Paulus-van-Husen-Schule geht weitere Schritte in die digitale Zukunft

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Tablet-Klassensätze für die Schüler sind für Knut Kasche „ein gewaltiger Sprung“. Der Leiter der Sekundarschule in Legden und Rosendahl sieht seine Schule gut aufgestellt, aber auch Risiken.

Legden

, 04.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manchmal braucht es ein besonderes Ereignis, um die Wichtigkeit bestimmter Maßnahmen zu verdeutlichen. „Corona hat natürlich dazu beigetragen, dass die Digitalisierung an den Schulen in Deutschland massiv vorangetrieben wird“, ist sich Knut Kasche, Schulleiter der Paulus-van-Husen-Schule, sicher. In den Niederlanden oder Skandinavien sei man in diesem Bereich schon deutlich weiter.

Die im „Digitalpakt Schule“ beschlossenen Fördermittel und das Projekt „Gute Schule 2020“, bei dem Geld für die Verbesserung der Schulinfrastruktur bereitgestellt wird, seien Schritte in die richtige Richtung.

Digitale Tafeln bereits vorhanden

Eine stabile WLAN-Verbindung ist an der Sekundarschule in Legden und Osterwick auf dem ganzen Schulgelände gewährleistet. Seit drei Jahren können die Lehrer in den Klassenzimmern auch Whiteboards als digitale Tafeln nutzen. Diese hat die Paulus-van-Husen-Schule aus den Niederlanden übernommen. Darauf können sie zum Beispiel zu Hause vorbereitete digitale Tafelbilder zeigen. Platzprobleme wie bei der analogen Tafelvariante bestehen nicht mehr, man kann herunterscrollen. „Die Strukturen sind vorhanden“, betont Knut Kasche.

Bis jetzt gibt es an jedem Schulstandort zwei Computerräume, in die die Schüler gehen müssen, wenn sie selbst digital arbeiten sollen. Das wird sich zeitnah ändern. Jede Klasse wird mit einem Klassensatz Tablets ausgestattet. „Das ist schon ein gewaltiger Sprung“, freut sich Knut Kasche über den digitalen Fortschritt.

Lehrer erhalten schnelle Dienstlaptops

Während es mit der Bereitstellung der Endgeräte für die Schüler noch einige Zeit dauern kann, steht der nächste digitale Fortschritt unmittelbar bevor. Jeder Lehrer wird mit einem Dienstlaptop ausgestattet. „Die Lehrer können noch Wünsche äußern, welche Programme sie für bestimmte Unterrichtsfächer gerne hätten“, informiert Knut Kasche.

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Die in den Klassenzimmern befindlichen Laptops sind noch relativ langsam. Die neuen Computer sollen auch hier einen spürbaren Fortschritt bringen. „Wir sind zufrieden, dass die Gemeinden sich frühzeitig auf den Weg gemacht haben“, lobt Knut Kasche die Zusammenarbeit mit dem Schulträger.

Datenschutz wird wichtiges Thema

Um die Digitalisierung vor Ort geeignet umzusetzen, brauche es „vernünftige Konzepte, die bei uns seit Wochen im Hintergrund erarbeitet werden“, berichtet der Schulleiter. Es werde ständig überlegt, wie man die Schüler im Zuge der Digitalisierung mit Unterrichtsmaterial versorgen könne. Auch das ist sicherlich eine Erkenntnis aus den Tagen des Homeschoolings.

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Bei allem digitalen Fortschritt sieht Knut Kasche aber auch Risiken. „Die Kontrolle des Datenschutzes muss immer gewährleistet werden, gerade wenn viel Kommunikation digital stattfindet. Die Schulen werden mit diesem Thema oft allein gelassen“, kritisiert er. Nicht alles müsse digitalisiert werden, stattdessen müsse man eine gute Balance zwischen digitalen und analogen Unterrichtsinhalten finden.

Informatik als Pflichtfach

Knut Kasche ist klar: „Es ist die Aufgabe von Schule, die Medienkompetenz der Schüler zu stärken.“ An der Paulus-van-Husen-Schule ist auch deshalb Informatik ab der sechsten Klasse Pflichtfach. Alle Lehrer bilden sich regelmäßig zu dem Thema fort.

Knut Kasche steht vor einer digitalen Tafel. Diese kommen an der Paulus-van-Husen-Schule seit drei Jahren zum Einsatz.

Knut Kasche steht vor einer digitalen Tafel. Diese kommen an der Paulus-van-Husen-Schule seit drei Jahren zum Einsatz. © Bastian Becker

Potenzial sieht der Leiter der Sekundarschule noch bei der Vernetzung mit den Grundschulen in Legden und Rosendahl. Hier könne man vielleicht in den höheren Klassenstufen mit ähnlichen Programmen arbeiten wie an der Sekundarschule.

„Digitalisierung wird das Lernen dauerhaft verändern. Noch stehen wir ganz am Anfang. Mal gucken, wie es in zehn Jahren aussieht“, ist auch Knut Kasche gespannt.

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