UWG kritisiert: Schrott überragt Legomauer und Fangzaun fehlt auch

hzGewerbegebiet Heying Esch

Die Firma DVO Metallhandel hat die Kommunalpolitiker in Legden mehrfach beschäftigt. Spät erst wurde der Bebauungsplan geändert. Doch Bedingungen wurden bisher nicht umgesetzt.

Legden

, 06.04.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer ins Gewerbegebiet Heying Esch in Richtung Wertstoffhof fährt, sieht den von einer weißen Legomauer umgebenen Betrieb DVO Metallhandel. Immer wieder mal sieht man auch Schrott und anderes Schüttgut, das über die Mauer hinausragt. Das ist aber nicht zulässig.

Noch in den letzten Sitzungen, bevor die Corona-Krise das politische Leben in Legden lahmlegte, hatte die UWG-Fraktion den Zustand kritisiert. „Die Änderung des Bebauungsplans war davon abhängig gemacht worden, dass der Abfall nicht über die Mauer hinausragt und dass ein Fangzaun installiert wird“, so sagt UWG-Fraktionsvorsitzender Gerd Heuser. Das sei aber nicht passiert. Er bezieht sich damit auf eine Ratssitzung, die ein Jahr zurückliegt.

Schlussabnahme durch den Kreis hat noch nicht stattgefunden

Baugenehmigungsbehörde ist der Kreis Borken. „Die Schlussabnahme hat noch nicht stattgefunden“, erläutert Ellen Bulten, Pressereferentin beim Kreis Borken. Anfang März habe es einen Termin gegeben, der sei wegen der Corona-Krise abgesagt worden. „Bei dem Termin wird dann geprüft, ob die Vorgaben eingehalten wurden.“ Bei Beschwerden gehe man den Hinweisen nach.

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Simon Dönnebrink, DVO-Geschäftsführer, bestätigt, dass der Fangzaun noch nicht gebaut wurde. „Wir werden es tun. Aber das muss geplant und organisiert werden.“ Zurzeit allerdings in der aktuelle Lage habe man dafür keine Zeit und Möglichkeiten, zumal das Vorhaben auch technisch nicht ganz einfach sei. Die Corona-Pandemie macht auch dem Legdener Unternehmer zu schaffen und beschäftigt ihn sehr.

Lkw parken korrekt an der Straße zur Dinkel

Zu den Höhen des Schüttgutes wollte Dönnebrink nichts sagen. Klare Worte findet er aber für eine andere Kritik, die im Gemeinderat laut wurde. Hier wurde bemängelt, dass Lkw der Firma auf der Straße Zur Dinkel parken und die Zufahrt zum Wertstoffhof beeinträchtigen würden. Dönnebrink: „Die Lkw parken korrekt. Am liebsten holen wir sie auf den Hof, aber manchmal parken wir sie an der Straße wie alle anderen Nachbarn auch.“

Die Firma DVO ist im Oktober 2017 von Stadtlohn nach Legden ins Gewerbegebiet gezogen. Damals baute sie die Legomauer, die allerdings etwas außerhalb der Baugrenzen lag. Man habe nur den Zaun der Vorgängerfirma gegen die Legomauer ausgetauscht, so erklärte damals Simon Dönnebrink auf Anfrage unserer Redaktion: „Alles wie vorher, nur ordentlicher, besser, schicker.“ Von einem Verstoß habe er nichts gewusst.

Solche Überschreitungen der Baugrenzen sind nicht ungewöhnlich im Gewerbegebiet Heying Esch. Bis dahin wurden immer Befreiungen erteilt. Doch bei dem neuen Fall forderte der Kreis Borken, den Bebauungsplan aus den 1980er-Jahren in einem „kleinen Änderungsverfahren“ nur auf diese Fläche bezogen zu ändern. Schon damals hatte die UWG kritisiert, dass die Politik im Nachhinein geschaffene Fakten legalisieren sollte. Mit den geforderten Änderungen stimmte der Gemeinderat dann mehrheitlich zu.

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