Schwierige Entscheidung für Bach oder Mühlenteich

Stauwehrsanierung

Wird der Mühlenteich an der Stiftsmühle doch verschwinden? Die Bezirksregierung hat jetzt neue Argumente in die Diskussion um die Sanierung des Stauwehrs geworfen. Für einen ökologischen Umbau kann es eine 80-prozentige Förderung geben. Dann allerdings würde statt des Mühlenteichs im Ortskern nur der Asbecker Mühlenbach fließen. Eine Entscheidung wurde am Montagabend bei der Sitzung des Gemeinderats noch nicht getroffen.

ASBECK

, 20.04.2016, 19:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es sind starke Argumente. Rund 80.000 Euro würden die Gemeinde der (geförderte) Umbau der Stauanlage und die Gewässerrenaturierung kosten. Die Erneuerung der maroden Stauanlagentechnik und damit die Wiederherstellung der jetzigen Situation müsste die Gemeinde zu 100 Prozent selbst tragen. 154.000 Euro - und damit fast doppelt so viel - werden dafür veranschlagt.

Naturschutz kontra Denkmalschutz - so könnte man die Positionen auf einen kurzen Nenner bringen. Dabei schien schon alles klar für die Variante II und den Erhalt des Mühlenteichs. Im Dezember hatte bei einer Ratssitzung alles dafür gesprochen. Ein Beschluss fiel damals nicht, weil noch die Kosten ermittelt werden sollten.

Wasserentnahmerichtlinie

Damals gab den Ausschlag, dass die europäische Wasserrahmenrichtlinie nicht zum Zuge kommen muss, weil die fischökologische Bedeutung des Mühlenbachs nicht hoch eingeschätzt werde. "Die Masse Wasser ist nicht ausreichend, um an 300 Tagen im Jahr eine Durchgängigkeit sicherzustellen", betonte der Sachverständige Hans-Georg Flick auch am Montagabend. "Deshalb ist die Gemeinde frei in ihrer Entscheidung."

Die Bezirksregierung, so Flick weiter, schätze aber eine Gewässerrenaturierung und eine Umwandlung von Still- in Fließgewässer und habe deshalb erst kurz vor der Sitzung signalisiert, dass eine 80-prozentige Förderung möglich sei. Bedingung ist die Variante 1a: Dann muss nicht nur die Stauanlage umgebaut werden, sondern auch der Oberlauf bis zur Feuerwehr. Außerdem müssen in den kommenden Jahren die fünf Sohlabstürze auf dem Unterverlauf bis zur Dinkel umgestaltet oder beseitigt werden.

Bürger werden gefragt

Eine schwere Entscheidung, so deutete sich in der Sitzung an. Freude natürlich über die mögliche Förderung. Auch sei diese Variante am nachhaltigsten, hieß es beispielsweise aus den Reihen der UWG. Auch Berthold Langehaneberg resümierte: "Alles spricht für Variante Ia." Er gab aber auch zu bedenken, dass die Mühle mit dem Teich ein touristischer Anziehungspunkt sei.

Fragen kamen auch von Bruno König (UWG): "Wie lange haben wir Ruhe? Außerhalb Asbecks bestimmt, aber wie wird sich der Abschnitt im Ortskern entwickeln?" Sein Fraktionskollege Gerd Heuser hatte ähnliche Sorgen: "Ökologische Projekte sind schon im Außenbereich, aber mitten im Dorf?"

Diskussion vertagt

So wurde am Ende die Diskussion vertagt. Eventuell sollen ähnliche Projekte andernorts besichtigt werden. Außerdem sollen die Bürger in die Diskussion einbezogen werden. Bernhard Laukötter, Vorsitzender des Asbecker Heimatvereins", als Zuschauer bei der Sitzung dabei, wird dies gern gehört haben.

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