Gerd Heuser will, dass Kunden die Legdener Händler online finden können

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Einzelhändler und Dienstleister hat der unabhängige Bürgermeisterkandidat Gerd Heuser am Freitag besucht. Es ging um Leerstand, den Dahlientaler und einen Online-Marktplatz für Legdener Firmen.

Legden

, 04.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gerd Heuser möchte am 13. September zum Bürgermeister gewählt werden – um Stimmen wirbt er auch persönlich. Der Wahlkampf ist sozusagen auf der Zielgeraden, und auch am Freitag (4. September) ist er im Legdener Ortskern unterwegs. Einzelhändler und Dienstleister möchte er besuchen und fragen, was er für sie tun könnte, wenn er zum Verwaltungschef gewählt wird.

Es ist kurz nach 11 Uhr, Josef Völker lädt gerade frische Herbstware aus vor seinem Bekleidungsgeschäft. Gerd Heuser begrüßt den Asbecker beim Vornamen, man kennt sich. „Na, Josef, was macht der Laden?“ Josef Völker flüchtet sich in Galgenhumor: „Die Frequenz ist riesengroß.“

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Aber die beiden werden schnell ernst. „Es ist schon eine angespannte Situation“, erklärt der Einzelhändler. Erst der Lockdown wegen Corona, „und jetzt fällt uns auch noch der einzige verkaufsoffene Sonntag weg“, sagt Völker mit Blick auf den abgesagten Dahlienkorso.

Gerd Heuser bringt den Dahlientaler ins Spiel: „Ist der Gutschein gut angekommen?“ Josef Völker muss passen. Er müsse seine Kundschaft noch darauf hinweisen, dass es einen zu 25 Prozent von der Gemeinde bezuschussten Gutschein gibt. „Das ist mir nicht publik genug“. Da will der unabhängige Bürgermeisterkandidat nachhaken.

Nächstes Thema: der Leerstand. Gerd Heuser und Josef Völker schauen die Hauptstraße hoch rund runter. „An dieser Seite sind wir alleine“, stellt der Einzelhändler fest. „Viel Arbeit“ sei es, Geschäftsleute zum Ansiedeln zu bringen, meint Völker. Ein Drogeriemarkt, da ist er sich mit Gerd Heuser einig, wäre gut. Ein Frequenzbringer.

Legdener Händler sollen online gefunden werden können

„Und man muss die Läden finden“, sagt der Bürgermeisterkandidat. Er würde als Bürgermeister sofort eine Internetseite, eine Art Online-Marktplatz, installieren, „gerade auch für Kleinunternehmen“. Diesen sollte es möglich gemacht werden, gefunden zu werden, und das sollte die Gemeinde auch finanziell unterstützen, findet Gerd Heuser.

Offene Ohren findet der UWG-Bürgermeisterkandidat beim Einzelhändler für seine Idee, die Wila und den Verkehrsverein zusammenzufassen, um Synergieeffekte zu nutzen. „Das gehört unter ein Dach“, findet auch Josef Völker.

Er würde gerne noch mal einen Anlauf versuchen, um im Frühjahr eine Veranstaltung mit verkaufsoffenem Sonntag zu initiieren. „Da gäbe es doch genug Möglichkeiten“. Diesbezüglich würde er auch die Gemeinde mit im Boot sehen, gibt er Gerd Heuser mit auf den Weg.

Der Kandidat steuert seinen nächsten Termin an: Er hat sich bei der Physiotherapiepraxis von Stefan Wittland angemeldet. Dort läuft das alltägliche Geschäft, wie Heuser vom Heilpraktiker für Physiotherapie erfährt, aktuell wieder normal. „Im März und April war es sehr schwierig“, blickt Stefan Wittland zurück.

Die Patienten und Kunden waren zurückhaltend

Physiotherapiepraxen sind systemrelevant und durften geöffnet bleiben. Zwei Monate Kurzarbeit mussten trotzdem verhängt werden, die Patienten waren zurückhaltend. „Die Unsicherheit war das größte Problem. Und es war schwer, an Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel zu kommen“, sagt der Physiotherapeut.

Auch in seiner Praxis, wo bis zu 40 Prozent der Kunden privat zahlen, kann der bezuschusste Dahlientaler eingelöst werden. „Nicht verkehrt“, lobt Stefan Wittland das Instrument.

UWG-Bürgermeisterkandidat Gerd Heuser (r.) besuchte Stefan Wittland in seiner Praxis für Physiotherapie. Diese war zu Corona-Zeiten systemrelevant.

UWG-Bürgermeisterkandidat Gerd Heuser (r.) besuchte Stefan Wittland in seiner Praxis für Physiotherapie. Diese war zu Corona-Zeiten systemrelevant. © Anne Winter-Weckenbrock

Seit dreieinhalb Jahren ist er in Legden, und auf Nachfrage von Gerd Heuser stellt er fest, dass die Zusammenarbeit mit der Gemeinde „okay“ war. Aber in der Kirchstraße, vor der Haustür, da gebe es schon wieder Absackungen, fällt ihm doch noch etwas ein. Und das, wo sie praktisch gerade erst saniert wurde.

Gerd Heuser kann gleich mitteilen, dass in erster Linie der Kreis für die Straße zuständig ist. Aber in der nächsten Ratssitzung könne er das sicher ansprechen. Denn Ratsmitglied ist er ja auch.

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