Tragende Säule in Gemeinde

Legden "Die Landwirtschaft ist wichtiger als Rosenmontag" - mit diesen Worten begrüßte Vorsitzender Norbert Schulze Beikel die Landwirte bei der Versammlung des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Legden angesichts des voll besetzten Saals am Montag in der Gastwirtschaft Ostermann.

06.02.2008, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Das Interesse an der Versammlung des Landwirtschaftlichen Ortsvereins war groß am Montag in der Gaststätte Ostermann - trotz Rosenmontags. MLZ-Fotos (2) Spark</p>

<p>Das Interesse an der Versammlung des Landwirtschaftlichen Ortsvereins war groß am Montag in der Gaststätte Ostermann - trotz Rosenmontags. MLZ-Fotos (2) Spark</p>

"Die Landwirtschaft ist die tragende Säule der Gemeinde Legden", betonte Bürgermeister Friedhelm Kleweken die Bedeutung der Landwirtschaft für die Gemeinde.

Die Gemeinde bemühe sich zudem, mehr Gewerbe anzusiedeln, um damit Arbeitsplätze schaffen zu können. Aus diesem Grund haben Legden und Ahaus eine interkommunale Zusammenarbeit zwecks Ausweisung und Einrichtung neuer Gewerbegebiete vereinbart, die sich im Bereich der BAB-Abfahrt Legden anbiete. Die Gemeinde Legden könne nach Aussage von Kleweken die von ihr beabsichtigten großen Maßnahmen auf Grund höherer Steuereinnahmen als erwartet ohne Kreditaufnahme schultern.

Wie lange noch kann die Landwirtschaft die steigende Weltbevölkerung ernähren? Dieser Frage widmete sich Jörg Sümpelmann, Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Borken. Ohne den Einsatz von Mineraldünger und Pflanzenschutzmitteln und in Zukunft auch gentechnisch veränderter Pflanzen würde die Weltbevölkerung bei biologischem Anbau sieben Milliarden Hektar Acker brauchen, um sich ernähren zu können, so Sümpelmann. Der Anteil des Ackers der Weltoberfläche betrage aber nur 1,8 Mrd. Hektar, die für die Welternährung intensiv genutzt werden müssten.

Höherer Bedarf

Bei einerseits wachsender und auch reicher werdender Weltbevölkerung werde die Nachfrage nach Fleisch bis 2030 um 70 Prozent steigen. Insbesondere die Fleischerzeugung habe einen großen Flächenbedarf. Für die Erzeugung von einem Kilogramm Hühnerfleisch müssten drei Kilogramm Getreide eingesetzt werden, für ein Kilogramm Schweinefleisch vier Kilogramm und für ein Kilogramm Rindfleisch neun Kilogramm Getreide. Um diesem Bedarf nachzukommen, müssten bei der jetzigen Produktionsform vier Mrd. Hektar landwirtschaftlich genutzt werden (können). Bezüglich der Größe der verfügbaren dieser Fläche dürfe jedoch nicht übersehen werden, dass große Bereiche heutiger Anbauflächen durch den Klimawandel für die Produktion wegfielen. Ein Großteil der Nahrungsmittel müsse in die großen Städte transportiert werden. Es lebten bei steigender Tendenz schon jetzt fast 50 Prozent der Weltbevölkerung in Millionenstädten mit bis zu 21 Mio. Einwohnern. Sümpelmanns Fazit: "Ohne Intensive Landwirtschaft ist die Weltbevölkerung nicht zu ernähren." sp

Lesen Sie jetzt