Eichen an Heeker Straße fallen der Säge zum Opfer

Naturschutzbund verärgert

Stattliche Bäume liegen auf einem Acker. Entlang der Straße zeugen nur noch die Baumstümpfe von einem radikalen Holzschnitt. An der Heeker Straße zwischen Legden und Asbeck hat die Kettensäge zugeschlagen. Etliche Eichen sind ihr zum Opfer gefallen. Der Holzschnitt war zwar rechtlich einwandfrei, treibt aber den Naturschutzbund (NABU) auf die Palme.

ASBECK

, 12.01.2015, 18:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Das muss in den vergangenen Tagen passiert sein", sagt Jürgen Kruse, Mitglied im Heimatverein Asbeck und beim NABU in Legden. Er ist regelmäßig auf der Straße unterwegs und ärgert sich über die radikale Aktion. Besonders schlimm findet er, dass die gefällten Bäume gesund waren und in direkter Nähe eines Landschaftsschutzgebietes standen.

Der NABU im Kreis Borken protestiert seit Jahren vehement gegen die radikale Abholzung von Bäumen und Hecken entlang von Straßen und Feldern. Natürlich müsse die Straße verkehrssicher gehalten werden, der Naturschutz dürfe dabei aber nicht zu kurz kommen.Verkehrsgefährdung ausschließen

Für Straßen gilt, dass sie bis zu einer Höhe von vier Metern frei bleiben müssen. Hecken und Bäume müssen entsprechend zurückgeschnitten werden, um eine Gefährdung des Verkehrs auszuschließen. Entlang der Straße weisen mehrfach Schilder daraufhin, dass diese Höhe durch Bäume eingeschränkt sein kann. Ein Hinweis an Auto- und vor allem Lastwagenfahrer. Der NABU räumt auch ein, dass Besitzer von Bäumen, die den Verkehr gefährden, bei einem Unfall sogar haftbar gemacht werden können. Das radikale Fällen der Bäume hält er trotzdem nicht für die gangbare Lösung. Bäume und Sträucher entlang der Straßen seien nicht nur Lebensraum zahlloser Tiere, sondern eben auch Teil der münsterländischen Landschaft. Der vorsichtige Rückschnitt der alten Bäume sei in jedem Fall vorzuziehen - auch wenn er aufwändiger sei als das immer noch verbreitete "Auf-den-Stock-setzen".Kreis nicht beteiligt

Der Kreis Borken, der entlang der Kreisstraßen auch für die Pflege und den Rückschnitt der Bäume und Hecken zuständig ist, kann zu den gefällten Bäumen allerdings nichts sagen. "Von uns war dort niemand tätig", sagt Ellen Schlütter, Pressesprecherin des Kreises auf Anfrage. Allerdings habe ein Grundstücksbesitzer beim Kreis umfangreiche Holzschnittarbeiten angekündigt. Demnach befanden sich die Bäume im Privatbesitz. Für den Baumschnitt entlang der Landstraßen ist normalerweise der Kreis Borken verantwortlich. Nur wenn die Bäume auf privatem Grund stehen, ist der jeweilige Eigentümer für die Pflege zuständig. Die Gehölzpflege muss vor dem 1. März abgeschlossen sein. Dann greifen die Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes. So soll der Lebensraum und die biologische Vielfalt erhalten werden.

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