Zeitsprung ins 18. Jahrhundert

Schlösser- und Burgentag

Ganz im Zeichen des Schlösser- und Burgentages stand am Wochenende Asbeck. Die Gäste sollten nicht enttäuscht werden. Eine Ausstellung, eine Reise in die Vergangenheit und ein klassisches Konzert sorgten im Dormitorium für Unterhaltung.

LEGDEN

von Helmut Schwietering

, 18.06.2017, 19:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Welches andere Dorf im Münsterland kann schon behaupten, häufiger in einem Atemzug mit Düsseldorf, Augsburg und Wien genannt zu werden?  Asbeck hat damit neben seinem historischen Umfeld ein weiteres Alleinstellungsmerkmal, das im Vortrag des Vorsitzenden des Heimatvereins Asbeck, Bernhard Laukötter,  immer wieder durchschien und die Gäste beeindruckte.

Rivalität

Auch Bürgermeister Friedhelm Kleweken freute sich über die vielen Gäste und stellte die Bedeutung der Geschichte Asbecks und des Damenstifts für die Gemeinde Legden in den Vordergrund. Bei der kurz von ihm angesprochenen Rivalität darüber, wer denn der ältere Ortsteil sei - Asbeck oder Legden - war er ganz Bürgermeister und blieb diplomatisch.

Wolfgang Nocke und Bernhard Laukötter nahmen die Gäste anschließend mit auf eine Reise in das 18. Jahrhundert. Die ehemalige Bedeutung des Stifts Asbeck ist nicht zuletzt durch die bekannte Stiftsdame Therese von Zandt entstanden. Eine Verbindung zwischen Asbeck und Wien - ziemlich weit hergeholt, könnte man meinen, aber es gibt sie wirklich. Es ist die angebliche Liaison zwischen dem heute weltberühmten Komponisten Ludwig van Beethoven und der Asbecker Stiftsdame Therese von Zandt.

Bedeutung des Stifts

Das Privatleben des Komponisten, das an diesem Nachmittag in Asbeck dargestellt wurde, will so gar nicht zu diesem genialen Musiker passen.  Unangepasst,  gleichgültig und unscheinbar  soll er gewesen sein,  konnte aber trotzdem im Vergleich zu Mozart von seiner Musik gut leben. Bei einem Konzertbesuch in Wien begegnete er Therese von Zandt und beide fanden sich von Anfang an mehr als sympathisch. Er ging so weit, dass er ein Porträt von ihm von anderen zurückforderte, um es Therese von Zandt zukommen zu lassen.  Die Bedeutung des Stifts Asbeck  geht also weit über das Münsterland hinaus. Wobei Bernhard Laukötter zugeben musste, dass das heute nur noch historisch gilt.

Perfekter Gastgeber

Laukötter lud die Gäste ein, die Ausstellung zu besuchen und sich näher mit der Vergangenheit zu befassen.  Das Dormitorium hatte sich am Samstag herausgeputzt und der Heimatverein präsentierte sich als perfekter Gastgeber. Die Gäste konnten Fragen stellen und die Organisatoren Wolfgang Nocke und Reinhold Hülsewiesche standen mit ihrem Fachwissen ebenso zur Verfügung wie der Vorsitzende des Heimatvereins. Die Ausstellung im Obergeschoss war ebenfalls geöffnet und zeigte Exponate aus verschiedenen Epochen. Weiterer Höhepunkt war das anschließende Konzert in der Asbecker Pfarrkirche - selbstverständlich mit Werken von Beethoven.

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