkeitsstudie für den Bau eines Kunstrasenplatzes vorgestellt. Dabei kommen zwei Varianten in Frage. Möglichkeit eins: Der Kunstrasenplatz entsteht auf dem Rasenplatz 2 des Geländes am Dahliendorfstadion. Das Spielfeld würde 64 mal 100 Meter groß. Hier könnten zwei Jugendspielfelder entstehen. Dazu kommt eine Flutlichtanlage. Kosten: rund 750.000 Euro.

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Die Alternative: Hierbei würde der Kunstrasenplatz im Dahliendorfstadion im Bereich der Kampfbahn entstehen. Der Unterschied: Der Platz wäre 68 mal 105 Meter groß. Damit wäre verbunden, dass auch die Laufbahnen neu als Kunststoffbahnen entstehen würden. Hierbei wären sogar drei Jugendspielfelder möglich – oder es könnte ein Beach-Volleyballfeld mit Sand, das auch beim Kugelstoßen eingesetzt werden kann, gebaut werden. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 1,2 Millionen Euro.

Mannschaften können länger trainieren

Vom Bau würden neben dem SuS auch Germania Asbeck profitieren. Helmut Reckers, Vorsitzender von Germania Asbeck, ist begeistert von den Plänen. „Sicher hat ein Kunstrasenplatz Vorteile für uns. Die Mannschaften könnten länger trainieren und auch Spiele könnten jederzeit stattfinden. Der Vorteil ist dann auch, dass Spiele auch noch um 17 Uhr stattfinden können, wenn der Kunstrasenplatz zusammen mit einer Flutlichtanlage entsteht.“

Kunstrasenplatz in Legden – Diskussion über große und kleine Variante

Variante eins: Der Rasenplatz, der momentan als Ausweichplatz genutzt wird, wird zu einem Kunstrasenplatz umgebaut. Dazu entsteht eine Flutlichtanlage. © Ronny von Wangenheim

Auf einen klaren Favoriten haben sich die beiden Vereine noch nicht festgelegt. „Wir haben bei der Sitzung des Gemeinderates zum ersten Mal von dem Gutachten gehört. Deswegen müssen wir uns jetzt erstmal im Vorstand über die Varianten beraten. Sicher ist es immer eine Kosten-Nutzen-Frage, die an erster Stelle steht“, sagt Christian Diekes.

Bei Germania Asbeck sieht man das ähnlich: „Ich möchte mich nicht so pauschal auf eine Variante festlegen, die ich favorisiere. Man muss das Ganze differenziert betrachten. Wir von Germania Asbeck sind ein kleiner Breitensportverein und haben damit ganz andere Voraussetzungen als der SuS Legden“, erklärt Helmut Reckers.

Schule könnte profitieren

Fakt ist: Von der „großen“ Variante mit neuen Kunststoffbahnen würden gleich mehrere Institutionen und einige Abteilungen der SuS Legden profitieren. Das gilt beispielsweise für die Sekundarschule Legden-Rosendahl. Diese liegt unmittelbar in der Nähe des Sportzentrums Legden. Die neuen Laufbahnen könnten dann neben dem Schulsport auch für die Durchführung des Sportabzeichens und für die Bundesjugendspiele genutzt werden.

Über allen Plänen und Gedankenspielen schwebt die Frage der Finanzierung. Bürgermeister Friedhelm Kleweken stellte bei der Sitzung des Gemeinderates ein neues Programm für Stadtentwicklung im ländlichen Raum vor. Hierbei sind bis zu 65 Prozent Förderung – allerdings maximal 500.000 Euro pro Projekt - möglich.

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„Wenn die Bezirksregierung zustimmt und wir die 65 Prozent Förderung erhalten, wäre damit schon ein großer Schritt getan“, sagt Helmut Reckers von Germania Asbeck, der sich noch nicht dazu äußern wollte, ob der Verein das Projekt finanziell unterstützt. Sein Pendant vom SuS Legden meint: „Bezüglich der Kosten sind wir völlig im Klaren, dass wir etwas dazu steuern werden. Das kann jedoch nur im Rahmen unserer Möglichkeiten passieren und es muss darüber Einigkeit im Vorstand herrschen.“

Was passiert mit den Bäumen?

Für den SuS gibt es zudem noch einige Fragen, die vor dem Start der Baumaßnahmen geklärt werden sollten. Was passiert beispielsweise, wenn der Legdener Mühlenbach mal über die Ufer tritt? „Das geschieht vielleicht nur alle zehn Jahre einmal, aber trotzdem sollte man darauf Antworten haben“, sagt Christian Dieker. Außerdem entstehe die Frage, was mit den Bäumen am Rand des Sportplatzes passiert, wenn Platz zwei umgebaut wird – bleiben sie stehen oder nicht?

Wie geht es jetzt weiter? Zunächst soll geprüft werden, ob man den Umbau zum Kunstrasenplatz und die Erneuerung der Kampfbahn als zwei Projekte fördern lassen kann. Beide Vereine kommen zu Vorstandssitzungen zusammen. Im Anschluss wird Bürgermeister Kleweken Gespräche mit dem SuS und Germania sowie dem Gemeindesportverband führen. Läuft alles optimal, könnte im Sommer mit den Arbeiten begonnen werden.

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