Am Amtsgericht Ahaus beschäftigt man sich intensiv mit der Digitalisierung. Dabei verfolgt man die Pilotprojekte an benachbarten Amts- und Landgerichten zum Thema digitale Gerichtsverhandlungen. © Stefan Grothues
Amtsgericht Ahaus

Ohne Führerschein und auf Drogen: Legdener fährt trotzdem Auto

Mit einer Freiheitsstrafe auf Bewährung hat das Amtsgericht in Ahaus einen Legdener verurteilt. Der 35-Jährige ist ohne Fahrerlaubnis und unter Drogeneinfluss Auto gefahren.

Zu einer dreimonatigen Haftstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wird, einer Geldstrafe und einer Sperrfrist für den Führerschein wurde ein 35-jähriger Legdener vom Amtsgericht Ahaus verurteilt. Grund: Er hatte im November vergangenen Jahres einen Pkw ohne Führerschein geführt. Außerdem war ein Drogentest positiv angeschlagen.

Ohne große Umschweife gestand der Angeklagte während der Verhandlung die Tat. „Ja das ist einfach so. In den letzten Jahren ist eben viel passiert“, erklärte der 35-Jährige. Er habe nur eben sein Auto in die Werkstatt bringen wollen. Unbedacht setzte sich der Legdener selbst ans Steuer, obwohl seine Frau, die einen Führerschein besitzt, auf dem Beifahrersitz Platz nahm. „Ich verstehe nicht, warum Sie da nicht einen Moment länger nachgedacht und ihre Frau fahren haben lassen“, sagte der Richter. Der Legdener entgegnete, dass seine Frau sich um das Kind kümmern musste, das ebenfalls im Auto mitfuhr.

Doch der Vorwurf „Fahren ohne Fahrerlaubnis“ war nur ein Teil der Anklage. Der 35-Jährige sei zudem unter Drogeneinfluss unterwegs gewesen. Genau wegen dieser Straftat wurde ihm der Führerschein bereits 2015 entzogen. Auf den Hinweis des Richters, dass er nicht der Erste sei, der wegen dieses Vergehens ins Gefängnis käme, reagierte der Angeklagte nur mit einem Lachen.

Angeklagter ist kein Unschuldslamm

Bisher kam der 35-Jährige nämlich immer mit einer Geldstrafe davon. Bereits im Juli 2015 wurde ihm der Führerschein wegen Fahrens unter Drogeneinfluss entzogen. Vier Jahre später wurde er dann das erste Mal ohne Führerschein erwischt. 2020 folgte eine dritte Verurteilung. Dieses Mal hatte er ein falsches Kennzeichen an seinem Fahrzeug montiert. Der Angeklagte gehe mit dem gesamten Thema sehr unreif um, erklärte der Vertreter der Staatsanwaltschaft. „Dass er die Situation während der Verhandlung ständig belächelt, verstärkt den Eindruck.“

Da die Geldstrafen den Legdener offensichtlich nicht von weiteren Straftaten abhielten, wurde er nun zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Hinzu kam eine Geldstrafe in Höhe von 1500 Euro. Außerdem muss er sich wenigstens neun Monate gedulden, bevor er seinen Führerschein neu beantragen kann. Außerdem muss der 35-Jährige sich ab sofort regelmäßig bei der Drogenberatung melden.

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