Nach brutalem Überfall auf Legdener Tankstelle: Verfahren eingestellt

hzLandgericht Münster

Ein 25-jähriger Gronauer stand im Verdacht, am brutalen Raubüberfall einer Legdener Tankstelle beteiligt gewesen zu sein. Nun wurde das Verfahren überraschend eingestellt.

Legden

, 23.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Verfahren gegen einen 25-jährigen Gronauer, der im Verdacht stand, im Oktober 2015 an einem brutalen Überfall auf eine Legdener Tankstelle an der Holtwicker Straße beteiligt gewesen zu sein, wurde eingestellt. Das wurde am Donnerstag vom Vorsitzenden Richter der Landgerichts Münster unter Zustimmung von Staatsanwalt und Verteidiger beschlossen.

Zum Hintergrund wurde beim Prozess zunächst nichts gesagt. Auf Nachfrage erklärte der Vorsitzende, dass die Staatsanwaltschaft die Meinung vertrete, in diesem Fall nicht genug Beweise für die Beteiligung des 25-Jährigen vorliegen zu haben. Außerdem habe der Gronauer im Gegenzug darauf verzichtet, wegen offenbar zu Unrecht verbüßter Untersuchungshaft Schadensersatz geltend zu machen.

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Damals hatten mehrere Männer zwei Angestellte der Legdener Tankstelle mit einem Elektroschocker und einer Reizgaspistole bedroht und sie dazu gezwungen, den Tresor zu öffnen. Mit ihrer Beute – 17.000 Euro in Bargeld – machten sich die Täter anschließend aus dem Staub. Gegen den Fahrer und zwei der drei Täter liefen bereits 2017 und 2018 Prozesse. Alle gaben an, den vierten Beteiligten nicht zu kennen.

Wegen anderer Delikte bereits im Gefängnis

Ungeschoren kommt der 25-Jährige allerdings nur in diesem Fall davon. Aktuell sitzt er bereits wegen anderer Delikte im Gefängnis. Außerdem läuft seit Donnerstag ein weiterer Prozess gegen den Gronauer. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, in eine Oedinger Tankstelle eingebrochen zu sein und mit drei Kollegen einen Drogendealer ausgeraubt zu haben.

Beteiligt waren daran zwei Köpfe der mittlerweile aufgelösten Gronauer Bande „Tek Tabanca Teskilati“. Auch der 25-Jährige gehörte damals zu der Gruppe, die mehrfach für Schlagzeilen sorgte. Unter anderem wegen verschiedener Körperverletzungs-, Raub- und Erpressungsdelikte.

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