Schulneubau ist fertig, doch er bleibt wegen Corona-Krise erst mal leer

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Der Neubau der Brigidenschule ist fertig. Die Lehrer räumen bereits alle Materialien ein. Doch wann und wie hier Schüler unterrichtet werden, steht wegen der Corona-Pandemie noch nicht fest.

Legden

, 27.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Räume sind licht und freundlich, kleine Stühle und Tische sind im Raum verteilt, in den hellen Holzregalen stehen bereits Körbe und Ordner mit Materialien. Fast alles im Neubau der Brigidenschule ist bereit für den Unterricht. Bis die Schüler in die neuen Klassen einziehen, wird es allerdings noch dauern. Und eine Einweihungsfeier wird es auch erst mal nicht geben.

Noch ist Homeschooling angesagt. Erst am 4. Mai beginnt wieder der Unterricht in den Grundschulen. Und das erst einmal nur für die vierten Klassen. Die bleiben aber in ihren gewohnten Klassenräumen. „Hier werden drei dritte Klassen und eine zweite Klasse unterrichtet“, informiert die stellvertretende Schulleiterin Doris Borgert beim Ortstermin im Neubau. Bis auf die Tafeln, die wegen Lieferschwierigkeiten noch fehlen, ist alles fertig.

Bürgermeister Friedhelm Kleweken macht sich ein Bild vom Umzug. Ein paar erste Masken hat er auch mitgebracht.

Bürgermeister Friedhelm Kleweken macht sich ein Bild vom Umzug. Ein paar erste Masken hat er auch mitgebracht. © Markus Gehring

Wann die zweiten und dritten Klassen wieder die Schulen besuchen werden, steht nicht fest. Es wird auf jeden Fall anders als geplant. Abstand und Hygiene sind die großen Schlagworte. So wird ein Teil der Schüler durch eine Seitentür in den Neubau der Brigidenschule gelangen. Schüler sollen sich so wenig wie möglich begegnen. „Jedes Kind nutzt immer die gleichen Türen“, so Doris Borgert.

Klassen werden für den Unterricht geteilt

Auch die Stühle und Tische, die jetzt schon aufgebaut wurden, werden noch reduziert. „Die Klassen werden geteilt. In zwei oder drei Gruppen“, sagt Doris Borgert. Alle Tische werden nummeriert, dass jedes Kind immer auf dem gleichen Platz sitzt.

Und die Bänke für den Sitzkreis werden auch erst einmal nicht gebraucht. Die Seifenspender, die am Waschbecken stehen, werden noch ausgetauscht. Hier kommen fest installierte Spender hin. Denn Händewaschen gehört in Zukunft auch zu jedem Unterricht dazu. Beim Ortstermin hat Bürgermeister Friedhelm Kleweken schon mal Masken mitgebracht, die der Kreis Borken geliefert hat. Jeder Schüler wird sie bekommen.

In jedem Klassenzimmer gibt es ein Waschbecken. Die Seifenspender werden noch gegen fest installierte Spender ausgetauscht.

In jedem Klassenzimmer gibt es ein Waschbecken. Die Seifenspender werden noch gegen fest installierte Spender ausgetauscht. © Markus Gehring

Wie genau der Unterricht aussehen wird, darüber wird noch gesprochen. Doris Borgert spricht von „rotierendem Unterricht“. Denn auch nicht alle Lehrer werden in die Schule kommen können, weil sie zu Risikogruppen gehören. Ein Viertel, so schätzt die Konrektorin. Pausen, auch das sagt sie, wird es in der gewohnten Form nicht geben. „Wir können nicht hier im Gebäude für Abstand sorgen und in der Pause lassen wir dann alle nach draußen.“

Differenzierungsräume bekommen von zwei Seiten Tageslicht

Der Neubau ist gelungen, das zeigt sich auf dem Rundgang zu den vier Klassenräumen. Alle Räume sind hell und erscheinen deshalb sehr geräumig. Der Boden hat Holzoptik, oben an den Decken ziehen Platten die Blicke auf sich. Sie werden künftig Geräusche schlucken.

Die kleineren Differenzierungsräume haben auf zwei Seiten fast komplett eine Glasfront. So ist es auch hier hell trotz des relativ geringen Abstands zum alten Schulgebäude. Dicke Sitzsäcke weisen daraufhin, dass hier nicht nur in kleinen Gruppen gelernt wird, sondern auch Entspannung zum Schulalltag gehört.

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In den Osterferien sind die Lehrer mit Stühlen, Tischen und Arbeitsmaterial umgezogen. Für einen der Klassenräume wurde neues Mobiliar angeschafft. Auch im Altbau verändert sich einiges. Eine zweite Klasse zum Beispiel war im ehemaligen Werkraum untergebracht und zieht jetzt in den Neubau. Dafür kann die OGS die ehemaligen Klassenräume für die Betreuung „Von 8 bis 1“ nutzen. In einen anderen Raum kommt dann ein Werkraum. Wo früher Lehrmittel gelagert wurden, sind jetzt zusätzliche Toiletten geschaffen worden.

Einweihungsfeier fällt erst einmal aus

Rund eine Million Euro wurden in den zweigeschossigen Neubau investiert. Eigentlich sollte das Gebäude mit einem Fest und Tag der offenen Tür eingeweiht werden. Der 20. Juni stand als Termin fest. Doch wegen der Corona-Pandemie wurde er erst einmal abgesagt.

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