Legden vergibt Heimat-Preis bei der Premiere an Dahliengarten-Team und Integrationslotsen

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Die einen kümmern sich um die Pflege des heimatstiftenden Elements der Dahlie, die anderen sorgen dafür, dass Fremde in Legden eine Heimat finden. Dafür gibt es den ersten Heimat-Preis.

Legden

, 16.11.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Zum ersten Mal wird der „Heimat-Preis“ in Legden vergeben. Der Rat entschied sich in der vergangenen Sitzung im nichtöffentlichen Teil, den Preis zu splitten. Drei Projekte profitieren von dem mit insgesamt 5000 Euro dotierten Preis, den die Gemeinde Legden dank des Förderprogramms „Heimat.Zukunft.NRW“ bis 2022 jährlich vergeben kann.

Das Geld wird jetzt schon auszahlt. Offiziell übergeben werden die Preise mitsamt einer Trophäe allerdings erst am Sonntag, 19. Januar, beim jährlichen Neujahrsempfang. Er findet diesmal im Dormitorium in Asbeck statt.

2500 Euro für Dahliengarten-Verein

Der erste Platz geht an hat das Dahliengarten-Verein. Das Team darf sich über 2500 Euro freuen. Die Vorsitzende Angelika Hoffmann freut sich über das Preisgeld. „Wir haben richtig viel geackert“, sagt sie über dieses Jahr. Rund 40 Führungen, so viele waren es noch nie, dazu etliche Veranstaltungen und die Pflege der Dahlien – das alles fordert über das Jahr viel ehrenamtliche Arbeit.

„Die Pflege des heimatstiftenden Elements der Dahlie, die Pflege des Brauchtums und die Förderung des touristischen Potenzials“ nennt sie als Punkte, die zum ersten Preis führten. Um das zu erreichen, sind über das Jahr viele Projekte zu finanzieren.

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Eine finanzielle Herausforderung in diesem Jahr war die Ausstattung des neuen Pavillons im Dahliengarten, der kurz vor der Fertigstellung ist. Gebaut wurde er als Teil eines Leader-Projekts von der Gemeinde Legden. „Erlöse aus den vergangenen fünf Jahren gehen in den Pavillon“, erläutert Angelika Hoffmann.

Boden muss regenerieren

Die Aufmerksamkeit des Dahliengarten-Teams liegt zurzeit vor allem auf dem Boden. „Das Problem ist, dass wir jedes Jahr die gleichen Flächen bepflanzen“, erläutert Angelika Hoffmann. Deshalb ist es jetzt Zeit für eine Bodenaufbereitung. Dazu wird das Team in Kürze wieder aktiv werden.

Weil sich der Boden regenerieren muss, wurde außerdem beschlossen, diesmal keine Tulpen zu pflanzen. Um im Frühjahr trotzdem für Farbtupfer zu sorgen, werden Kübel bepflanzt.

Es gibt noch mehr Wünsche. Angelika Hoffmann nennt ein Bewässerungssystem oder Elektro- und Wasserleitungen. Doch das ist Zukunftsmusik. „Wir müssen gut haushalten“, sagt Angelika Hoffmann, „die Erlöse aus den Events sind ja wegen des Wetters nicht zu berechnen.“

1250 Euro für Frauentreff, 1250 Euro für Kleiderkammer und Frauentreff

Den zweiten Platz teilen sich zwei Teams der Initiative „Willkommen in Legden und Asbeck“. 1250 Euro gehen an den Frauentreff und die Kleiderkammer in Legden, 1250 Euro gehen an die Fahrradwerkstatt in Asbeck.

Auch hier ist die Freude groß, so Rebecca Brüggemann, eine der ehrenamtlichen Integrationslotsen. Gerade in dieser Woche hatten sie ihr Jahresabschlusstreffen, bei dem neue Pläne besprochen wurden. Noch in diesem Jahr soll die erfolgreiche Aktion wiederholt werden, gemeinsam mit Flüchtlingen zum Weihnachtsmarkt – 2018 ging es nach Dortmund – zu fahren.

Regelmäßig alle zwei Wochen mittwochs öffnet die Fahrradwerkstatt in Asbeck. Hier werden Fahrräder repariert oder neu an Flüchtlinge ausgegeben. Kinder, die über ihr Rad hinausgewachsen sind, können es gegen ein neues Exemplar tauschen.

Wiederaufladbare LED-Beleuchtung

Immer wieder muss dafür Material angeschafft werden. Vor allem aber wünschen sich die Ehrenamtlichen in der Werkstatt, dass sie wiederaufladbare und aufsteckbare LED-Beleuchtung anschaffen können. Dann fielen die aufwendigen Reparaturen an den Dynamos weg. „Wenn man die Lampen wie ein Handy per USB aufladen kann, ist das auch nachhaltig“, erläutert Rebecca Brüggemann.

Im Sinne der Nachhaltigkeit wollen auch Frauentreff und Kleiderkammer aktiv werden. „Wir haben festgestellt, dass viele Frauen, die in die Kleiderkammer kommen, nicht handarbeiten können“, erzählt die Integrationslotsin. Jetzt soll eine Schneiderin engagiert werden, die den Frauen das Handwerk beibringt.

Stofftaschen für Flüchtlinge

„Wir wollen Stofftaschen nähen mit dem Aufdruck ,Willkommen in Legden und Asbeck’, die dann mit Informationsmaterial gefüllt an Flüchtlinge abgegeben werden“, sagt Rebecca Brüggemann. Dafür soll eine Nähmaschine angeschafft werden, sodass Frauen hier auch Kleidung reparieren oder ändern können.

Sie berichtet vom Jahresabschlusstreffen: „Die jungen Mädchen haben sich sehr gefreut, dass sie lernen „uncoole“ Kleidungsstücke aufzupeppen, und die älteren Frauen freuen sich, eine neue Fingerfertigkeit zu erlernen, die ihnen helfen wird, Geld zu sparen.“ Susanne Wolter, die die Kleiderkammer betreut, begründet ihr Engagement auch damit, etwas gegen Fastfashion tun zu wollen.

  • Der Dahliengarten-Verein ist erreichbar unter Tel. (02566) 42 42
  • Die Fahrradwerkstatt hat alle 14 Tage mittwochs um 17 Uhr geöffnet, das nächste Mal am 27. November. Die Kleiderkammer am Nordring öffnet donnerstags von 17 bis 19 Uhr und der Frauentreff trifft sich jeden 1. und 3. Sonntag um 15 Uhr.
  • Ansprechpartner der Integrationslotsen, auch für an ehrenamtlicher Arbeit Interessierte, ist Johannes Kuiper, Leiter des Jugendhauses Pool, Nordring 37, Tel. (02566) 90 97 97.
  • Das Land fördert mit den fünf Elementen Heimat-Scheck, Heimat-Preis, Heimat-Werkstatt, Heimat-Fonds und Heimat-Zeugnis mit rund 150 Millionen Euro bis 2022 die Gestaltung der Heimat vor Ort.
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