Mühlenbach schlängelt sich schon durch Legdens künftige „Grüne Oase“

hzMühlenbach-Renaturierung

Die „Grüne Oase“ lässt sich schon erahnen: Der Mühlenbach wird zwischen den Baugebieten Roggenkamp und Kamp An‘t Hus renaturiert. Der neue Verlauf des Gewässers ist schon gut zu erkennen.

Legden

, 11.09.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Mühlenbach schlängelt sich schon von der Neustadt bis zur Mühlenstiege: Nach dem Start der Arbeiten vor etwa drei Wochen sieht das Gelände zwar noch sehr nach Baustelle aus, aber der neue Verlauf des Mühlenbachs in vielen Kurven ist schon deutlich zu erkennen.

Bürgermeister Friedhelm Kleweken und Helmut Schiermann, Fachbereichsleiter im Rathaus, machten sich an der Baustelle am Mühlenbach ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten. Vieles von dem, was im Plan eingezeichnet wurde, ist schon umgesetzt.

Bürgermeister Friedhelm Kleweken und Helmut Schiermann, Fachbereichsleiter im Rathaus, machten sich an der Baustelle am Mühlenbach ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten. Vieles von dem, was im Plan eingezeichnet wurde, ist schon umgesetzt. © Anne Winter-Weckenbrock

Einige Wasserhühnchen schwimmen ganz unbeeindruckt von den Bauarbeiten auf dem Mühlenbach herum beim Pressetermin am Mittwochnachmittag. Bürgermeister Friedhelm Kleweken war seit kurz nach dem Baustart gar nicht mehr zur Baustelle gekommen und ist total beeindruckt: „Das ist schön geworden.“ Allerdings kann man sich – obwohl die Erdtöne bei den abgeschobenen Flächen überwiegen – die geplante „Grüne Oase“ dort am Dorfrand schon sehr gut vorstellen.

Was genau wird dort am Mühlenbach gemacht? Der Bach, der an dieser Stelle fast schnurgerade verlief, wird renaturiert. Nach den Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie. Wichtig ist, dass das Gewässer für Fische durchgängig gemacht wird.

Das grüne Rohr ist Teil einer Leitung, die gelegt wird, um den Mühlenteich am Hof Lenfert aus dem Wasser des Mühlenbachs zu speisen.

Das grüne Rohr ist Teil einer Leitung, die gelegt wird, um den Mühlenteich am Hof Lenfert aus dem Wasser des Mühlenbachs zu speisen. © Anne Winter-Weckenbrock

So stand bei den Planungen 2018 auch das Stauwehr am Hof Lenfert im Blickpunkt. 90 Zentimeter Gefälle gab es dort. Schnell stand fest, dass das Stauwehr weichen sollte. Der Wasserstand musste abgesenkt, ein neuer Überlauf geschaffen und die Böschung neu modelliert werden. Der Verlauf des Bachs wurde auf der Strecke von etwa 500 Metern neu angelegt.

Dass das Grundstück ab Mühlenteich, der zum Hof Lenfert gehört, bis zur Mühlenstiege in Eigentum der Gemeinde war, kam dem Projekt entgegen. Ein Ingenieurbüro entwarf die neue „Grüne Oase“, die jetzt entsteht.

Mühlenbach schlängelt sich schon durch die künftige „Grüne Oase“

Der Mühlenbach mäandert jetzt, das heißt, er schlängelt sich. Links- und Rechtskurven sind angelegt, auch ein „toter Arm“, der nur fließendes Wasser erhält, wenn der Wasserstand hoch ist im Bach. Helmut Schiermann, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen und Gebäudemanagement, betont, dass die Renaturierung auch dem Hochwasserschutz dient.

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Schweres Gerät war und ist im Einsatz. Der neue Verlauf des Bachs steht fest, an vielen Stellen liegen Baumstümpfe mit Wurzelwerk am Bachbett. Totholz. Dieses hat eine wichtige Funktion, zum einen für die Tierwelt und zum anderen für die Fließgeschwindigkeit des Gewässers.

Der Verlauf eines Wanderwegs entlang des Bachs ist schon gut zu erkennen, auch die Stelle, wo vom benachbarten Baugebiet Kamp an’t Hus eine Brücke über den Bach ins Neubaugebiet Roggenkamp gesetzt werden soll. Von dort geht es dann zu Fuß oder mit dem Fahrrad über die Neustadt auf kurzem Wege ins Dorf. Die Brücke komme aber erst 2021 oder 2022, blickte Helmut Schiermann voraus.

Hier, entlang des Mühlenbachs, soll ein Wanderweg entstehen.  Zum Abschluss der Bauarbeiten wird eine wassergebundene Decke aufgetragen.

Hier, entlang des Mühlenbachs, soll ein Wanderweg entstehen. Zum Abschluss der Bauarbeiten wird eine wassergebundene Decke aufgetragen. © Anne Winter-Weckenbrock

Ganz hinten zur Mühlenstiege hin ist am Mittwoch ein grünes Rohr zu erkennen. Dieses gehört zu einer Verbindung, die dafür sorgen wird, dass der Mühlenteich am Hof Lenfert mit Wasser gespeist wird.

Einige Wohnhäuser stehen schon im Baugebiet Roggenkamp, und einige auch direkt am Rande des künftig aufgewerteten Naherholungsgebiets. Für Spaziergänger soll es einen zentralen Aufenthaltsort geben, auch Trittsteine sollen dafür sorgen, dass man dicht an den Bach herankommt.

Totholz liegt im Mühlenbach - für die Kleintiere.

Totholz liegt im Mühlenbach - für die Kleintiere. © Markus Gehring

Wenn das Gelände denn nicht überschwemmt ist. Denn eines ist klar: Bei viel Regen ist die Aue dafür vorgesehen, dass der Bach sich genau dort ausbreiten kann. Und eben nicht im Dorf, wie 2010 und 2016 schon einmal geschehen.

Kosten liegen bei 550.000 Euro – Gemeinde muss 20 Prozent zahlen

Die sinnvolle und zugleich schöne Maßnahme hat aber auch ihren Preis: Auf 550.000 Euro beziffern Friedhelm Kleweken und Helmut Schiermann die Kosten des Projekts. Gefördert werden 80 Prozent der Summe.

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