Voller Einsatz für Gewässer

Alfons Büscher

Schnurgerade floss die Dinkel in der Nähe des Hofes von Karl Watermann im Beikelort. Doch dann wurde der Fluss aufgeweitet, Totholz und anderes Material eingesetzt. Die Arbeiten haben sich ausgezahlt. Und das nicht nur für den Eisvogel, der sich auf einem der Wurzelstubben niederließ.

LEGDEN

, 12.06.2017, 18:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Der Oberlauf der Dinkel wurde dadurch ökologisch aufgewertet", sagt Alfons Büscher, Vorsteher des Wasser- und Bodenverbands Oberes Dinkelgebiet. Aber auch der Landwirt Karl Watermann habe davon profitiert. Für den Bau eines Güllesilos hätte er 2400 Quadratmeter Ausgleichsfläche schaffen müssen. "Dadurch waren es jetzt nur 800", so Büscher.

Seit rund 15 Monaten bekleidet er die ehrenamtliche Position. "Das macht mir viel Spaß", sagt der Legdener. "Sich um etwas kümmern", "für die Landwirtschaft stark machen", "die Zusammenarbeit mit dem Verbandstechniker Josef Büttelbrock und dem Verbandsrechner Elmar Schulze Ising", nennt er drei Gründe. Die Gewässer in ordnungsgemäßen Zustand zu erhalten, das ist die Aufgabe, 5300 Hektar groß das Gebiet.

Zeit für Neues

Seit zwei Jahren ist Büscher, der bei der Deutschen Bahn arbeitete, Rentner. Zeit also für andere Aufgaben. Ehrenamtliche Arbeit ist ihm nicht fremd. So saß er 15 Jahre für die CDU im Rat der Gemeinde Legden.

Die Renaturierung an der Dinkel und damit die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, bei denen er mit vielen Partnern zusammenarbeitet, ist nur ein Beispiel seiner Arbeit. 2015 startete Karl Watermann mit der Aufweitung der Böschung. 2016 folgte der Wasser- und Bodenverband, verbaute Strömungslenker und bepflanzte das Ufer neu, vor Kurzem wurde die Maßnahme bei einem Ortstermin offiziell abgeschlossen. Mit dabei waren da auch der Kreis Borken und die AG Wasser- und Bodenverbände (AG WuB), die beim Landwirtschaftsverband WLV angesiedelt ist. Die Kosten von rund 22500 Euro wurden von Bezirksregierung und Kreis getragen.

Landwirte sind wichtig

Noch einen Vorteil hat für ihn die Renaturierung. "Der breitere Flusslauf vergrößert das Retentionsvolumen und mindert so die Hochwassergefahr." Überall, das weiß er aber auch, kann man das nicht machen. "Ohne die Landwirte geht es nicht. Das läuft ja auf freiwilliger Basis."

Hochwasserschutz - das ist ein großes Thema für den Verbandsvorsteher. Das Hochwasser vor fast genau einem Jahr hat ihn da gleich gefordert. "Noch keine 100 Tage im Amt und schon geht es los", hat er damals gedacht. Fünf bis sechs Hektar landwirtschaftlicher Fläche standen unter Wasser. Damals war er viel unterwegs, um die Pegelstände zu beobachten. So richtig begonnen hat die Arbeit aber danach.

Wichtige Retentionsflächen

Schnell stand für ihn fest, dass es ein Hochwasserschutzkonzept für Legden geben muss. Sein Antrag für den Wasser- und Bodenverband an den Rat der Gemeinde fand im vergangenen Dezember einstimmige Zustimmung. Seine Zuversicht, dass es schnell voranschreitet, wurde jetzt erst einmal etwas ausgebremst. "Die Bezirksregierung will kein Konzept ohne ein Ingenieurbüro", erläutert er.

Das Wichtigste für ihn: "Wir brauchen Retentionsflächen. Davon halte ich mehr als von Regenrückhaltebecken. Die kosten einen Haufen Geld und laufen im Ernstfall in zehn Minuten voll." Dafür brauche man natürlich die Landwirte. Zurzeit ist er im Gespräch, um im Bereich des Asbecker und des Legdener Mühlenbachs so etwa Ähnliches zu starten wie an der Dinkel.

Kommunikation verbessern

Erstes Ziel, so Büscher, muss sein, die Kommunikation zwischen den Stauwehren zu verbessern. Auch technische Aufrüstung sei sinnvoll. Und noch eins hat er auf dem Herzen: "Ganz wichtig ist dem Verband, dass das Asbecker Stauwehr in einem ordnungsgemäßen Zustand hergestellt wird."

Lesen Sie jetzt