Legdener kritisiert Bebauungsplan: Wer will schon auf der Höchstspannungsleitung schlafen?

hzBebauungsplan Triepenbusch

Um weitere Wohnbebauung schnell zu ermöglichen, will die Gemeinde Bebauungspläne im beschleunigten Verfahren aufstellen. Wenn es um das Gebiet Triepenbusch geht, gibt es jetzt Widerstand.

Legden

, 25.11.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Leitungen sind schon weg, nur die Strommasten stehen noch. Wenn auch sie abgebaut sind, könnte auf dem Feld zwischen Bahnhofstraße und B 474 und im weiteren Verlauf am Fliegenmarkt/Drostenkamp gebaut werden.

Der Bauausschuss wird sich am Dienstag, 26. November, mit insgesamt vier Flächen beschäftigen, für die Bebauungspläne aufgestellt oder bestehende verändert werden sollen. Das beschleunigte Verfahren, so die Verwaltung in ihrer Vorlage, kann nur bis Ende des Jahres förmlich eingeleitet werden. Wenn die Punkte jetzt beraten werden, haben die drei Fraktionen bereits eine Stellungnahme von Heinz Gausling erhalten.

380-kV-Höchstspannungsleitung wird hier gebaut

Der Legdener, der bis 2015 Jahrzehnte für die UWG im Gemeinderat saß und heute Kreistagsabgeordneter ist, wohnt selbst im Egelborger Feld. Sein Blick fällt von seinem Haus auf die Fläche. Hier soll, entlang der alten Hochspannungsleitung, die neue 380-kV-Höchstspannungsleitung unterirdisch gelegt werden. Und vielleicht irgendwann gebaut werden.

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„Eine solche Fläche als Wohnbaufläche auszuweisen, bedarf vorher einer gründlichen Prüfung. Wer übernimmt und verantwortet die gesundheitsschädigenden Auswirkungen infolge der Strahlenbelastung?“, sagt Heinz Gausling. „Wer will auf so einer 380-kV-Leitung schlafen?“

Seine Kritik geht noch weiter: „Der Planungsbereich befindet sich im Außenbereich und hat mit einer innerörtlichen Verdichtung nichts zu tun. Hier im Eilverfahren kurzfristig Fakten zu schaffen, ist alles andere als bürgerfreundlich.“

Auch zur Anbindung hat er Fragen. „Wie soll die Erschließung erfolgen? Eine Zufahrt von der B 474 ist sicherlich ausgeschlossen“, so Gausling. Auch eine Erschließung über die Straßen Egelborger Feld/ Am Dämmken sei seiner Meinung nach aus diversen Gründen ausgeschlossen.

Bauausschuss

  • Der Ausschuss für Planen, Bauen, Landwirtschaft und Umwelt tagt am Dienstag, 26. November, 18 Uhr, im Haus Weßling, Busshook 6.
  • Auf der Tagesordnung stehen die vier Bebauungspläne „Asbecker Straße/Neustadt“, „Triepenbusch“, „Fliegenmarkt/Drostenkamp“und „Westlich der Heeker Straße“.
  • Außerdem werden erste Entwürfe für die Umgestaltung der Platzfläche am Busshook/Hahnenhook/Haus Weßling einschließlich Stellplatzfläche inkl. Stufenanlage/Stellplatzanlage Kirche vorgestellt.

Oberflächenentwässerung über Schmutzwasserkanal

Ein weiterer Punkt ist für ihn die Oberflächenentwässerung. „Bisher wird das gesamte Oberflächenwasser der Wohnbebauung Egelborger Feld/ Am Dämmken im Bereich Barenbrügge/Janning vom Regenwasserkanal in den Schmutzwasserkanal geleitet und mittels Pumpstation zur Kläranlage gepumpt“, sagt er: „Eine grobe Fehlplanung. “

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Die erforderliche Ableitung des Oberflächenwassers über ein Kanalsystem/Vorfluter zur Dinkel, so Heinz Gausling, sei seinerzeit aus Kostengründen unterlassen worden. Wenn bei einer Bebauung demnächst noch weiteres Oberflächenwasser über den Schmutzwasserkanal zum Klärwerk geleitet werde, führe das zu zusätzlichen hohen Stromkosten zu Lasten der Allgemeinheit und zu einer unnötigen Belastung der Kläranlage.

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