Annegret Kersting zählt Rosen zu ihren Lieblingsblumen. © Ronny von Wangenheim
Garten

Für Annegret Kersting ist Gartenarbeit wie eine Meditation

Unkraut jäten ist für Annegret Kersting keine lästige Arbeit. Wenn sie in ihrem Garten unterwegs ist, ist das für die Asbeckerin die pure Erholung. Auch viele Tiere fühlen sich hier wohl.

Kinderlachen und Trubel gehören zum Alltag von Annegret Kersting. Sie liebt ihre Arbeit als Erzieherin. Und sie liebt die Zeit in ihrem Garten. „Da kann ich abschalten nach der Arbeit. Das ist für mich wie eine Art Meditation.“ An einem Holzgestell hängt ein Spruch: „Ein schöner Garten wischt den Staub des Alltags von der Seele“. Das passt.

Auch Annegret Kersting gehört zu den Menschen, die in Zeiten von Corona ihren Garten noch mehr schätzen und dort gerne ihre Zeit verbringen. Für unsere Serie, in der die Redaktion für ihre Leser Tore zu privaten Garten öffnet, waren wir bei der Asbeckerin zu Gast.

Blumenbeete statt Sandkasten und Fußballtor

Vor 40 Jahren haben Annegret Kersting und ihr inzwischen verstorbener Mann Helmut das Haus am Kirschenesch gebaut. Es gab Jahre, das sah der Garten ganz anders aus. „Er war auf unsere drei Kinder ausgerichtet“, erzählt sie. Sandkasten und Fußballtor waren wichtig. Und der Gemüsegarten war auch noch größer.

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Im Garten von Annegret Kersting in Asbeck

Vor 20 Jahren hat das Ehepaar den Garten dann mit viel Liebe umgestaltet. Vieles findet hier Platz. Blumen, Bäume, eine kleine Mauer, viele Dekoelemente. Große Bereiche sind dicht bepflanzt und damit pflegeleicht. Aber auch Unkraut darf hier und da gedeihen.

Im Juni zeigt sich der Garten in seiner ganzen Pracht. Der Frauenmantel streckt sich mit seinen gelben Blüten aus, Heidenelken blühen in leuchtendem Pink und einige der Rosen sind mit ihrem roten und weißen Blütenblättern ein absoluter Hingucker. Hier hat Annegret Kersting kleine Tontöpfe aufgehängt, die mit Heu gefüllt sind.

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Garten-Kersting

„Damit locke ich Ohrenkneifer an“, erzählt sie. Und die wiederum dezimieren die Zahl der Läuse. Auch der Lavendel am Boden soll die Läuse vertreiben. Denn Chemie will die Asbeckerin nicht in ihren Garten lassen. Wie gut, dass der Buchsbaumzünsler ihre vielen Buchsbaumkugeln noch nicht entdeckt hat.

Unkrautjäten ist für Annegret Kersting die beste Medizin

Unkraut wird deshalb auch per Hand entfernt. „Das mache ich so gerne. Dabei kann ich ganz viel an Schönes denken. Das ist die beste Medizin“, sagt sie und lächelt. Manchmal sitze sie auch auf der Holzbank und lese: „Aber meistens habe ich die Hacke in der Hand und gehe einmal rund.“

Alte Bahnschwellen werden zum Blickfang.
Alte Bahnschwellen werden zum Blickfang. © Ronny von Wangenheim © Ronny von Wangenheim

Viele Dekoelemente fallen ins Auge. Zwei Bahnschwellen sind ein Blickfang. „Früher hatten wir Beete damit eingefasst, das machte man damals so. Zwei haben wir behalten“, so die Asbeckerin. Vieles wurde ihr geschenkt. Neben einem kleinen Steinbrunnen, der vor sich hin plätschert, steht eine Eule aus Stein und Metall. „Die hat mein Bruder gemacht“, erzählt sie. Dann zeigt sie auf eine Pflanzschale mit röhrenden Hirschen. „Die habe ich bei einer Wildverlosung gewonnen.“

Gemüsegarten ist in Coronazeiten sehr wichtig

Wichtig ist der 63-Jährigen ihr Gemüsegarten, auch wenn er nicht mehr so groß wie früher ist. „Ich will mich gesund ernähren“, sagt sie,. „Jetzt in der Coronazeit habe ich noch etwas mehr gemacht.“ Und so erntet sie hier Salat, Mangold, Kartoffeln, Bohnen und Zucchini oder pflückt im Gewächshaus Tomaten, Gurken und Paprika. Auch Erdbeeren wachsen hier. Und wenn die Ernte zu groß ist, da werden Tomaten oder Gurken einfach verschenkt. „Oder ich mache sie ein.“

Auch ein Gemüsegarten und ein Gewächshaus gehören dazu.
Auch ein Gemüsegarten und ein Gewächshaus gehören dazu. © Annegret Kersting zählt Rosen zu © Annegret Kersting zählt Rosen zu

Blicke in den Garten werfen

  • Die Redaktion der Münsterland Zeitung möchte gerne für ihre Leser Blicke in Gärten, auf Terrassen oder Balkone werfen, die sonst der Öffentlichkeit verborgen bleiben.
  • Haben Sie ein grünes oder bunt blühendes Paradies? Züchten Sie besondere Pflanzen oder gar Gemüse?
  • Wer seinen Garten vorstellen möchte, wird gebeten, sich per E-Mail an redaktion@muensterlandzeitung.de an die Redaktion zu wenden.

Unbeeindruckt von den Menschen, die durch den Garten schlendern, hüpft eine kleine Bachstelze über den Rasen und lässt den Schwanz wippen. „Sie haben ihr Nest unter der Voltaikanlage“, erzählt Annegret Kersting. Aber auch der Zaunkönig hat in ihrem Garten ein Nest, Buchfinken und Grünfinken tauchen hier auf und ab und zu kommt aus dem nahen Wald ein Buntspecht und sitzt am Stamm des Kugelahorns. Weiter hinten im Garten wird seit Jahren immer wieder ein Igelhaus bevölkert. „Das sehe ich an angeknabberten Schneckenhäusern.“ Und zwischen den Steinen einer kleinen Mauer schauen immer mal kleine Mäuse heraus.

Im Lebensbaum tummeln sich viele Vögel

Gut im Blick aus ihrem Küchenfenster hat Annegret Kersting einen Lebensbaum. Eigentlich findet sie ihn schäbig. Aber er muss bleiben. Denn in ihm sitzen im Winter viele Vögel, weil direkt davor ein Vogelhäuschen steht. „Da gucken manchmal sieben, acht Köpfchen raus und schauen, ob der Futterplatz frei ist“, erzählt sie.

Ein Blick in den Garten von Annegret Kersting.
Ein Blick in den Garten von Annegret Kersting. © Ronny von Wangenheim © Ronny von Wangenheim

Im Garten sitzen mit Blick auf viel Grün, das entschleunigt und bringt die Muße für ein entspanntes und offenes Gespräch. Annegret Kersting kann vieles erzählen. Von ihrem Garten, ihrer Familie oder ihrer Arbeit im Kindergarten St. Margareta in Asbeck. Bald wird sie in Rente gehen. Dann wird sie noch mehr Zeit haben für ihre Hobbys. Basteln, Handarbeiten, Fahrradfahren und die Gesellschaft zum Beispiel im Kegelclub oder der Nachbarschaft gehören dazu. Ganz vorne steht die Liebe zu Blumen. Und die sieht man ihrem Garten an.

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen
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