Stiftshaus: Die Asbecker sollen bei der Planung mitreden können

hzStiftshaus Asbeck

Das Stiftshaus soll ein öffentlicher Ort in Asbeck werden. Die Gemeindeverwaltung hat dem Rat im Dezember 2019 ihre Pläne präsentiert. Diese sollen nun Thema einer Bürgerversammlung sein.

Legden

, 09.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Ratssitzung im Dezember 2019 wurden den Kommunalpolitikern erstmals die Pläne für das Stiftshaus in Asbeck gezeigt: ein schmales Gebäude an der Stiftsstraße neben der historischen Hunnenporte. Viele Gespräche mit dem Heimatverein und der Kirchengemeinde seien geführt worden, federführend sei die Gemeinde Legden beim Projekt engagiert, sagte Bürgermeister Friedhelm Kleweken seinerzeit.

Jetzt lesen

Nun kam das Projekt durch einen Antrag der UWG-Fraktion am Dienstag wieder auf die Tagesordnung des Rates: Die Unabhängigen forderten, eine Bürgerversammlung in Asbeck einzuberufen. Dabei sollten die Bürger befragt werden, „wofür das Gebäude genutzt werden soll, wer das Gebäude baut, wer Nutzer und Betreiber werden soll und und wer letztendlich das Gebäude unterhält und wem es gehören soll“, zählte die UWG für sie offene Fragen auf.

Die Asbecker sollen bei der Planung mitreden können

Ferner solle die Bevölkerung darüber informiert werden, wie das Grundstück Stiftsstraße/Brückenstraße (früher Hotel Jägerhof) genutzt werden soll. Und zu guter Letzt solle die Verwaltung mindestens drei weitere, im Baustil unterschiedliche Varianten, präsentieren. Denn: Das geplante Gebäude weiche deutlich von der vorhandenen, historischen Bauweise/Bauart ab. Darüber hinaus verdecke es den Blick auf das historische Gebäudeensemble von Hunnenporte und den Spiekern.

Jetzt lesen

Bürgermeister Friedhelm Kleweken war damit einverstanden, in einer Versammlung mit den Bürgern über die Nutzung zu diskutieren und die Pläne vorzustellen. Überhaupt nicht einverstanden war er aber mit der Forderung, neue Varianten auszuarbeiten. „Wir haben einen ausgereiften Entwurf, der mit den Denkmalschützern beim LWL abgesprochen ist. Und Kirchengemeinde und Generalvikariat meinen, das Gebäude passt sich an“, betonte Kleweken.

So sehen die Pläne für das Stifshaus in Asbeck aus: Die Westansicht (unten links) ist zum Beispiel praktisch die Perspektie von der Kirche aus gesehen, die Südansicht (oben links) ist die Ansicht aufs Stiftshaus, wenn man auf dem Küchenplatz vor der Hunnenporte steht.

So sehen die Pläne für das Stifshaus in Asbeck aus: Die Westansicht (unten links) ist zum Beispiel praktisch die Perspektie von der Kirche aus gesehen, die Südansicht (oben links) ist die Ansicht aufs Stiftshaus, wenn man auf dem Küchenplatz vor der Hunnenporte steht. © Gemeinde Legden

„Den modernen Touch kann Asbeck ganz gut vertragen“

Er lehne es ab, den Baustil vergangener Jahrhunderte zu imitieren. „Den modernen Touch kann Asbeck ganz gut vertragen“, war er sich sicher. Allerdings: Wenn die Pläne in der Bürgerversammlung überhaupt keine Akzeptanz finden würden, solle das Thema wieder auf die Tagesordnung, betonte der Bürgermeister.

Eine Frage der UWG beantwortete er auch am Dienstag. Die Gemeinde Legden sei Bauherr und Eigentümer und stelle das Gebäude der Kirchengemeinde zur Mitnutzung zur Verfügung. Für eine „multifunktionale Nutzung“ sei die Verwaltung offen.

Jetzt lesen

UWG-Fraktionschef Gerd Heuser kritisierte, dass es sicher einen langen Werdegang gegeben habe für das Projekt, „aber der war nicht öffentlich.“

Die Bürger hätten ein Mitspracherecht, und ohne Alternativen hätten sie keine Auswahl, bekräftigte er das Anliegen der UWG, auch andere Pläne zu entwerfen. Sigrid Goßling (SPD) sprach sich dagegen aus, einen Baustil zu imitieren. „Aber ein Gebäude abtragen und wieder aufbauen – da wäre ich nicht abgeneigt.“ Mit den anderen Punkten des UWG-Antrags sei die SPD einverstanden.

„Keine die Rückmeldung, dass die Pläne nicht ankommen“

Die CDU folgte dem UWG-Antrag ausdrücklich in dem Punkt, dass eine Versammlung einberufen werden sollte. „Viele kennen die Pläne schon“, wusste er zu berichten. „Ich habe nicht die Rückmeldung, dass die Pläne nicht ankommen“

Es handele sich um ein „herausragendes Areal in Asbeck“. Das Urteil des LWL sei wichtig, aber ebenso die Interessen der Asbecker.

Bei der Abstimmung votierten alle Ratsmitglieder dafür, dass die Verwaltung zeitnah eine Bürgerversammlung einberuft, dort informiert und sich nach den Wünschen der Asbecker erkundigt. Mit CDU und SPD stimmte aber die Mehrheit dagegen, neue Planvarianten erstellen und zeigen zu lassen.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt