Flüssiger Schatz von Legden-Wehr soll bald gehoben werden

Trinkwasserreservoir

Ein Schatz liegt tief unter der Wiese in der Bauerschaft Wehr verborgen. Ein großer, uralter und flüssiger Schatz: kostbares Grundwasser in bester Qualität. Seit drei Jahren zapfen ihn die Stadtwerke Ahaus probeweise für die Trinkwassergewinnung an. Jetzt mündet das wasserrechtliche Genehmigungsverfahren "Düstermühle Süd" in die entscheidende Phase.

LEGDEN/AHAUS/HEEK

, 19.08.2015, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Johannes Stentrup zeigt den schlichten Aluminium-Deckel – mehr ist von der Wassergewinnung „Düstermühle Süd“ nicht zu sehen.

Johannes Stentrup zeigt den schlichten Aluminium-Deckel – mehr ist von der Wassergewinnung „Düstermühle Süd“ nicht zu sehen.

Es geht um eine große Fördermenge: um stündlich 840000 Liter. Das sind im Jahr 250 Millionen Liter oder 250000 Kubikmeter. Darum hat die Obere Wasserbehörde bei der Bezirksregierung in den vergangenen drei Jahren akribisch geprüft, wie sich die Wasserentnahme auswirkt.

Sie kommt dabei zu dem Schluss, dass "es zu keinen Absenkungen" im oberflächennahen Grundwasser kommt. Schäden für die Vegetation und die landwirtschaftlichen Erträge seien also nicht zu erwarten. Die entsprechenden Gutachten werden jetzt öffentlich ausgelegt.

185 Meter tief

Wie das trotz der großen Entnahmemengen möglich ist, erklärt Johannes Stentrup, technischer Leiter der Stadtwerke Ahaus: "Unsere Brunnenbohrung reicht 185 Meter tief in die Erde. Das Wasservorkommen in der Tiefe hat keine direkte Verbindung zum Oberflächenwasser." Untersuchungen haben ergeben, dass das Wasser in der Tiefe bereits seit über 12000 Jahren ruht.

Die fehlende Verbindung zum Oberflächenwasser hat noch einen zweiten positiven Nebeneffekt: Das Tiefengrundwasser ist - anders als das in Wüllen-Ortwick gewonnene Wasser -, frei von Nitratbelastungen aus der Landwirtschaft.

Kein Neuland

Die Wassergewinnung an der Düstermühle ist für die Stadtwerke kein Neuland. 1988 und 1996 wurden im Wassererfassungsgebiet bereits zwei Tiefenbrunnen abgeteuft, die nach der wasserrechtlichen Genehmigung insgesamt 500000 Kubikmeter Wasser fördern durften.

Im Zuge der Genehmigung des neuen, dritten Brunnens wird die Fördermenge der alten Brunnen auf 250000 reduziert, sodass die Gesamtfördermenge an der Düstermühle unverändert bleibt.

Wasser für Heek und Ahaus

Und was passiert mit dem geförderten Grundwasser? Es wird zunächst in unterirdischen Rohren zum Wasserwerk Heek gepumpt, wo es enteisent und enthärtet wird. Dann wird es in die Trinkwassernetze für Ahaus und Heek eingespeist. "Das Wasserrecht kennt keine Gemeindegrenzen", erklärt Stentrup. Das Eigentum an der Fläche sei entscheidend. Und die gehört den Stadtwerken, die bereits 1998 27 Hektar Weideland inWehr erwerben konnte.

Und warum wird Legden nicht mit dem Wasser aus Wehr versorgt? Das hat historische Gründe: Die Gemeinde Legden hat sich schon 1979 wie auch die Gemeinde Rosendahl an die Coesfelder Trinkwasserversorgung angeschlossen. Das ist praktisch: Vom Hochbehälter in Holtwick kann das Trinkwasser mit natürlichem Gefälle nach Legden fließen.

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