Ultraleichtfliegen: Für ihn ist Fliegen mehr als nur ein Hobby

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Klemens Richters ist Ultraleichtflugzeugpilot und hat seine Leidenschaft mit seiner Arbeit verbunden. Auch heute noch, fliegt er gerne über seine Heimatgemeinde, aber er hat auch andere Ziele.

Legden

, 03.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Fliegen, ja das kennen die meisten von uns – zumindest das Mitfliegen, wenn es in den nächsten Urlaub geht. Aber selbst ein Flugzeug zu steuern, das ist ein Traum, den sich viele Menschen gerne erfüllen würden. Man schwebt über den Menschen und Landschaften und ist für kurze Zeit in einer ganz anderen Welt.

Für Klemens Richters (69) ist Fliegen nicht nur ein Hobby. Der gebürtige Legdener fliegt zwar aus purer Freude in Ultraleichtflugzeugen, aber er möchte anderen auch eine Freude damit machen. Das hat auch etwas mit seinem früheren Beruf zu tun.

Kinder- und Jugendarbeit

Der mittlerweile seit 2017 pensionierte Pädagoge hat lange mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet. Nach einer Verwaltungslehre in Legden ging der heute 69-Jährige nach Münster und Frankfurt zum Pädagogik-Studium. „Ich habe die erste Jugendkrisenhilfe in Münster mit aufgebaut“, sagt der Pilot.

Heute lebt er in Telgte, die Jugendarbeit hat sein Leben aber so maßgeblich geprägt, dass der siebenfache Großvater immer noch aktiv dabei hilft, Kindern und Jugendlichen eine willkommene Abwechslung zu schaffen.

Persönlichkeitsstabilisierende Projekte

Klemens Richters hatte in seiner Laufbahn als Pädagoge mit vielen Kindern und Jugendlichen zu tun, die aus schwierigen Verhältnissen kamen. So oft es möglich war, haben er und sein Team in Münster während der Jugendarbeit versucht den Kindern etwas zu ermöglichen, dass „persönlichkeitsstabilisierend“ wirkt.

Legdens Zentrum mit St. Brigida, aufgenommen aus dem Ultraleichtflugzeug von Klemens Richters im Oktober 2020.

Legdens Zentrum mit St. Brigida, aufgenommen aus dem Ultraleichtflugzeug von Klemens Richters im Oktober 2020. © privat

Sie starteten regelmäßig Projekte und Aktionen, um den Kindern eine Flucht aus ihrem nicht so schönen Alltag zu bieten. So kam es, dass Klemens Richters oft mit den Kindern und Jugendlichen zum Segeln ging. „Wir waren dann mit ihnen an der Ost- und Nordsee“, erinnert sich Klemens Richters.

Preiswert, umweltfreundlich und schnell

Aber das hat dem Pädagogen nicht gereicht, er startete im Jahr 2000 mit dem Ultraleichtfliegen auf dem Flugplatz in Münster. „So ein Ultraleichtflugzeug wiegt ja nur 300 Kilogramm, sagt er. Inzwischen seien die Flugzeuge technische Innovationen. „Außerdem sind sie preiswert, umweltfreundlich und schnell.“

2006 kam dann die Steigerung, Klemens Richters machte zusätzlich noch seine Pilotenlizenz und ist seither Fluglehrer. „Dazu gehören 30 Praxisstunden, 150 Theoriestunden und wenn man Passagiere befördern möchte, noch einmal 50 Praxisflugstunden“, erzählt der 69-Jährige.

Noch mehr Zeit zum Fliegen

„Wir haben dann vom Flugplatz mit zehn Flugzeugen Kindern und Jugendliche das Kinderheim von oben oder ihre Heimathäuser gezeigt“, sagt Klemens Richters. Ich habe immer wieder viele andere Piloten vom Luftsportverein Münster dazu animiert.“

Manchmal haben die Piloten dann auch die Pflegefamilien eingeladen und dann sind sie über Westfalen geflogen. „So konnte ich das Fliegen gut mit der Arbeit verbinden“, freut sich der Pensionär. Seit er aufgehört hat zu arbeiten, hat er sogar noch mehr Zeit zum Fliegen und nimmt nach wie vor Kinder und Jugendliche sowie seine eigenen Enkelkinder mit in die Luft, allerdings geht das wegen des Coronavirus im Moment nicht. „Zur Zeit darf man nur allein fliegen“, sagt Klemens Richters.

Ehefrau fliegt auch

Aber das ist kein Grund traurig zu sein, denn allein ist Klemens Richter beim Fliegen gar nicht. Denn ihn und seine Frau eint das Hobby. „Meine Frau fliegt auch, wie haben also ein gemeinsames Hobby“, sagt der Ultraleichtflugzeugpilot.

Luftaufnahmen von Klemens Richters von der Egelborg im Oktober 2020.

Luftaufnahmen von Klemens Richters von der Egelborg im Oktober 2020. © privat

„Ich habe keine Lust im Stau zu stehen, wenn wir irgendwo hin wollen“, so Richters. „Dieses Jahr sind wir nach Helgoland geflogen.“ Das sei viel einfacher als mit dem Auto, denn bei einer Stunde Flugzeit brauche ein Ultraleichtflugzeug nur 15 Liter Benzin. „In einer Stunde komme ich etwa 200 Kilometer weit, schneller geht es nicht“, sagt Klemens Richters. Fahre man mit dem Auto, dauert es viel länger, weil man nicht den direkten Weg per Luftlinie fahren kann.

Mit Legden verbunden

Mit Legden ist Klemens Richters weiterhin, auch wenn er heute in Telgte bei Münster lebt, verbunden, deshalb fliegt er besonders gerne über seine einstige Heimatgemeinde. „Meine Eltern sind hier begraben, ich war selbst lange als Jugendgruppenleiter in der katholischen Jugend aktiv und deshalb kenne ich nach wie vor noch viele Menschen hier“, so Richters.

Außerdem ist er in Legden zur Volkshochschule gegangen und hat dort seine Ausbildung bei der Gemeinde gemacht, er geht immer noch regelmäßig zu Klassentreffen. Wenn er über Legden fliegt, macht Klemens Richters immer noch gerne Luftaufnahmen von seinem Heimatort.

Nächstes Ziel steht bereits

Zusammen ist das Ehepaar bereits mit den eigenen Flugzeugen nach Schottland, England und Frankreich geflogen. „Auch an der dänischen Südsee waren wir mit den Flugzeugen“, sagt Klemens Richters.

„Man darf mit einem Ultraleichtflugzeug nur nicht nachts fliegen, denn man fliegt damit auf Sicht“, so Richters. Ansonsten dürfe man im Grunde auf jedem Flugplatz landen. Ein nächstes Ziel hat das Ehepaar Richters bereits, auch wenn es noch etwas dauern könnte, wegen Corona: „Ich habe schon zu meiner Frau gesagt, nächstes Mal fliegen wir zum neuen Flughafen BER, damit da endlich mal jemand landet.“

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