Trotz Blumenkorso-Absage: Legden krönt feierlich neue Dahlienkönigin

hzIm kleinen Kreis

Der Blumenkorso ist wahrscheinlich das Highlight im Kalender der Gemeinde Legden. Die Absage traf alle hart. Am Wochenende konnte man zumindest im kleinen Rahmen eine neue Königin krönen.

Legden

, 22.09.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über 30.000 Besucher strömten 2017 trotz schlechten Wetters am Blumenkorso-Wochenende nach Legden. Mit ähnlichen Zahlen hatte man 2020 gerechnet. Zumindest bis zum Anfang des Jahres. Dann kam Corona und die Verantwortlichen zogen frühzeitig die Reißleine. Im April verkündete der Blumenkorsoverein, dass die Veranstaltung in diesem Jahr abgesagt werden muss.

Die kleine Feier fand nur im engsten Freundes- und Familienkreis statt.

Die kleine Feier fand nur im engsten Freundes- und Familienkreis statt. © Johannes Schmittmann

„Das Risiko war uns – unabhängig von der Gesetzgebung – einfach zu groß. Es war keine schöne Entscheidung, aber die richtige“, sagt Norbert Haverkock, Vorsitzender des Vereins. Ganz auf die besondere Atmosphäre verzichten wollten sie dann aber doch nicht. Und so reifte in den vergangenen Wochen ein Plan B. „Damit wir wenigstens ein bisschen feiern können“, so Haverkock.

Nina Iking wird zur Dahlienkönigin gekrönt

An einen Korso mit Zuschauern war natürlich mit Blick auf die steigenden Coronainfektionen nicht zu denken. Aber zumindest der neuen angehenden Dahlienkönigin wollte man einen standesgemäßen Einstand bieten. Also stellte der Verein am Samstagnachmittag im Dahliengarten einige Bierzeltgarnituren auf, sperrte den Bereich mit Flatterband ab und lud im engsten Kreis zu einer kleinen Feierstunde.

Nobert Haverkock bedankte sich auch bei Nele Mathmann, die drei Jahre Dahlienkönigin gewesen war.

Nobert Haverkock bedankte sich auch bei Nele Mathmann, die drei Jahre Dahlienkönigin gewesen war. © Johannes Schmittmann

Im Mittelpunkt stand, wie sollte es anders sein, die 13-jährige Legdenerin Nina Iking. Trotz der Absage des großen Events und der widrigen Umstände hatte sie frühzeitig signalisiert, Dahlienkönigin werden zu wollen. „Das ist nicht selbstverständlich. Denn das Highlight ist ja gerade die Fahrt im letzten Wagen des Blumenkorsos“, sagt Nobert Haverkock.

Neue Regentin strahlt mit Sonne um die Wette

Die neue Regentin ließ sich zumindest am Samstag aber nichts anmerken. Sie strahlte mit der Sonne um die Wette und gestand schon vor der Zeremonie: „Ich finde es einfach schön, dass es doch noch mit einem kleinen Ersatz geklappt hat. Die Stimmung ist gut und das ist das Wichtigste.“ Keinen Hehl machte Nina Iking daraus, dass sie ein bisschen aufgeregt war. „Aber das ist glaube ich normal.“

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Das konnte Nele Mathmann nur bestätigen. Die 15-Jährige hatte drei Jahre das Dahliendorf regiert und gab nun die Krone an ihre zwei Jahre jüngere Nachfolgerin weiter. Für sie endete damit eine besondere Zeit. „Es war eine sehr schöne Erfahrung. Aber nach drei Jahren ist es auch mal gut gewesen. Ich weiß ja, dass Nina es gut machen wird.“

Kleine Festgemeinschaft darf feiern

Bevor es zum offiziellen Wechsel an der Spitze kam, richtete Nobert Haverkock noch einige Worte an die kleine Festgemeinschaft: „Wenn man darüber nachdenkt, was heute sonst losgewesen wäre, tut es natürlich weh. Aber ich glaube, wir können uns freuen, dass wir wenigstens in dieser Form zusammenkommen dürfen.“

Wilhelm Schwieters schenkte Königin Nina I. eine neue Züchtung. Getauft wurde sie auf den Namen "New Nina".

Wilhelm Schwieters schenkte Königin Nina I. eine neue Züchtung. Getauft wurde sie auf den Namen "New Nina". © Johannes Schmittmann

Auch der (noch) amtierende Bürgermeister Friedhelm Kleweken sprach einige Worte: „Diese Regentschaft wird in die Korso-Geschichte eingehen. Ich hoffe, dass wir 2021 wieder richtig feiern können.“ Dann steckte Nele Mathman, wie es die Tradition will, ihrer Nachfolgerin die Krone ins Haar. Nina I. zeigte sich für ihr Alter erstaunlich reif: „Die Gesundheit steht im Vordergrund. Wenn man bedenkt, wie gering die Wahrscheinlichkeit ist, einmal Dahlienkönigin zu sein, bleibt es trotzdem ein besonderes Gefühl.“

Wilhelm Schwieters, Legdens berühmter Dahlienzüchter, gehörte zu den ersten Gratulanten und hatte für die Dahlienkönigin eine neue Züchtung im Gepäck. Die Regentin taufte sie auf den Namen „New Nina“. Anschließend musste die 13-Jährige für unzählige Fotoapparate im Dahliengarten Motiv stehen. Dass es „nur“ eine Ersatzveranstaltung war, merkte man an diesem Nachmittag kaum. Groß gefeiert werden soll dann nach Wunsch 2021 – spätestens aber 2022.

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