Namensgebungsfeier: Schule will Geschichte eines Vorbildes weitergeben

hzPaulus van Husen-Schule

Die Sekundarschule in Legden hat einen neuen Namen, auch offiziell: Paulus van Husen-Schule. Bei der feierlichen Namensgebung sprach Schulleiter Knut Kasche von Paulus van Husen als Vorbild.

von Leon Eggemann

Legden

, 07.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anfangs sah noch alles nach ein wenig Buchstabensalat aus. Als die Schülerinnen und Schüler dann aber nach und nach die bunt bemalten Buchstaben auf schwarzen Klötzchen passend anordneten, ließ sich das ABC-Wirrwarr entziffern: Paulus-van-Husen-Schule Legden/Rosendahl.

Mit dieser künstlerischen Darbietung haben die Schüler unter der Leitung von Lehrerin Martina Cruse das Programm der offiziellen Namensgebungsfeier der Sekundarschule Legden/Rosendahl mitgestaltet. Seit Beginn des neuen Schuljahres trägt sie bereits den Titel Paulus-van-Husen-Schule, eine Feier war bereits im April geplant, fand coronabedingt allerdings erst jetzt statt.

Anschrift der Schule

„198330“, verriet Schulleiter Knut Kasche den insgesamt 134 Anwesenden, darunter Vertreter des Schulzweckverbands, Lehrer, Politiker und Schüler, nicht etwa die Telefonnummer der Schule oder die Lottozahlen. „Nein, das ist die Anschrift der Schule.“

Ein Name dagegen sei etwas Besonderes, mache individuell und präge. „Dazu ist es ein Bekenntnis und Ausdruck einer Lebensleistung“, fügt Kasche hinzu. „Als Vorbild ist Paulus van Husen genau der richtige Name.“

Bundesweit einzige Schule mit dem Namen

Stellvertretend für die Schulträger und Legdens Bürgermeister Friedhelm Kleweken, zeigte sich Christoph Gottheil überzeugt vom neuen Namen der Sekundarschule. „In Zeiten von Social Media, in denen Schüler bereits früh für ihre Meinung einstehen, ist es wichtig für die eigenen Werte einzutreten“, machte der Rosendahler Bürgermeister deutlich.

Wie er und auch Landrat Christian Schulze Pellengahr in ihren Reden verrieten, war beiden die Person Paulus van Husen vorerst noch unbekannt. „Der Name und seine Geschichte werden mit Sicherheit immer bekannter werden“, prognostizierte Gottheil. Die Sekundarschule, die bundesweit als einzige Schule den Namen des NS-Widerstandskämpfers trägt, sei bei der Verbreitung seiner Geschichte daher ein Vorreiter.

„Wir waren in einer Sackgasse“

Dass es zunächst einige Probleme bei der Namensfindung der Schule gab, erzählte Lehrer Andreas Wellenbüscher. „Wir waren in einer Sackgasse“, gab er zu. Dann las er nach Empfehlung eines Freundes das Buch „Als der Wagen nicht kam“ von Manfred Lütz. „Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen, der ideale Name war gefunden“, berichtete er.

Zuletzt richtete Manfred Lütz, Großneffe von Paulus van Husen, der aus Potsdam angereist war, noch einige Worte an die Anwesenden der Feier. „Es ist eindrucksvoll, dass eine konkrete Person als Vorbild ausgesucht wurde, Paulus van Husen hatte auch Ecken und Kanten“, schilderte der 66-Jährige.

Das macht Paulus van Husen zum Vorbild

So wäre es nicht im Sinne seines Großonkels gewesen, jede seiner Meinungen zu teilen. „Aber er ist so für seine Meinung eingestanden, dass er sogar sein Leben dafür riskiert hat – genau das macht ihn zum Vorbild“, betonte Lütz.

Zum feierlichen Abschluss segnete Pfarrer Dirk Holtmann symbolisch für beide Standorte das Osterwicker Schulgebäude. „Der Name soll nicht nur über der Schule stehen, sein Geist soll hier auch verwirklicht werden.“

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