Häuslebauer sollen in Legden künftig so bauen können, wie sie es möchten

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Aktuell kann die Gemeinde kein Wohnbaugrundstück anbieten. Und für das aktuelle, privat vermarktete Neubaugebiet gibt es seitens des Investors Vorgaben. Die Gemeinde soll künftig gegensteuern.

Legden

, 03.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gemeinde habe aktuell keinen Einfluss auf die Vergabe von vorhandenen Baugrundstücken und verliere dadurch ein entscheidendes Instrument, um eine ausgewogene, familienfreundliche und sozialgerechte Bereitstellung von Wohnraum zu gewährleisten. Das findet die Legdener SPD-Fraktion – und fand Zustimmung bei den anderen beiden Fraktionen.

Die Gemeinde kann aktuell kein Grundstück anbieten

In der jüngsten Sitzung des Rates stand der Antrag der SPD auf der Tagesordnung, eine Grundsatzdiskussion zu führen über die künftige Vorgehensweise bei der Ausweisung und Vermarktung von Grundstücken. Hintergrund ist, dass es in Legden zwar Neubaugebiete gibt, die Gemeinde aber dennoch zurzeit kein einziges Baugrundstück anbieten kann: Die Grundstücke werden allesamt von privaten Eigentümern vermarktet.

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Schnell stellte sich in der Ratssitzung heraus, dass im Grundsatz alle Fraktionen die gleiche Haltung haben: So, wie es jetzt läuft, ist es nicht gut für die Gemeinde. Alle Politiker hatten schon von der Unzufriedenheit im Dorf gehört. Der Rat habe einen Bebauungsplan für das Baugebiet Am Roggenkamp aufgestellt und darin bis auf die Firsthöhe den künftigen Häuslebauern alle Freiheiten gelassen. Aber diese Freiheiten gibt es wohl nicht.

Wer Grundstück möchte, muss in Holzbauweise bauen

Wer dort ein Grundstück kaufen wolle, müsse sein Haus in Holzbauweise errichten. Das erklärte SPD-Fraktionschefin Sigrid Goßling im Gespräch mit der Redaktion. Sie sei von enttäuschten Legdenern angesprochen worden. „Viele hätten gerne da gebaut. Jetzt gucken die in Ahaus, das kann doch wohl nicht sein!“, betonte sie. Der Investor des Baugebiets wollte sich auf Anfrage der Redaktion nicht dazu äußern.

In der Sitzung des Gemeinderats aber war man sich einig, dass da „nicht alles ganz rund gelaufen ist“, wie es CDU-Fraktionschef Berthold Langehaneberg formulierte. „Wir sind auf den Flächeneigentürmer angewiesen.“ Er unterstütze den Antrag zu diskutieren, wie die Kommunalpolitik und Gemeindeverwaltung zukünftig mehr Einfluss ausüben könne auf die von Investoren vermarkteten Baugebiete.

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„Ein Haus zu bauen, ist sehr kostspielig“, so Langehaneberg weiter. „Man sollte es so machen können, wie man sich wohl fühlt“, betonte auch Sigrid Goßling. Gerd Heuser sah ebenfalls Handlungsbedarf. „Der Antrag hätte von uns sein können.“ Auf seine Frage hin, wie viele Grundstücke die Gemeinde noch selbst habe, konnte Friedhelm Kleweken nur so antworten: „Keine.“

Häuslebauer verstärkt in den Fokus nehmen

Als 2017 das Baugebiet Am Roggenkamp geplant wurde, „da haben wir das Risiko nicht gesehen“, sagt Sigrid Goßling rückblickend im Telefonat mit der Redaktion. Grundsätzlich sei man auch seitens der Kommunalpolitik froh über neue Wohnbaugebiete, auch wenn ein Investor die Flächen in der Hand halte. Das sei an sich kein Widerspruch. Aber die Interessen der Häuslebauer sollten verstärkt in den Fokus genommen werden. Das sah der Rat auch so – nun ist die Verwaltung gefordert, ein Konzept zu erarbeiten.

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