Legden braucht in Zukunft mehr Wohnungen und mehr Gewerbefläche

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Wenn sich Legden entwickeln will, müssen mehr Wohnungen gebaut, mehr Gewerbe angesiedelt werden. Für beides sind Flächen vorhanden. Bürgermeister Kleweken sieht bis 2050 viel Potenzial.

Legden

, 25.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gibt praktisch keinen Leerstand in Legden, in der Gemeinde wurden in den vergangenen Jahren zu wenig Wohnungen gebaut. 2035 könnten in Legden und Asbeck zwischen 7900 und 8600 Menschen leben. Das sind Erkenntnisse aus der aktuellen Studie des Pestel-Instituts.

Anlass für die CDU-Fraktion, bei der Verwaltung nachzufragen, wie die Gemeinde die „zukünftige Siedlungsflächenentwicklung“ in beiden Ortsteilen sieht. „Wir brauchen 600 bis 700 Wohneinheiten“, begründete Fraktionsvorsitzender Berthold Langehaneberg bei der Sitzung des Gemeinderats am Montagabend im Haus Weßling die Anfrage.

Auch in Asbeck ist wieder Entwicklung möglich

Und auch bei der Gewerbeentwicklung müsse Legden gewappnet sein. „Im nördlichen Ruhrgebiet gibt es keine Gewerbeflächen mehr“, so Langehaneberg, „Da kommt eventuell noch einiges auf uns zu.“ Auch in Asbeck sei mit dem neuen Landesentwicklungsplan wieder eine Entwicklung möglich.

Während die Pestel-Studie bis ins Jahr 2035 blickt, nahm Bürgermeister Friedhelm Kleweken die Jahre bis 2050 in den Blick. Flächen für neuen Wohnungen gibt es in beiden Ortsteilen reichlich. Oberste Maxime sei allerdings die Innenraumverdichtung, so Kleweken. Hier sei in den vergangenen Jahren in Legden und Asbeck schon viel passiert.

13 Flächen für Legden, sechs für Asbeck

Für Legden machte Kleweken 13 Flächen aus, angefangen vom Baugebiet Roggenkamp, dass zurzeit erschlossen wird mit 75 Ein- und Zweifamilienhäusern und bis zu vier Mehrfamilienhäusern mit rund 40 Wohneinheiten. Kleweken: „Damit ist der Bedarf zurzeit abgedeckt.“

Legden braucht in Zukunft mehr Wohnungen und mehr Gewerbefläche

Die ersten Häuser im Baugebiet Roggenkamp werden gebaut. © Ronny von Wangenheim

Ein Stück weiter nördlich auf der anderen Seite der Asbecker Straße stünde Fläche für weitere 30 bis 40 Wohneinheiten zur Verfügung. Wassertechnisch wurde dieser Bereich bei der Entwicklung des Baugebiets Roggenkamp schon eingeplant.

Bereits im Verfahren ist das Gebiet des ehemaligen Kornhauses mit 50 bis 55 Wohneinheiten an der Bahnhofstraße.

Für spätere Jahre nannte Kleweken weitere Flächen. Angrenzend an das Baugebiet Up’n Berge stehen noch sechs Hektar zur Verfügung, auf denen Platz wäre für bis zu 200 Wohneinheiten. Richtung B 474 in Nähe des Bergwegs könnte langfristig weitere Siedlungsfläche entstehen.

Einzelhandel im Süden könnte bei mehr Einwohnern wachsen

Sollten sich im Süden Legdens mehr Menschen ansiedeln, könnte das auch Auswirkungen auf den Einzelhandel haben. Auf eine Frage von Bruno König (UWG) bestätigte Friedhelm Kleweken, dass dann die Voraussetzungen geschaffen seien, die Handelsflächen zu vergrößern. Zurzeit teilen sich Aldi und K+K die Fläche an der Friedrich-Castelle-Straße.

Die Stromtrasse aus Richtung Stadtlohn kommend verschwindet, die Leitungen sind bereits abgebaut. Land kann dort künftig bebaut werden. Im Bereich Fliegenmarkt, Mückenmarkt, Waldkrone, im weiteren Verlauf Richtung Sportanlagen, aber auch westlich der B 474 sieht Kleweken drei mögliche Baugebiete für mindestens 140 Wohneinheiten.

Im Blick hat der Bürgermeister aber auch den Ortskern an der Hauptstraße, wo jetzt eine Fabrik breiten Raum einnimmt. Mittel- bis langfristig könne man hier Siedlungsentwicklung und Handel vorantreiben, so Kleweken in der Ratssitzung.

In Asbeck bieten sich Baugebiete rund um das Dorf, vor allem im Norden westlich der Schöppinger Straße. Aber auch hier soll Wert auf weitere Innenverdichtung gelegt werden. Sechs Flächen hat die Verwaltung insgesamt in Asbeck ausgemacht.

Viel Potenzial im Industriepark A 31

Entwicklungsmöglichkeiten bieten sich auch bei den Gewerbegebieten. Beim Industriepark A 31 sind zehn Hektar bereits verplant und bebaut, weitere 15 Hektar sind demnächst vermarktungsreif. „Hier gibt es zukünftig weiteres Potenzial für viele weitere Hektar“, so Friedhelm Kleweken.

Auch im Gewerbegebiet Heying Esch könnte weiteres Gewerbegebiet ausgewiesen werden. Hier geht es um 3,5 Hektar, auf den jetzt vor allem Wald steht.

Friedhelm Kleweken: „Das Fazit: Der Gemeinderat muss wissen, was er will.“ Dabei gab er zu bedenken: „Man kann nicht nur Menschen nach Legden holen, man braucht auch andere Dinge: ein wachsendes Sportangebot, gute Betreuung für Kinder und mehr hoch qualifizierte Arbeitsplätze.“

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