Herz Jesu Zukunft gegeben

Asbeck Jesus steht im Frettholt an der Heeker Straße und öffnet sein bodenlanges Gewand über der Brust. Zum Vorschein kommt sein durchbohrtes, blutendes Herz - nicht tiefrot, sondern beige-weiß, wie es sich für eine frisch restaurierten Sandsteinskulptur gehört.

08.01.2008, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Herz Jesu Zukunft gegeben

<p>Fein geschnittenes Gesicht, milder Blick: So empfängt die Jesus-Figur die Besucher am Ortseingang von Asbeck an der Heeker Straße. Die Darstellung ist typisch für die weit verbreitete Herz-Jesu-Verehrung im frühen 19. Jahrhundert. Lüttich-Gür</p>

Vor einem Jahr sah sie noch ganz anders aus - nämlich grün und grau. Moos wucherte in den Falten und Algen kletterten über den Corpus - und das waren nur die augenfälligsten Symptome für einen gefährlichen Alterungsprozess des Baumberger Sandsteins: Von "massiven Schäden" sprachen die Experten und von "morbidem Steingefüge". Manche Diagnose lautete "abgängig" - ein Urteil, das der Asbecker Heimatverein nicht akzeptieren mochte.

"Der Bildstock mit der Herz-Jesu-Darstellung am Hof Werschmann ist uns besonders wichtig", betont Vorstandsmitglied Bernhard Laukötter, der die Stiftsausstellung im Dormitorium leitet - und das nicht nur wegen seiner zentralen Lage direkt an der Heeker Straße am Ortseingang. "Wir haben in Asbeck zwar mehrere andere Bildstöcke, die stammen aber zumeist aus dem Barock", erklärt er. Anders die 2,50 Meter hohe und einen Meter breite Herz Jesu-Station. Sie stammt aus dem Jahr 1804 und ist damit ein typischer Beleg für die Volksfrömmigkeit der ländlichen Bevölkerung im 19. Jahrhundert.

In dem Steinmetz und Steinbildhauer Werner Pätzke aus Hörstel fand der Heimatverein einen Partner, der den gewagten Kampf gegen den kräftig nagenden Zahn der Zeit wagte. Kosten: 5500 Euro. 1000 Euro hat der Heimatverein selbst bezahlt - mit dem Preisgeld für den Sümmermann-Preis -, den Rest haben Gemeinde und Kreis aus Denkmalmitteln dazu gesteuert. sy-

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