Stress, der schmeckt

LEGDEN Sie packen, kochen, organisieren, führen, unterrichten, managen, und bei Bedarf trösten und retten sie auch: Sie sind eben echte Macher – Ferien-Macher! Damit andere die schönsten Wochen des Jahres so richtig genießen können, legen sich diese Legdener und Asbecker ins Zeug – oft während ihrer eigenen Freizeit. Die Münsterland-Zeitung stellt einige von ihnen in einer neuen Serie vor.

von von Sylvia Lüttich-Gür

, 07.07.2009, 19:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stress, der schmeckt

Monika Kerkhoff (l) und Irmgard Reers bekochen das Ferienlager.

Familie, Beruf, Ehrenamt: Monika Kerkhoff und Irmgard Reers sind im Alltag voll eingespannt. Den haben sie jetzt für zwei Wochen hinter sich gelassen und sind ins Sauerland gereist - nicht um dort zu wandern oder nur die Füße hoch zu legen, sondern um zu kochen: für 75 Kinder und 20 Betreuer des Asbecker Ferienlagers. Schon die Vorbereitungen für die Fahrt sind eine schweißtreibende Angelegenheit: Die beiden Frauen hieven Töpfe und Pfannen auf die Ladefläche des weißen Transporters, der am Asbecker Dorfeingang parkt. Hinter ihnen liegt bereits ein mehrstündiger Einkauf: 20 Kilogramm Nudeln, 100 Kilo Fleisch, einige Tüten Pommes - "und natürlich die Heißwürstchen, die wir gleich zur Begrüßung reichen, sobald wir in Westenfeld angekommen sind", ergänzt Irmgard Reers und reicht dem Mann auf der Ladefläche Dose um Dose. "Gemüse und Obst kaufen wir frisch vor Ort", ergänzt Monika Kerkhoff, die als ehrenamtliche Stiftsköchin regelmäßig Gäste in Asbeck bekocht - wenn sie nicht gerade den Kochlöffel im Urlaub schwingt.

Urlaub? Ist es das denn überhaupt? Die beiden Frauen lachen und wischen sich den Schweiß von der Stirn. Drei Mahlzeiten vorbereiten und dazu noch jeden Nachmittag ein Kaffeetrinken - das sei natürlich Stress, sagen beide: "Aber angenehmer Stress, denn langweilig wird es nie mit den ganzen Kindern." Außerdem hätten sie dieses Mal anders als im Vorjahr mit Birgit Brügger und Simone Eißing auch Verstärkung im Küchen-Team, "dann ist mehr Zeit zum Luftholen".

Das Lieblingsgericht der Kinder? Irmgard Reers, die gerade als Wirtin der gleichnamigen Gaststätte in den Ruhestand gewechselt ist - "zumindest offiziell", wie sie augenzwinkernd hinzufügt - antwortet wie aus der Pistole geschossen: Spaghetti Bolog nese. Daran habe sich in all den 23 Jahren, in denen sie jeden Sommer mitfährt ins Ferienlager, nichts geändert.

Genug geplaudert. Monika Kerkhoff, die immerhin schon seit 1995 Jahr für Jahr die Ferien im Sauerland zum kulinarischen Ereignis macht, schleppt einen Schwenkgrill zum Auto, höchste Zeit für ihre Mitstreiterin, mit anzupacken. Der Parkplatz gegenüber dem Feuerwehrgerätehaus ist jetzt schon übersät von Kisten, Kartons und Koffern. Und Helfer schleppen immer noch mehr Gepäck an. Chaos? Nicht mit Gisela Vogt! Die dunkelhaarige Frau dirigiert unaufgeregt jeden an seinen Platz – nach 14 Jahren als Lagerleiterin hat sie darin Routine. In den nächsten zwei Wochen wird jeden Morgen um 7 Uhr der Wecker der 41-Jährigen schellen, „und nachts kommen wir selten vor 3 Uhr ins Bett“, ergänzt sie lachend. Trotzdem: „Für mich gehört das zum Sommer dazu“ – genauso wie das Kinderlachen der Ferienkinder und die gute Gemeinschaft im Helferteam. Die schätzt sie bereits, seitdem sie als 18-Jährige das erste Mal dabei war, damals noch als einfache Betreuerin.

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