Legden will in Sachen Klimaschutz mit Schöppingen zusammenarbeiten

hzKommunaler Klimaschutz

Wie kann sich das Dahliendorf effektiv für den Klimaschutz einbringen? Ein Konzept soll Antworten liefern und Orientierung geben. Eine Idee ist, sich mit der Gemeinde Schöppingen zusammenzutun.

Legden

, 02.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch das Dahliendorf will sich den Klimaschutz auf die Fahnen schreiben. Nicht, dass Verwaltung und Politik bislang völlig untätig gewesen wären – aber das Ziel ist erst einmal ein Klimaschutzkonzept, in dem schwarz auf weiß stehen soll, was schon getan wurde, um das Klima zu schonen, und was alles noch getan werden muss.

Noch ist ein Klimaschutzkonzept keine Pflicht für Kommunen

Viele Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben schon ein solches Konzept erstellt. Nicht, weil es Pflicht wäre. „Es ist keine Verpflichtung, aber wir wollen es machen“, sagt dazu Bürgermeister Friedhelm Kleweken aus Legdener Sicht. Auch in der Annahme, dass ein solches Konzept auf Dauer doch zur Pflicht wird – zumindest, wenn man passende Fördertöpfe, die Bund oder Land auflegen, anzapfen möchte.

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Zunächst war der Plan gewesen, sich mit der Gemeinde Heek zusammen zu tun und gemeinsam einen mit Bundesmitteln geförderten Klimaschutzmanager einzustellen. „Das hat sich anders entwickelt, das ist ok“, sagt Friedhelm Kleweken. Denn die Gemeinde Heek war schon einen Schritt weiter: Sie hatte im Sommer 2018 ein Essener Büro mit der Erstellung eines Klimaschutzkonzepts beauftragt. Nun hat der Heeker Rat beschlossen, dass die Gemeinde als nächstes einen eigenen Klimaschutzmanager einstellen soll.

In Sachen Klimaschutz mit Schöppingen zusammenarbeiten

So hat Legdens Bürgermeister seine Fühler nach Schöppingen ausgestreckt, nachdem der Ältestenrat der Politik die Idee für gut befunden hatte. Die Gemeinde liegt in der Nachbarschaft, die Größe ist ähnlich „und es besteht Interesse“, so Kleweken. Mit seinem Schöppinger Amtskollegen Franz-Josef Franzbach hat er kurz gesprochen und vereinbart, dass noch im Sommer ein ausführliches Gespräch mit den Bürgermeistern und zuständigen Kollegen der Rathäuser stattfinden soll.

Legden und Schöppingen hätten zwei Möglichkeiten: Jemanden einzustellen, der das Klimaschutzkonzept erstellt, oder ein externes Büro damit zu beauftragen. Zwar stehen ja Fördermittel zur Verfügung, aber auch auf die Gemeinden werden Kosten zukommen. Ein Blick nach Heek: Dort steht nach einer Hochrechnung des beauftragten Büros die Summe von rund 530.000 Euro für das Maßnahmenpaket und die ersten drei Jahre im Raum.

Doch es ist nicht so, als würden Kommunen ohne ein Konzept kein Geld für den Klimaschutz ausgeben. Das betont auch Friedhelm Kleweken im Gespräch mit der Redaktion. „Wir haben in der Vergangenheit schon viel Geld investiert“, blickt er auf Sanierungsmaßnahmen und Anschaffungen zurück. Kleinere Maßnahmen, wie jüngst beschlossen, der Austausch von Straßenleuchten aus den 80er-Jahren. 30.000 Euro werden ausgegeben, um LED-Technik zu installieren und so weniger Energie zu verbrauchen.

Kläranlage: 60 Prozent des Strombedarfs werden selbst erzeugt

Ein anderes Beispiel ist das Blockheizkraftwerk, das schon 2011 in die Kläranlage eingebaut wurde, als der Faulturm repariert werden musste. Das Biogas, das beim Faulprozess entsteht, wird zur Stromerzeugung genutzt. Die eigene thermische Energie deckt 60 Prozent des Strombedarfs der Kläranlage selbst.

So kann beim Klimaschutzkonzept, das auch eine Ist-Analyse enthält, sicher hier und da ein Haken gemacht werden. Aber bei der Auflistung der Handlungsbedarfe, da ist sich Friedhelm Kleweken sicher, wird einiges zusammenkommen. „Allein das Rathaus ist energetisch auf dem Stand der 80er-, 90er-Jahre, das wissen wir.“ Aber auch bei den öffentlichen Gebäuden hat sich schon einiges getan. Ganz aktuell: Der Erweiterungsbau der Brigidenschule in Legden hat eine Photovoltaikanlage auf dem Dach.

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