Organisatoren legen sich für den Düstermühlenmarkt 2019 mächtig ins Zeug

hzDüstermühlenmarkt 2019

Das Publikum verändert sich. Darauf müssen sich die Organisatoren des Düstermühlenmarktes einstellen. Die Vorbereitung für den Traditionsmarkt geht in die heiße Phase.

Legden

, 15.08.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 4 min

Es regnet. Und das seit Stunden. Bernhard Lösing, Bernhard Hülsken und Ludger Kerkhoff blicken in den Himmel. „Das wird auch Zeit“, brummt einer der drei Landwirte aus Legden-Wehr. Michael Schaedel ist der Regen gar nicht so recht. „Wenn wir so ein Wetter beim Düstermühlenmarkt haben, können wir es eigentlich direkt lassen“, sagt der Betreiber der Düstermühle. Die drei Landwirte nicken. Auch wieder wahr.

Organisatoren legen sich für den Düstermühlenmarkt 2019 mächtig ins Zeug

Vier Mann, ein Markt: Bernhard Lösing, Michael Schaedel, Ludger Kerkhoff und Bernhard Hülsken (v.l.) organisieren gemeinsam den Düstermühlenmarkt – jeder mit seinem Spezialgebiet. © Stephan Teine

Seit Jahrzehnten organisieren die Familien Lösing, Hülsken und Kerkhoff den Düstermühlenmarkt. Michael Schaedel ist erst seit zwei Jahren dabei, seit er den Gasthof Düstermühle übernommen hat. Den Markt, immerhin eine Traditionsveranstaltung mit einer über 250-jährigen Geschichte, zu organisieren, ist ein echter Kraftakt. An diesem Nachmittag sitzen sie vor der Düstermühle bei einer Tasse Kaffee zusammen.

Vorbereitungen für den Düstermühlenmarkt gehen in die heiße Phase

Die Vorbereitungen laufen längst auf Hochtouren. Die Vermessungspflöcke für die Krammarktstände sind schon eingeschlagen. Fein säuberlich ist markiert, welcher Händler auf welchem Stück Weide von Bernhard Hülsken seinen Stand aufbauen darf. Der Elektriker, der die vielen hundert Kilometer Leitungen für Schausteller und Händler legt, ist für Freitag bestellt.

Organisatoren legen sich für den Düstermühlenmarkt 2019 mächtig ins Zeug

Die Pflöcke für die einzelnen Stände sind schon eingeschlagen. Die Vorbereitung für den Düstermühlenmarkt geht in die heiße Phase. © Stephan Teine

Und schon am kommenden Montag oder Dienstag sollen die ersten Schausteller mit ihren Wagen anrücken. „Es sind ja nur noch eineinhalb Wochen, bis es losgeht. Das geht jetzt alles Schlag auf Schlag“, erklärt Bernhard Lösing. Auf seiner Wiese werden die meisten Karussells und das Partyzelt aufgebaut.

Party im Zelt sah vor ein paar Jahren noch ganz anders aus

Er gerät ins Schwärmen. Noch vor ein paar Jahren sei es viel einfacher gewesen, den Markt zu organisieren – und vor allem auch das Zelt voll zu bekommen. „Wenn wir um 20 Uhr das Zelt aufgemacht haben, war es ruckzuck brechend voll“, sagt er. Heute gehe die Party meist erst gegen 23 Uhr richtig los. „Die Jugendlichen trinken vorher zuhause vor“, sagt Lösing. Da könne er noch so viel bieten, früher am Abend blickt er meist in ein leeres Zelt. „Früher konnte man die Leute da regelrecht reinschieben“, sagt er.

Publikum hat sich verändert

Kein Problem des Düstermühlenmarktes – sondern eher ein generelles: „Das geht anderen Zelt- oder Landjugendpartys doch genauso.“ Noch mehr Programm will er in dem Zelt aber nicht auffahren. „Das muss sich ja am Ende auch alles rechnen“, erklärt er. Soviel Herzblut auch immer in dem riesigen Markt steckt, ein reines Hobby ist es für die Veranstalter nicht.

Große Maschinen statt Viehmarkt

Auch auf den anderen Flächen hat sich viel gewandelt. Der Viehmarkt etwa schrumpft seit Jahren immer weiter zusammen. Großvieh wird gar nicht mehr gehandelt. „Weil die Auflagen immer extremer werden“, sagt Bernhard Hülsken. Er zählt auf, was ein Pferdehändler alles erfüllen müsste, um seine Tiere auf dem Markt anzubieten. „Das ist einfach nicht mehr zu vermitteln“, sagt er. Und so bleiben die Händler zuhause.

Organisatoren legen sich für den Düstermühlenmarkt 2019 mächtig ins Zeug

Der Schwerpunkt hat sich über die vergangenen vom Viehmarkt hin zu den großen und kleinen Landmaschinen verschoben. Der Markt will aber weiter ein Angebot für die ganze Familie bieten. © Stephan Teine

Die Nachfrage – da ist er sich sicher – wäre noch da. Stattdessen wird der Bereich um die Landmaschinen immer größer. Auch die Unternehmen aus der Umgebung wollen sich auf dem Düstermühlenmarkt präsentieren – trotz oder gerade wegen der meist vollen Auftragsbücher.

Urlaub nimmt sich kaum noch einer für den Düstermühlenmarkt

Auch Ludger Kerkhoff bemerkt den Wandel. Rund um seinen Hof dreht sich alles um Gastronomie und den Dans op de Deel in seiner großen Tenne: „Früher haben sich die Leute für den Düstermühlenmarkt noch Urlaub genommen...“ „Oder einfach blaugemacht“, fällt ihm Bernhard Hülsken lachend ins Wort. Diese Zeiten sind vorbei. „Man muss die Leute heute anders packen, aber die Tradition nicht aus den Augen verlieren“, erklärt Ludger Kerkhoff.

Neue Ideen...

Michael Schaedel, der neben der Düstermühle auch eine Eventagentur betreibt, möchte in diesem Jahr mit verschiedenen gastronomischen Angeboten punkten. Außerdem konzentriert er sich für das Bühnenprogramm auf den Mühlengarten. Die große Bühne, die in den vergangenen Jahren auf der Fläche hinter der Gaststätte stand, wird nicht mehr aufgebaut.

„Die Fläche war zu groß, da hat sich das Publikum zu sehr verteilt“, sagt er. Deswegen soll es in diesem Jahr alles etwas kleiner und intimer werden. So soll auch dort bei der erstmals stattfindenden „After-Market-Party“ am Sonntagabend jede Menge gute Stimmung mit etlichen Schlagerstars geben.

...und die Traditionen

Er hätte noch ein paar mehr Ideen. Doch die drei erfahrenen Organisatoren winken ab. „Das haben wir alles schon durch“, sagt Ludger Kerkhoff.

Einig sind sie sich aber, dass sie das Programm langsam aber sicher etwas verschieben müssen. Beim vergangenen Düstermühlenmarkt hatten sie sonntags doppelt so viele Besucher wie montags. „Klar, die Familien nehmen sich keinen Tag frei, sondern kommen am Wochenende“, sagt Ludger Kerkhoff. Doch die Familien sind das Hauptpublikum für den Markt. Denn das Angebot soll so breit sein, dass für jeden etwas geboten wird.

Nur ein Wochenende funktioniert nicht

Also den Markt einfach auf das Wochenende beschränken? So einfach ist es nicht: Die Markthändler sind samstags noch woanders unterwegs. Die Ausflügler kommen sonntags. Montags kommen Stammgäste aus den umliegenden Orten zum Dans op de Deel. Die Schausteller wollen nicht nur für zwei Tage aufbauen. Der Düstermühlenmarkt hat eben seine ganze eigenen Gesetze.

Organisatoren legen sich für den Düstermühlenmarkt 2019 mächtig ins Zeug

Der Tiermarkt wird zwar immer kleiner, ist aber immer noch ein großer Besuchermagnet. © Stephan Teine

Der Regen hat inzwischen fast aufgehört. „So wäre das schon gar nicht schlecht“, sagt Bernhard Hülsken und blickt in den Himmel, an dem sich jetzt sogar ein kleiner blauer Streifen blicken lässt. 22 Grad, trocken und nicht zu windig. „Wenn morgens Regen angesagt ist, fährt eigentlich schon keiner mehr los“, sagt Ludger Kerkhoff.

Wenn das Wetter mitspielt, sei das schon 80 Prozent der Miete. Dann kann es auch wieder richtig voll werden. Mit absoluten Zahlen sind die vier Veranstalter vorsichtig: Das sei ja auch immer schwierig zu zählen, sagen sie.

Den besten Überblick hätten da immer noch die Betreiber der vielen Parkplätze. Sie hoffen auf 30.000 bis 40.000 Besucher. „Es wäre schon schön, wenn wir an der 50.000er-Grenze kratzen können“, sagt Michael Schaedel. Aber dafür muss eben auch das Wetter mitspielen.

Der Düstermühlenmarkt auf einen Blick

Samstag, 24. August:

ab 18 Uhr Markt-Barbecue am Restaurant Düstermühle mit Live-Entertainment Kirmes und Lösings Partyzelt mit DJ Apix Fahrgeschäfte auf der Kirmes: Kettenflieger, Moviestar, Polyp, Musikexpress, Beach Jumper, Autoscooter, verschiedene Kinderkarussells und ein Kinderriesenrad

Sonntag, 25. August:

9 Uhr Markteröffnung ab 18 Uhr After-Market-Party mit Livemusik im Mühlengarten. Auf der Bühne: Axel Fischer (Traum von Amsterdam), Josef Hassing, Buddy & Soul, DJ Michael Jansen, Susan Kent und Special Guest

Montag, 26. August

ab 8 Uhr Markt abends Dans op de Deel in Kerkhoffs Tenne Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Das Veranstaltungsgelände liegt direkt an der L 570 von Ahaus nach Schöppingen. Parkplätze gibt es in unmittelbarer Nähe der Veranstaltungsfläche. Weitere Infos
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