Vier neue Baugebiete für Legden, aber Sorge vor „Elektrosmog“

hzBaugebiete

Vier neue Flächen für Wohnbebauung – damit sind die Politiker im Gemeinderat sehr zufrieden. Schließlich sagen Prognosen, dass jährlich 50 neue Wohnungen in Legden entstehen müssen.

Legden

, 05.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für vier neue Baugebiete in Legden wurden jetzt die Weichen gestellt. Es sollen Bebauungspläne im sogenannten beschleunigten Verfahren aufgestellt werden. Für Bürgermeister Friedhelm Kleweken hat dieser Beschluss noch weiter reichende Bedeutung.

Die Flächen liegen – das ist Bedingung für das beschleunigte Verfahren – alle am Rand von bestehender Bebauung und haben eine Grundfläche von weniger als 10.000 Quadratmeter. „Man muss nicht alles prüfen“, erläutert Bürgermeister Friedhelm Kleweken das Verfahren gemäß Paragraf 13b des Baugesetzbuchs. So kann eine förmliche Umweltprüfung wegfallen.

Bis Jahresende muss Verfahren starten

Es gibt eine Einschränkung: „Das Gesetz hat ein Verfallsdatum“, so Kleweken. 2017 auf den Weg gebracht, um der Wohnungsnot etwas entgegenzusetzen, läuft es jetzt wieder aus. Das Verfahren zur Aufstellung eines solchen Bebauungsplan muss bis Ende des Jahres eingeleitet werden, für den Satzungsbeschluss ist dann bis Ende 2021 Zeit. „Wie will man das bewerkstelligen“, hatte Sigrid Goßling (SPD) die Verwaltung gefragt.

Vier neue Baugebiete für Legden, aber Sorge vor „Elektrosmog“

Der Bebauungsplan „Triepenbusch“ für diese Fläche soll geändert werden, um Bebauung möglich zu machen. © Ronny von Wangenheim

Für alle vier Flächen gab es einstimme Beschlüsse in der vergangenen Sitzung des Bauausschusses. Der Gemeinderat wird am 16. Dezember abschließend beschließen. Die CDU-Fraktion begrüßte die schnelle Planung: „Das beschleunigte Verfahren bringt mehr Schwung“, sagte Jörg Oeing: „Wir brauchen mehr Angebote, damit die Preisspirale nicht hochgetrieben wird.“ Bürgermeister Kleweken erläuterte, dass es bereits Gespräche mit den Grundstücksbesitzern gegeben habe.

Was ist mit dem Tunnel und dem Elektrosmog?

Fragen gab es vor allem zu zwei Flächen: Sowohl der Bebauungsplan Triepenbusch zwischen Bahnhofstraße und B 474 als auch der Bebauungsplan „Fliegenmarkt/Drostenkamp“ betreffen Flächen, unter denen der Tunnel für die 380kV-Höchstspannungsleitung verlaufen wird. „Sind diese Flächen überhaupt bebaubar“, fragte Gerd Heuser (UWG): „Es ist Elektrosmog zu erwarten.“

Vier neue Baugebiete für Legden, aber Sorge vor „Elektrosmog“

Der Bebauungsplan für diese Fläche soll geändert werden, um Bebauung möglich zu machen. © Ronny von Wangenheim

Eine Antwort darauf hatte Bürgermeister Friedhelm Kleweken nicht. „Es gibt nur eine mündliche Aussage, dass es keine Beeinträchtigungen gibt.“ Er sieht deshalb einen weiteren Vorteil, wenn hier der Bebauungsplan aufgestellt wird. „Dann muss sich Amprion verbindlich äußern.“ Vielleicht könne aber wegen der Arbeiten an dem Tunnel es nicht so beschleunigt gehen wie gedacht. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2020 starten und werden rund eineinhalb Jahre dauern.

Jetzt lesen

Unstrittig sind die anderen beiden Flächen. Der Bebauungsplan „Asbecker Straße/Neustadt“ grenzt an das neue Baugebiet Roggenkamp an. „Die Fläche wurde damals schon bei der Regenentwässerung mitgedacht“, informierte Friedhelm Kleweken.

Vier neue Baugebiete für Legden, aber Sorge vor „Elektrosmog“

An der Heeker Straße könnte eine Reihe mit fünf Häusern gebaut werden. Langfristig könnte auch die Fläche dahinter irgendwann Baugebiet werden. © Markus Gehring

Ein kleineres Gebiet ist an der Heeker Straße zwischen den Hausnummern 11 und 27. Kleweken: „Es ist der Einstieg in die Bebauung, da ist Potenzial für mehr.“ Erst einmal wird an eine Häuserreihe entlang der Straße gedacht. Fünf Grundstücke seine theoretisch möglich. Kleweken: „Wir stellen uns hier eine einfache Erschließung vor.“

Lesen Sie jetzt