Wirtschaftsinitiative und Gemeinde gaben einen Ausblick aufs neue Jahr

Neujahrsempfang

Bürgermeister Friedhelm Kleweken war stolz. Bei seinem Besuch in der Landeshauptstadt hatte er festgestellt: „Wir sind in Düsseldorf angekommen.“ Nicht mehr nur als Region der Radfahrer und Kiepenkerle, sondern wegen des starken Wirtschaftwachstums, meinte Kleweken. Den Neujahrsempfang der Wirtschaftsinitiative Legden-Asbeck (Wila) und der Gemeinde Legden im Dormitorium besuchten am Sonntagvormittag Vertreter aus Unternehmen, Vereinen und Verbänden beider Ortsteile.

LEGDEN/ASBECK

21.01.2014, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gespannt hörten die Gäste, unter ihnen Bundestagsabgeordneter Jens Spahn (2.v.l.) den Redner beim Neujahrsempfang der Gemeinde Legden und der Wirtschaftsinitiative Legden-Asbeck zu.

Gespannt hörten die Gäste, unter ihnen Bundestagsabgeordneter Jens Spahn (2.v.l.) den Redner beim Neujahrsempfang der Gemeinde Legden und der Wirtschaftsinitiative Legden-Asbeck zu.

Um junge Leute in den Gemeinden zu halten, brauche es attraktive Rahmenbedingungen: „Das Baugebiet Up’n Berge ist ein großer Erfolg“, sagte Kleweken. 55 Bauplätze seien erschlossen, fast alle davon verkauft oder reserviert. Zukünftig soll aber auch die Innenverdichtung in der Bebauung im Fokus stehen. Mit einem Flächenmanagement über das Leader-Programm könnten bereits erschlossene Reserven in der Gemeinde aufgedeckt werden. Die katholische Kirche erfülle mit 231 Kindergartenplätzen die Anforderungen sogar über die gesetzlichen Vorgaben zur U3-Betreuung hinaus, berichtete Pastor Christian Dieker. Problematischer dagegen sei der Pflegebereich. „Im Altenwohnheim beträgt die Auslastung 99 Prozent. Trotzdem haben wir ein Minus erwirtschaftet.“ Es bleibe bei dem Kostendruck zu wenig Zeit für den Menschen.

Diese Diskrepanz stellte er dem anwesenden Bundestagsabgeordneten Jens Spahn (CDU) zur Beantwortung frei. „Eine gute Sozialpolitik ist nur möglich, wenn die Wirtschaft gut läuft“, referierte der Abgeordnete. „Wenn Arbeitsplätze geschaffen werden und Steuern gezahlt.“ Christoph Bruns von der Kreishandwerkerschaft Borken gab Spahn gleich eine konkrete Bitte mit auf den Weg zurück nach Berlin: Die energetische Gebäudesanierung stärker zu fördern – ein großes Geschäftsfeld. Bruns wartete mit Zahlen und Fakten zur Wirtschaftslage aus der Region auf: „Die Beschäftigungszahlen im Kreis sinken“, erklärte er und vermutete die Gründe im Fachkräftemangel bei zeitgleichen Verrentungen. Trotz erfreulicher Wachstumsprognose für die Binnenwirtschaft sei nicht jede Branche gleich gut aufgestellt. „In der Region Ahaus/Legden ist das Handwerk der größte Arbeitgeber“, sagte Bruns. Doch es brauche noch mehr an Ausbildungsplätzen. „Die Bildungsanstrengungen müssen sich auf die gewerblich technischen Berufe konzentrieren.“ Denn trotz des Bedarfs sei die Anzahl neu eingestellter Lehrlinge im Kreis Borken im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent gesunken.

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