Pfeifen glänzen in hohen Tönen

Legden Keine Miene verzieht die Heilige Cäcilia (Foto), die hoch oben auf der Empore thront. Obwohl sie allen Grund dazu hätte: Wird doch direkt vor ihren Augen die Orgel der St. Brigida Kirche in ihre Einzelteile zerlegt.

15.01.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Bereits in der vergangenen Woche haben Orgelbauer Herbert Weymanns (45) und sein Kollege Christoph Kleemann (55) mit der Renovierung des Instruments begonnen. "In erster Linie handelt es sich dabei um eine Reinigung", erklärt Organistin Ulrike Bockholt. Jede einzelne der mehr als 1900 Pfeifen muss aus den zwei Gehäusen, den so genannten Haupt- und Schwellwerken entnommen, gesäubert - und auch wieder eingesetzt werden. Behutsam reicht Christoph Kleemann seinem Kollegen die Pfeifen, der sie nach und nach auf die einzelnen Pfeifenstöcke stülpt.

Kur in Kevelaer

Ulrike Bockholt fährt derweil mit den Händen über die Tasten des Spieltisches, mit deren Hilfe sie "die Königin der Instrumente" zum Klingen bringt. Sie sind bereits von ihrer Kur aus Kevelaer zurückgekehrt. Dort, in der Orgelbaufirma Romanus Seifert & Sohn, wo sie vor 20 Jahren auch ihre ersten Töne in die Welt posaunt hat, wurden sie liebevoll aufpoliert, geschliffen und garniert, wie der Fachmann sagt.

Aufwändige Prozedur

Wieso diese aufwändige Prozedur nötig ist? "Staub hat sich zwischen die Zungenpfeifen gelegt - und der macht den Klang dumpf", berichtet Bockholt, die seit zehn Jahren die Orgel in St. Brigida spielt. Der Ton müsse immer wieder höher gestimmt werden. Doch das mache auf Dauer das Instrument kaputt. "Manche sagen, geh da doch mal mit dem Staubsauger zwischen." Bockholt lacht. Denn eins steht für sie fest: Da müssen Fachleute ran. "Schließlich hat die Orgel mit fast 470 000 DM einmal so viel gekostet wie ein Einfamilienhaus. Da sagt man ja auch nicht, Pech, wenn das Dach kaputt ist."

Schrille Klänge ertönen im Kirchenschiff. Noch bis Anfang nächster Woche sind die Orgelbauer in der Legdener Kirche beschäftigt, bis auch die letzte Pfeife gestimmt ist. Bereits Mitte der Woche können Gottesdienstbesucher die Klänge ihrer Orgel in neuer Qualität genießen. Bis dahin ist zumindest das Hauptwerk gestimmt - und auch Cäcilia kann aufatmen. kh

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