Lotte Korten hat während der Coronapandemie eine Ausbildung zur Malerin bei Stefan Hellkuhl begonnen. © Laura Schulz-Gahmen

Eine Ausbildung während Corona hat für eine Legdenerin auch Vorteile

Die Pandemie hält uns Menschen seit über einem Jahr in Schach. Eine Legdenerin hat in dieser Zeit ihre Ausbildung begonnen und kann sich im Distanzunterricht viel besser konzentrieren.

Während Corona fühlt sich vieles anders an, weil man nicht viel unternehmen kann. Selbst die Arbeit von vielen Menschen ist durch die Coronapandemie nicht mehr wie früher.

Lotte Korten (16) aus Legden macht eine Ausbildung zur Malerin bei Malermeister Stefan Hellkuhl. Sie ist im ersten Lehrjahr und hat ihre Ausbildung mitten in der Coronapandemie begonnen.

Praktikum mit 14 Jahren

Bereits mit 14 Jahren hat die Legdenerin im Unternehmen ihres heutigen Chefs ein Praktikum gemacht, „da war ich in der 9. Klasse“, erzählt sie im Gespräch mit der Redaktion. Der Grundstein für eine Ausbildung zur Malerin war also früh gelegt, könnte man jetzt denken, aber Lotte Korten war fleißig und hat einige Praktika absolviert: „Ich hab eins in einer Parfümerie gemacht, dann in einem Bürojob und ich habe ein Tagespraktikum bei einem Friseur gemacht“, sagt die 16-Jährige.

Aber das war alles nicht so ihr Ding. Sie erinnerte sich an ihr Praktikum aus der 9. Klasse, das sie bei Stefan Hellkuhl absolviert hatte. Diese Arbeit hatte ihr am besten gefallen und sie entscheid sich, eine Ausbildung als Malerin anzufangen.

„Dafür muss man der Typ sein“

Die Mischung aus Kundenkontakt, dem Arbeiten draußen und drinnen und, dass sie am Ende sehen kann, welche handwerkliche Arbeit sie selbst geleistet hat, ist der Grund, warum sie sich für diesen Beruf entschieden hat. Bis heute gefällt Lotte das Tapezieren und Streichen sowie das verlegen von Designböden wie PVC am besten.

Stefan Hellkuhl kennt seine heutige Auszubildende schon ein Weilchen und sagt dazu: „Dafür muss man auch der Typ sein.“ Die Arbeit selbst ist für Lotte Korten nicht viel anders, als wenn keine Pandemie wäre. „Im Vergleich zu anderen Branchen hatten wir ja den Vorteil, dass wir durcharbeiten konnten“, so Stefan Hellkuhl. Das einzige, was ausgefallen ist im vergangenen Jahr, waren teambildende Maßnahmen wie etwa ein Grillfest und die Weihnachtsfeier. „So etwas fehlt natürlich einfach“, so Hellkuhl.

Distanzunterricht stört Auszubildende nicht

Die Arbeit selbst mag nicht viel anders von der Hand gehen, die Schule hingegen schon. Während ihrer Ausbildung zur Malerin geht Lotte Korten zweimal pro Woche zur Berufsschule. Von November 2020 bis Februar 2021 war sie komplett im Distanzunterricht.

Man würde vermuten, dass sie das gestört habe, aber das tat es nicht. Auch heute im Wechselunterricht, heißt die Hälfte der Klasse ist im Präsenzunterricht und die andere Hälfte lernt von Zuhause, kommt sie weiter gut mit der Situation zurecht.

Zuhause bekommen die Berufsschüler Aufgaben, die sie bis mittags erledigt haben müssen. Wenn sie Hilfe benötigen, können sie sich jederzeit an die Lehrer wenden, denn über die Plattform Teams könne sie ihren Lehrern Fragen stellen. Eigentlich hatte Lotte nach ihrem Abschluss keine Lust mehr auf Schule, sie fing die Ausbildung zur Malerin bei Stefan Hellkuhl an. Aber durch den Distanzunterricht fällt ihr das Lernen leichter. „Zuhause kann ich mich komplett besser konzentrieren als in der Schule. Da stört mich keiner“, sagt Lotte Korten.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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