Weniger Partygänger und mehr Radtouristen

Erste Tourismusbilanz

Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu. Eine gute Zeit, um eine erste touristische Bilanz des Sommers 2015 zu ziehen. Insgesamt lief es nicht schlecht für die Legdener Gastwirte. Doch gibt es einen Faktor, der für Umsatzeinbußen sorgt. Und der hat mit der Partymeile Dorf Münsterland zu tun.

LEGDEN/ASBECK

, 06.08.2015, 18:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Legden war auch in diesem Sommer vor allem bei Radfahrern ein beliebtes Ziel.

Legden war auch in diesem Sommer vor allem bei Radfahrern ein beliebtes Ziel.

Legden ist ein Touristenort. Vor allem bei Radfahrern ist das Dorf ein beliebter Anlaufpunkt. "Radgruppen hatten wir wieder viele in diesem Jahr. Aus Nordrhein-Westfalen, aber auch viele aus den Niederlanden und Belgien", erzählt Andreas Beckhaus, Inhaber des Landhotels Hermannshöhe.

Meist blieben die Radtouristen mehrere Tage, weil sie Sternfahrten unternähmen und Legden als Ausgangspunkt wählten. Das Hotel hat viele Stammgäste, die jedes Jahr wiederkommen, sagt Beckhaus. "Auch Geschäftsleute auf der Durchreise haben wir viele. Die Auslastung ist gut in diesem Sommer, wir sind zufrieden."

Befriedigende Bilanz

Auch im Hotel Enseling in Asbeck stellen Radtouristen und Geschäftsleute einen Großteil der Gäste. Viele kämen aus der Umgebung, viele aber auch aus Holland. Insgesamt sei die Bilanz befriedigend, sagt Geschäftsführer Johannes Enseling. "Das Wetter war nicht so gut. Mal zu heiß, dann wieder zu nass. Das hat sich etwas ausgewirkt."

Etwas anderes ist ihm auch noch aufgefallen: "Am Wochenende ist es weniger geworden, im Vergleich zu den Jahren davor." Der Grund: Das Dorf Münsterland werde vor allem am Freitagabend weniger frequentiert als früher. Das beobachtet auch Kerstin Gödde, Inhaberin der Bed & Breakfast Pension Legden. "Sonst waren wir für die Wochenenden schon Monate vorher ausgebucht und wir mussten vielen Leute absagen. Jetzt habe ich sogar vereinzelt noch Zimmer frei."

Viele Stammgäste

Dramatisch sei das für sie aber noch nicht, sagt sie. Denn schließlich kehren auch bei ihr viele Radtouristen ein. "Die schellen meist einfach spontan an", sagt sie. Auch die Pension hat viele Stammgäste, vor allem Monteure. "Die wohnen dann zum Teil von Montag bis Freitag hier."

Auch beim Hotel Enseling nimmt man die geringere Zahl von Dorf-Münsterland-Besuchern gelassen. Enseling: "Wir haben noch nie nur darauf gebaut, sondern bemühen uns, den anderen Gästen etwas zu bieten." Das sei Ruhe, eine gute Ausstattung, aber auch die Erfüllung kleiner Sonderwünsche wie etwa ein gebügeltes Hemd. "Dann kommen die Leute auch wieder. Wir haben sehr viele Stammgäste."

Kaum noch Freitagsgäste

Der Schwund auf der Partymeile - beim Dorf Münsterland war gestern niemand für eine Stellungnahme erreichbar - dürfte demnach vor allem die privaten Vermieter treffen, die nur wenige Zimmer und keinen Platz für größere Gruppen haben. Ein Vermieter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, sagt: "Für uns lief der Sommer viel schlechter als sonst. Unsere Gäste sind hauptsächlich Besucher des Dorf Münsterland. Und die bleiben häufig nur noch eine Nacht. Freitags kommen kaum noch welche."

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