Von Rittern bis Dahliengarten: Schüler aus Polen und der Ukraine lernen Legden kennen

In verschiedenen Workshops durften sich die Schülerinnen und Schüler aus Polen, der Ukraine und Deutschland besser kennenlernen.
In verschiedenen Workshops durften sich die Schülerinnen und Schüler aus Polen, der Ukraine und Deutschland besser kennenlernen. © privat
Lesezeit

Eine ereignisreiche Woche liegt hinter den über 60 Teilnehmern des deutsch-polnisch-ukrainischen Jugendaustausches zwischen den Partnergemeinden Reszel und Legden. Unter dem Motto „Zusammen in Europa 2022“ haben sich 50 Jugendliche und ihre Betreuer sportlich und künstlerisch betätigt und viel über Heimat, Grenzen und Europa gelernt, heißt es in einem entsprechenden Bericht. Gefördert wurde der Austausch durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk.

Am Dienstag erarbeiteten die Teilnehmer zunächst ein Bild ihrer persönlichen Vorstellung von Heimat und erfuhren unter anderem am Beispiel der Asbecker Stiftsdame Therese von Zandt, was man alles erleben kann, wenn man Grenzen und Konventionen überwindet. Während der Exkursion nach Münster am Mittwoch konnten sie dann ihr Wissen über den Dreißigjährigen Krieg und die friedensstiftende Wirkung von territorialen Grenzen bei Besuchen des Stadtmuseums und des Friedenssaales vertiefen.

Freundschaftliche Kontakte geknüpft

Am Donnerstag und Freitag führte schließlich die Paulus van Husen-Schule in Legden verschiedene Workshops mit der Gruppe durch, bei denen die Teilnehmer unter anderem ein Erinnerungsbild für beide Schulen und leckere Kekse in den Nationalfarben der drei Länder Deutschland, Polen und der Ukraine sowie der Europäischen Union herstellten.

Der Jugendaustausch war für alle Teilnehmer ein Erfolg.
Der Jugendaustausch war für alle Teilnehmer ein Erfolg. © privat

Dass bereits erste freundschaftliche Kontakte geknüpft werden konnten, zeigte sich beim gemeinsamen Besuch des Freizeitbades Aquarius in Borken, wo die Jugendlichen in sprachgemischten Gruppen Wasserball spielten. Untergebracht waren die polnischen und ukrainischen Gäste in Gastfamilien in Legden und Asbeck und so nutzten viele den Samstag, um mit ihren Gastfamilien einen Ausflug in das nahe gelegene Enschede zu unternehmen.

„Zwei Länder in einer Woche besuchen, das ist schon etwas Besonderes“, erklärte Mariola Zalwert vom Partnerschaftskomitee Legden-Asbeck/Reszel den Reiz dieser Stippvisite für die Gäste. Einige nahmen jedoch auch mit Begeisterung mit ihren Gastgebern an deren Freizeitveranstaltungen teil, insbesondere am Schützenfest des Musikvereins in Asbeck.

Großes internationales Buffet

Am Abend kamen alle im Dormitorium zum großen internationalen Buffet zusammen, zu dem jeder etwas beisteuerte, was zuvor in Kleingruppen oder in den Familien zubereitet worden war. Angesichts Pieroggi und würzigen Bigos sowie von leckerem Nudelsalat und Schokoladenpudding wurde vielen Teilnehmern bewusst, dass auch Essen ein Stück Heimat bedeuten kann. „Ein kulinarischer Genuss und ein Höhepunkt der Woche“, waren sich alle einig.

Gut gestärkt ging es sodann in zwei Gruppen auf zur Fackelwanderung durch Asbeck, entlang der Grenzen, die Ritter und Stiftsdamen solange voneinander trennten und die für viele Konflikte sorgten, bis unter anderem mit Hilfe der Schnadegänge Frieden einkehrte.

Besuch im Dahliengarten

Am Sonntag wurden die Gäste vom Legdener Bürgermeister Dieter Berkemeier im Dahliengarten begrüßt, wo sie sich bei schönstem Herbstwetter ein Bild von den zahlreichen verschiedenen Dahlien machen konnten. Den Weg von und nach Asbeck legten die Jugendlichen im Pengel Anton zurück, der während der Fahrt zu intensiven Gesprächen anregte.

Den Weg von und nach Asbeck legten die Jugendlichen im Pengel Anton zurück.
Den Weg von und nach Asbeck legten die Jugendlichen im Pengel Anton zurück. © privat

Nach einer Evaluationsrunde stärkten sich die Teilnehmer und Gastfamilien dann bei einem letzten gemeinsamen Abendessen, bevor die Reisegruppe am frühen Montagmorgen den Heimweg nach Reszel antrat. „Wir kehren begeistert nach Reszel zurück“, freuten sich die polnischen Betreuer, vor allem, da sie die Kontakte zur Paulus van Husen-Schule in Legden nach der langen Coronapause neu knüpfen konnten. Und so hieß es am Montagmorgen nicht „Tschüss“, sondern nur „Bis bald in Reszel“.