Frau überlebt Zug-Kollision

Legden Eine Frau sitzt am Straßenrand. Ihr PKW liegt stark beschädigt neben dem Gleisbett. Der Zug, mit dem der Wagen der Gescheranerin kollidierte, steht hundert Meter entfernt. Diese Situation bot sich den 30 Legdener Feuerwehrmännern gestern Morgen auf der Stadtlohner Straße.

14.01.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Frau überlebt Zug-Kollision

<p>Nur noch ein Haufen Schrott ist von dem Kleinwagen der Gescheranerin nach dem Zusammenstoß mit dem Zug übrig. Herbers</p>

Ein Schreckensszenario - mit gutem Ende, wie sich kurz darauf herausstellte. Denn die 27-Jährige, die gegen 7.15 Uhr in Richtung Büren unterwegs war, blieb so gut wie unverletzt und konnte das Ahauser Krankenhaus nach ambulanter Behandlung wieder verlassen.

Doch was war geschehen? Obwohl das Blinklicht der Anlage rot leuchtete, fuhr die Frau auf den Übergang - den herannahenden Zug sah sie dabei nicht. Der Zugführer versuchte zwar, das Fahrzeug zu stoppen. Trotzdem kam es zum folgenschweren Zusammenprall mit dem Triebwagen der Bahn. Der PKW blieb stark deformiert auf dem Grünstreifen liegen. Die Bilanz: rund 72 000 Euro Schaden.

Glück im Unglück hatten auch die restlichen Beteiligten: Weder der 39-jährige Bahnmitarbeiter noch einer der 49 Reisenden wurde verletzt. Während Notfallmanager der Deutschen Bahn die Strecke sperrten und die Polizei die K 33 für mehrere Stunden komplett abriegelte, konnten die Fahrgäste mit Bussen weiter transportiert werden.

Hoch frequentiert

"Den Zusammenprall selber habe ich heute morgen nicht gehört. Erst als meine Tochter sagte, dass sie die Feuerwehr gesehen hat, bin ich aufmerksam geworden", erklärt Anwohner Josef Hintemann. Für ihn und weitere Bewohner entlang der Bahnstrecke ein Ärgernis, dass in den vergangenen Jahren an mehreren Übergängen in Legden halbseitige Schranken angebracht wurden - nicht aber an der Kreisstraße 33: "Für uns stellt sich die Frage, warum in Bauerschaften Schranken aufgestellt werden, nicht aber an so einer hoch frequentierten Straße, wo sich schon mehrmals schwere Unfälle ereignet haben", meint Hintemann, der selber viele Jahre bei der Legdener Feuerwehr war. Die Schranke soll kommen - bis 2010, erklärte Jürgen Kugelmann von der Deutschen Bahn auf Nachfrage. Aber nur, weil die Technik auf der Strecke dies erfordere.

Der Kreis Borken, der sich wie Bahn und Bund finanziell beteiligen muss, hat bereits signalisiert, sich an den Kosten zu beteiligen, wie Sprecherin Andrea Hertleif mitteilte. Eins stellt Kugelmann jedoch klar: "Die Strecke ist an dieser Stelle sicher, so wie sie ist." kh

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