Neue EU-Beschlüsse für Bauern: Das sagt ein Legdener Landwirt dazu

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Die neuen EU-Beschlüsse für heimische Landwirte sind da. Ein Legdener Landwirt hält sie prinzipiell für sinnvoll, er würde sogar auf Direktzahlungen verzichten – unter anderen Umständen.

Legden

, 26.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was in Brüssel entschieden wird, hat nicht nur Auswirkungen dort. In jedem Dorf sind gerade die neuen EU-Beschlüsse für die heimische Landwirtschaft wichtig, Und kommen nicht unbedingt gut an.

Am Mittwoch, 21. Oktober, wurden neue EU-Beschlüsse für die heimische Landwirtschaft in Brüssel besprochen und entschieden. Nach fast zweitägigen Verhandlungen einigten sich die Agrarminister der Mitgliedsstaaten am Mittwoch in Luxemburg auf einen Kompromissvorschlag der deutschen EU-Ratspräsidentschaft.

20 Prozent der Zahlungen für Ökoregelungen reserviert

Bundeslandwirtschaftministerin Julia Klöckner nennt den Ausgang der Verhandlungen einen „Systemwechsel“: Kernpunkte sind die Koppelung der Ausgleichszahlungen an zusätzliche Umweltauflagen. Auch jetzt sind die Zahlungen schon an entsprechende Auflagen durch die EU-Agrarpolitik gebunden. Das wird nach den neuesten Beschlüssen nun noch intensiviert.

Fazit der Beschlüsse ist: Ja, die Landwirte behalten ihr Budget von rund 387 Milliarden Euro. Aber: 20 Prozent der Direktzahlungen müssen nun für sogenannte „Eco-Schemes“, also Öko-Regelungen reserviert werden.

„Flächen, die uns fehlen“

Das hält Ortslandwirt Christian Bomberg prinzipiell erstmal für sinnvoll, „wenn wir dadurch nicht wieder enteignet werden,“ gibt er zu bedenken. Landwirte müssten eh schon zehn Prozent als Stilllegungsfläche zurückbehalten. „Das sind ja immer Flächen, die uns dann fehlen“, so Christian Bomberg. Denn auf diesen Flächen, fehlt dann der Ertrag und somit bares Geld.

Für ihn könnten die Direktzahlungen aus Brüssel aber auch umgehend wegfallen, „wenn dafür unsere Produkte angemessen bezahlt würden.“ Denn die Landwirte sorgen für sichere Lebensmittel, müssen ihren Lebensunterhalt bestreiten können und müssen ebenfalls vernünftig wirtschaften können. „Leider ist es ja so, dass viele Verbraucher denken, Landwirte bekommen immer Geld zugeschustert. Aber es wäre doch schön, wenn unsere Leistungen auch entsprechend honoriert würden“, sagt Christian Bomberg. Dann wären Direktzahlungen nicht mehr nötig.

Das kostet alles Geld

„Wir machen ja auch schon viel, wir decken die Güllebehälter ab, wir machen bodennahe Gülleausbringung und legen Blühstreifen an“, so Bomberg. Und das sei den Landwirten ja auch selbst ein Anliegen. Denn der Boden ist die Arbeitsgrundlage der Landwirte.

Auch was die Kritik vieler Verbraucher angeht, dass Landwirte zu viele Pflanzenschutzmittel einsetzen, hat Christian Bomberg etwas entgegenzusetzen: „Wir begießen ja keine Felder mit Pflanzenschutzmitteln. Das kostet ja auch alles Geld, also warum sollten wir mehr als nötig benutzen?“

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