Irmgard und Bruno Reers sind seit 50 Jahren verheiratet. © Elvira Meisel-Kemper
Goldhochzeit

Irmgard und Bruno Reers aus Asbeck würden alles wieder so machen

Irmgard Reers, geborene Hiller, war 22 Jahre alt, Bruno Reers war 25, als sie sich in der Asbecker Pfarrkirche das Ja-Wort gaben. Das ist jetzt auf den Tag genau 50 Jahre her.

Bei bester Gesundheit genießen sie ihren Tag der Goldhochzeit im Kreis ihrer großen Familie und an dem Ort, denn sie als Ehepaar mitgestaltet und geleitet haben, der Gaststätte Reers im Herzen von Asbeck. Noch gern erinnert sich Irmgard Reers an die Zeit des ersten zaghaften Kennenlernens.

„Ein Jahr kam er zu uns nach Wehr zum Kuchenessen. Dann haben wir 1968/69 zusammen Silvester gefeiert“, erzählt sie schmunzelnd von den ersten Begegnungen. „Wir waren ja sonntags immer zum Taubenzüchtertreffen in der Düstermühle“, ergänzte Bruno Reers deutlich pragmatischer.

Bäckerei und Lebensmittel

1958 war die Bäckerei seines Vaters Bernhard durch Hochwasser zerstört worden. Die Neugründung folgte im Haus der Gastwirtschaft an der Brückenstraße 23. Bruno Reers lernte das Bäckerhandwerk. In den Räumen der Wirtschaft wurden eine Bäckerei und ein Lebensmittelladen eingerichtet. Der Saal wurde vermietet an die Firma Hecking.

Irmgard Reers arbeitete dort als Betriebsleiterin. 1970 starb Bernhard Reers. Ein Jahr später haben Irmgard und Bruno Reers geheiratet und im Laufe der Jahrzehnte aus der Wirtschaft mit Bäckerei und Lebensmittelgeschäft die renommierte Gaststätte Reers aufgebaut und geleitet. Damit haben sie einen Ort erhalten, an dem es bereits im Jahr 1800 eine Wirtschaft gab.

15 Enkelkinder

Aus ihrer Ehe sind sechs Kinder und 15 Enkel hervorgegangen. Die Kinder wohnen fast alle in der Nähe. Sohn Bernd und Schwiegertochter Stephanie Reers haben 2009 das Zepter in der Gaststätte Reers übernommen. Das Goldhochzeitspaar ist dennoch bis heute aktiv in seinem Lebenswerk.

„Die Coronazeit war die schlimmste Zeit. Auf einmal kommt Corona und schubst dich weg. 200 Tage Urlaub war das“, resümiert Irmgard Reers. Nicht mal verreisen konnte sie in dieser Zeit, obwohl der Urlaub all die Jahre zuvor stets ihre Auszeit von ihren vielen Aufgaben als Mutter und Gastwirtin war.

Reisen ohne den Ehemann

„Ich bin früher viel mit den Kindern verreist. Zusammen konnten wir ja nicht weg wegen der Wirtschaft“, so Irmgard Reers. Später hat sie auch viele Fernreisen gemacht nach Indien, Marokko, Polen, USA. „Ich wollte eigentlich in diesem Jahr nach Namibia, aber damit warte ich noch“, ergänzt die reiselustige Goldbraut, aber auch das ohne ihren Mann. „Da gibt es kein westfälisches Essen“, fügt er trocken hinzu.

Engagiert waren die Eheleute auch zahlreichen in Asbecker Vereinen. Irmgard Reers ist 23 Jahre als Köchin ins CAJ-Ferienlager mitgefahren. Sie hat sich auch im Partnerschaftskomitee Legden/Asbeck – Reszel eingebracht. Bruno Reers ist seit 1965 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Asbeck. „Wenn die Sirene ging, war er schon fertig angezogen in der Tür“, berichtete die Goldbraut.

In vielen Vereinen aktiv

Vor 25 Jahren war Bruno Reers sogar Schützenkönig. Und dann sind da noch die Tauben von Bruno Reers und der Taubenzüchterverein, in dem er seit 30 Jahren Vorsitzender ist. Ihre Gaststätte ist nicht umsonst Treffpunkt für fast alle Asbecker Vereine, so zum Beispiel für den Sportverein FC Germania, den Bürgerschützenverein, den Bayern- und den Schalke-Fanclub, den Junggesellenschützenverein, die Asbecker Frauengemeinschaft, den Seniorenverein, die Feuerwehr, den Tauben- und den Angelverein, um nur einige zu nennen.

Auf die Frage nach dem Rezept für ihre Ehe, antwortete Bruno Reers humorvoll: „Das Rezept für den Spekulatius erfahren Sie nicht von mir, denn den backe ich jedes Jahr nach dem Rezept meines Uropas.“ Ein konkretes Rezept haben sie nicht für ihre langjährige, glückliche Ehe. Nur vieles, was sie zusammengeschweißt hat. Da ist der starke Zusammenhalt der Familie und die Wirtschaft als gemeinsame Hobbys. „Ein anderes Leben könnte ich mir nicht vorstellen“, ergänzt Irmgard Reers.

Über die Autorin
Freie Journalistin
Elvira Meisel-Kemper ist freie Kunsthistorikerin und Journalistin. Sie hat Erfahrung als Autorin, Kunstvermittlerin, Projektbegleiterin und in der Fotografie. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeiten liegt in der Kunstszene des Münsterlandes.
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