Neubau des Stiftshauses: Wer am Ende den Hut aufhat, steht noch nicht fest

hzStiftshaus Asbeck

Asbeck soll in seiner Mitte das Stiftshaus bekommen. Ein Haus für alle Asbecker, da ist man sich einig. Doch wer der Bauherr ist und wer den Bau bezahlt, das ist noch nicht endgültig geklärt.

Legden

, 11.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Stiftshaus auf dem Küchenplatz neben der Hunnenporte kann dank eines

Leader-Projekts realisiert werden. In der Projektbeschreibung heißt es: „Es soll durch ein multifunktionales Raum- und Nutzungskonzept Räumlichkeiten für kleine, junge Initiativen, aber auch für etablierte Gruppen bieten, die Raumbedarf haben.“

Wenn man den Pastoralplan liest, den jetzt die katholische Kirchengemeinde vorgestellt hat, liest sich das etwas anders: „Die Pfarrgemeinde beteiligt sich an Planungen, neben der Hunnenporte, auf einem Grundstück der

Kommune, einen ,kirchlichen Versammlungstreffpunkt‘ zu errichten.“ Wir haben bei der Gemeinde Legden und der katholischen Pfarrgemeinde nachgefragt.

Mit dem Verkauf des Pfarrhauses fehlte ein Anlaufpunkt

Christof Hintemann, Mitglied des Kirchenvorstands, erläutert die Hintergründe. Die Pläne gründen sich demnach in dem Verkauf des Pfarrhauses in Asbeck hinter der Kirche. Damals sei geplant worden, den Erlös in ein neues Gebäude auf dem Küchenplatz vor der Kirche zu stecken.

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Das war vor fast drei Jahren. Hintemann: „Das Bistum hat in diesen Jahren einen Strukturwandel vollzogen. Man hat uns die dringende Empfehlung gegeben, von solchen Bauprojekten als Bauherr Abstand zu nehmen.“ Viele Gespräche hat es wohl seitdem gegeben, an denen neben der Kirchengemeinde und der Gemeinde Legden auch der Heimatverein Asbeck beteiligt war.

Mit der Zusage als ein Leader-Projekt nimmt das Bauvorhaben jetzt wieder Fahrt auf. Christof Hintemann erläutert die Position der Kirchengemeinde: „Wir werden uns als Kirche mit einem Dauer-Mietverhältnis beteiligen. Bauherren werden andere sein.“ Die Gesamtkosten des Projektes liegen bei rund 450.000 Euro, über Leader sollen 250.000 Euro Fördermittel eingebracht werden.

Stiftshaus eignet sich für Bücherei und Lagerort

Das Stiftshaus, so Hintemann, sei wichtig für die Gemeinde. Hier kann die Bücherei untergebracht werden, die Ende des Jahres aus dem Pfarrhaus ausziehen musste und jetzt in einer Übergangslösung untergebracht ist, „Wir bekommen endlich ein Lager für unsere sakralen Gegenstände“, so Hintemann weiter. Krippe, sommerliche Altäre, Fahnen, Kirchenschmuck, das alles lagere jetzt teilweise bei Privatleuten.

In der Leader-Projektbeschreibung wird die Gemeinde Legden als Projektträger benannt, der auch den Eigenanteil aufbringen werde. Bürgermeister Friedhelm Kleweken sagt allerdings auf Anfrage unserer Redaktion: „Wer am Ende den Hut aufhat, ist nicht klar.“ Wenn die Kirche bauen wolle, sei das auch möglich. Es seien viele Konstellationen denkbar. Bisher sei aber die Gemeinde Legden bei den Planungen federführend.

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Auch Friedhelm Kleweken verweist auf erste Pläne, die bereits schon vor Jahren entwickelt wurden. Dabei ging es darum, die städtebauliche Lücke zu schließen, die nach dem Abriss des Jägerhauses 2007 entstanden ist. Damals erwarb die Gemeinde Legden das Grundstück. Aktuell gehe es auch darum, den Platz um die Hunnenporte, dort wo jetzt historisches Pflaster liegt, barrierefrei zu gestalten.

Viele Gruppen sollen Zugang haben

Klar ist für ihn auch, dass hier nicht nur die Kirchengemeinde, sondern viele Gruppen einen Treffpunkt finden sollen. Auch für den Heimatverein Asbeck kann das Stiftshaus interessant sein, zum Beispiel als trockener Ort bei Führungen. Stiftshaus und Hunnenporte sollen miteinander verbunden werden.

Noch scheint Zeit, Pläne und Realisierung auf den Weg zu bringen. Friedhelm Kleweken verweist auf Pläne, den Kindergarten St. Margareta in diesem Jahr zu erweitern. „Durch den Kindergarten-Anbau haben wir noch etwas Zeit. Zwei Baustellen auf dem engen Raum vertragen sich nicht.“

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