Inzwischen steht ein Schild auf der Bundesstraße, das LKW-Fahrer auf die verbotene Einfahrt hinweist. © Nils Dietrich
Verkehr

LKW auf der Kirchstraße: Beschilderung sorgt beim Kreis für Verwirrung

LKW-Fahrer sollen nicht auf die Kirchstraße fahren, außer sie beliefern die nahegelegenen Supermärkte. Nur mit der richtigen Beschilderung tut sich der Kreis Borken augenscheinlich schwer.

Die Situation an der Kirchstraße war SPD-Ratsfrau Maria Lutter lange Zeit ein Dorn im Auge. LKW, die von der Bundesstraße kommen, dürfen nur 40 Meter weit bis zum Abzweig Friedrich-Castelle-Straße einfahren.

Das ist so gewollt, damit die Belieferung der beiden Supermärkte gewährleistet ist. Weiterer Schwerlastverkehr ist auf der frisch sanierten Straße nicht erwünscht.

Das Problem aber: Ortsunkundige LKW-Fahrer erkennen die verbotene Weiterfahrt erst, wenn sie schon auf die Kirchstraße eingebogen sind. Das hatte dann regelmäßig hanebüchene Wendemanöver mitten auf der Straße zur Folge, berichtet Maria Lutter: „Die standen dann in einer Sackgasse und mussten aufwendig wenden.“ Keine glückliche Situation für alle Verkehrsteilnehmer.

Handlungsbedarf wird nicht gesehen

Maria Lutter hat auch gleich eine Lösung für das Problem parat. Ihr Vorschlag: Es könnte doch schon auf der Bundesstraße deutlich gemacht werden, dass die Durchfahrt für LKW verboten ist – bis auf die besagten 40 Meter zum Abzweig zu den Supermärkten.

Mit ihrem Anliegen hat sie bereits mehrfach beim Gemeinderat vorgesprochen, doch passiert ist lange Zeit nichts. In der vergangenen Sitzung am Montag hatte Bürgermeister Dieter Berkemeier noch erklärt, dass der Kreis Borken den Vorgang prüfe.

Der aber wusste nichts davon: „Eine diesbezügliche Anfrage seitens der Gemeinde Legden liegt dem Kreis Borken nicht vor“, erklärte Karlheinz Gördes, Sprecher des Kreises Borken, in der vergangenen Woche.

Wegen der entsprechenden Anfrage der Redaktion, hieß es weiter, habe der Fachbereich Verkehr mit der Gemeinde Legden die Problematik zwischenzeitlich doch noch erörtert. Ergebnis: Handlungsbedarf wird nicht gesehen.

Beschilderung schon auf der Bundesstraße?

Die Begründung des Kreises: „Mit dem Ankündigungsschild für das LKW-Durchfahrtsverbot in 40 Metern auf der Kirchstraße wird bereits verdeutlicht, dass lediglich das Einbiegen in die Friedrich-Castelle-Straße möglich ist, zumal im Einmündungsbereich bereits das nachfolgende LKW-Durchfahrtsverbot auf der Kirchstraße sichtbar ist.“ Das will Maria Lutter so nicht gelten lassen: „Dann stehen die LKW bereits auf der Kirchstraße.“

Eine entsprechende Beschilderung auf der Bundesstraße 474 würde nach Ansicht des Kreises „vermutlich eher zu Irritationen führen“. Eine andere Regelung mit einem Anlieger-frei-Schild zu ergänzen, sehen Straßen NRW, die Gemeinde Legden und der Kreis Borken hingegen kritisch: „Nach dem Grundsatz ‚So viel wie nötig, so wenig wie möglich‘ sollte die Beschilderung so gewählt werden, dass sie von einem üblichen Verkehrsteilnehmer schnell und gut zu erfassen ist.“

Es hat sich doch etwas getan

Am Donnerstag allerdings hatte sich doch etwas auf der Bundesstraße getan. Drei Schilder regeln, wie von Maria Lutter angeregt, dass die LKW-Einfahrt bis auf 40 Meter verboten ist.

„Ich begrüße das sehr, dass da was passiert ist“, freut sich Maria Lutter. Drei Schilder für eine Situation findet sie dennoch verwirrend.

Aber wie kam es zu dem Umdenken bei Kreis, Straßen NRW und der Gemeinde? Nochmalige Anfrage beim Kreis Borken: „Es ist in der Tat so, dass wir die Regelung abgelehnt haben“, antwortet Kreis-Sprecher Karlheinz Gördes. „Dabei bleibt es auch.“

Alles ein Versehen

Aber wieso sind die Schilder jetzt an der Bundesstraße, wo sie dort doch zu Verwirrung führen? Karlheinz Gördes weiter: „Offensichtlich hatte es aber ein Missverständnis in der Kommunikation mit dem Kreisbauhof ergeben, sodass zwischenzeitlich – was nicht beabsichtigt war – an der Stelle an der B 474 das besagte Schild aufgestellt worden ist. Dieses Schild wird selbstverständlich kurzfristig wieder entfernt.“

Aus Sicht von Maria Lutter schlägt diese neuerliche Volte dem Fass den Boden aus: „Das ist zum Schießen! Ich lache mich kaputt.“

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